Der Zulauf von Helfern und vor allem Hilfesuchenden ist groß. Jetzt trafen sich die Helfer zum gegenseitigen Austausch.
Viele neue Impulse gab es beim Netzwerktreffen der Nachbarschaftshilfen im Schwarzwald-Baar-Kreis in Brigachtal-Klengen.
Über 40 Teilnehmer informierten sich zu aktuellen Themen und folgten dem Impulsvortrag von Annerose Knäpple und Manuela Culk von Aku aus Bad Dürrheim. Die beiden Referentinnen stellten das Modellprojekt zur quartiersbezogenen Verhinderungspflege in Gasthaushalten vor und gaben dabei interessante Einblicke in mögliche Arbeitsbereiche für Nachbarschaftshilfen.
Das Modell der quartiersbezogenen Verhinderungspflege in Gasthaushalten soll vorrangig ein Angebot zur Entlastung pflegender Angehöriger sein. Das Angebot ermöglicht, dass zuhause betreute pflegebedürftige Menschen bei Verhinderung ihrer Angehörigen, zum Beispiel wegen Urlaub oder Krankheit, in einem Gasthaushalt betreut werden.
Pflegeangebot möglich
Bürgerschaftlich Engagierte aus dem Quartier oder der Gemeinde werden Gastgeber und nehmen hilfe- oder pflegebedürftige Menschen aus der Gemeinde für einen begrenzten Zeitraum bei sich auf. Sie übernehmen so die Rolle des pflegenden Angehörigen „auf Zeit“.
Das Angebot ermöglicht dem Gast eine wohnortnahe Versorgung. Um einen Gast aufnehmen zu können, muss ein eigenes Zimmer vorhanden sein, welches als Rückzugsbereich genutzt werden kann. Die Gastgeber sind im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements eingesetzt.
Aufwandsentschädigung für Pflege
Für ihre Betreuungstätigkeit erhalten sie eine Aufwandsentschädigung nach der sogenannten Übungsleiterpauschale. Diese ist bis zu einem bestimmten Betrag steuer- und sozialversicherungsfrei. Zudem erhalten die Gastgeber einen Entschädigungsbetrag für die Verpflegung der Gäste.
Das Angebot der Verhinderungspflege in Gasthaushalten kann vom Landkreis als Angebot laut Gesetz (Paragraf 45a SGB XI) und nach der Unterstützungsangebote-Verordnung Baden-Württemberg (UstA-VO) anerkannt werden. Die Anerkennung als Unterstützungsangebot ermöglicht dem Gast Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen.
Das Netzwerk Nachbarschaftshilfen Schwarzwald-Baar-Kreis hat sich mittlerweile als gute Austausch-, Unterstützungs- und Vernetzungsplattform für bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfen und den Kommunen des Schwarzwald-Baar-Kreises etabliert.
Zentrale Themen
So ging es im zweiten Teil des Nachmittags um die Themen, die die Nachbarschaftshilfen selbst beschäftigen. Zentrale Punkte waren die wichtige Zusammenarbeit mit den Kommunen, Schulungs- und Fortbildungsmöglichkeiten, Fördermittel, der Versicherungsschutz, die Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat und die Weiterentwicklung des Netzwerk Nachbarschaftshilfen im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Als Best Practice Beispiel stellte die Nachbarschaftshilfe Seniorenverein Füreinander Brigachtal ihre Gründungsgeschichte und Arbeit vor. Weitere Infos zum Netzwerk Nachbarschaftshilfen Schwarzwald-Baar-Kreis gibt es bei der Stabsstelle Sozialplanung des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis, Susanne Maier, Telefon: 07721/9 13 72 23 oder Mail s.maier@lrasbk.de