Elena Burkhard gewinnt das Duell um Platz eins . Foto: /Eibner-Pressefoto / Beaut.Sports / Kohring

Beim Hill Run in Baiersbronn gibt ein spannendes Duell an der Spitze zwischen Elena Burkard und Nathalie Armbruster, welches Burkhard am Ende für sich entscheiden kann. Generell ist der Cheforganisator Benjamin Dettling glücklich über den Verlauf des Events.

Es war ausgelobt als „die härtesten 330 Meter im Schwarzwald“, die Premiere des Hill Run an der Ruhesteinschanze. Das Duell zwischen Topläuferin und Olympiateilnehmerin Elena Burkard gegen die zweimalige Vizeweltmeisterin in der Nordischen Kombination, Nathalie Armbruster wurde mit Hochspannung erwartet.

 

Die beiden weiblichen Aushängeschilder aus unserer Region gingen allerdings mit gänzlich anderen Voraussetzungen an die außergewöhnliche Herausforderung heran. Läuferin Elena Burkard kommt gerade erst aus ihrer neunwöchigen Sommer-Trainingspause. Bei Nathalie Armbruster hingegen geht die Weltcup-Saison bereits in knapp einem Monat los.

Spannung pur

Nach dem Startschuss machten es die beiden Spitzensportlerinnen spannend. Auf dem leicht abfallenden Auslauf in Richtung Aufsprunghügel lagen die beiden gleichauf. Im Anstieg schob sich zunächst Armbruster etwas nach vorne, spürte aber Burkards Atem im Nacken. Als es oben wieder etwas flacher wurde, setzte sich Burkard an die Spitze. Beide versuchten sich aufzurichten, aber mehr als Gehen war in diesem Bereich nicht möglich. Burkard hatte die schnelleren Beine und erreichte als Erste aufgebaute Treppengerüst hinauf auf den Schanzentisch. Mit jedem Schritt wuchs nun der Vorsprung auf ihre Widersacherin Nathalie Armbruster, die sichtlich Probleme hatte. Auch die Anlaufspur der Schanze, krackselte Burkard deutlich leichtfüßiger als ihre vierzehn Jahre jüngere Herausforderin hinauf und beendete letztendlich als deutliche Siegerin nach 3.22 Minuten die Ruhesteinschanze. Nathalie Armbruster folgte als Zweite in 3.39 Minuten, Rang drei ging mit gebührendem Abstand an Hilke Buse in 6.44 Minuten. Während Burkard sich direkt anschließend das Männerrennen von oben anschaute, wurde die sichtlich gezeichnete Nathalie Armbruster im Schanzenturm erst einmal einige Minuten mit Sauerstoff aufgepäppelt, bevor sie sich den Weg ins Tal antreten konnte.

Im Rennen der Männer gingen Multitalent Vegard Brechenmacher, Lauf-Ass Henri Hansert, Ex-Bundesliga-Radrennfahrer Christoph Greiner, Behindertensportler Tino Uhlig und einigen weiteren bekannten Sportlern der Region, an den Start. Nach dem Flachstück ging eine große Läufertraube gemeinsam in den Anstieg. Dort trennte sich schnell die Spreu vom Weizen und eine sechsköpfige Spitzengruppe konnte sich absetzen. Vegard Brechenmacher kam am besten mit der extremen Steigung zurecht. Er war auch der Einzige , der den Hang aufrecht bewältigte. Denn alle anderen Starterinnen und Starter arbeiteten sich mit Händen und Füßen nach oben. Im Flachstück war Brechenmacher schon gut fünf Meter enteilt, während hinter ihm eine Fünfergruppe um die Plätze kämpfte. Mittelstreckenläufer Henri Hansert setzte sich noch auf Rang zwei, aber für ganz vorne war der Weg zu weit. Vergard Brechenmacher sicherte sich den Tagessieg in 2.47 Minuten, Hansert folgte fast eine halbe Minute später auf Rang zwei in 3.14 Minuten. Der Baiersbronner Max Hubervollendete das Podium mit 3.21 Minuten. Er ließ die beiden schnellsten U16-Läufer Maximilian Mändlen vom SC Lauf (3.25 Minuten) und Lars Möhrle vom SV Mitteltal-Obertal (3.29 Minuten) hinter sich.

Bei den Blaulichtstaffeln siegte die Bergwacht Obertal in der Besetzung Marie Zwenger, Ben Züfle und Thomas Klumpp mit 2.32 Minuten.

Zuschauer zu wenig

Trotz der noch überschaubaren Teilnehmerfelder zeigte sich aber Cheforganisator Benjamin Dettling mit der Premiere des Hill Runs am Ruhestein zufrieden. „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Angefangen von den Crossläufen der Kids, bis hin zu den hochklassig besetzen Rennen der Erwachsenen. Die Staffeln wie auch die Einzelstarter gaben allesamt das Feedback, dass sie nächstes Jahr gern wieder dabei wären. Unser Wunsch ist es daher, den Hill Run Ruhestein nächstes Jahr wieder durchzuführen“, so Dettlings Fazit.

Viel Topsportler am Start

Ganz besonders war eben auch das Aufeinandertreffen völlig verschiedener Topsportlerinnen und Topsportler. In der Leichtathletik gab es zuletzt das 100 Meter -Sprintduell zwischen dem norwegischen 400 Meter-Hürden-Weltrekordler Karsten Warholm und dem Schwedischen Stabhochsprung-Weltrekordler Armando Duplantis, was für großes Medieninteresse sorgte. Weitere solcher Disziplin- oder gar sportartenübergreifender Duelle scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein. Der Hill Run mit dem Aufeinandertreffen von Leichtathletik und Wintersport ist hier eine der Zukunftsplattformen solcher medienwirksamer Quervergleiche.