Kinder freuen sich über die Gemüsepflanzen, die vom Bündnis für Sri Lanka an bedürftige Familien verteilt wurden. Foto: Gomes

Das Bündnis für Sri Lanka mit Jayantha Gomes aus Calw leistet Hilfe zur Selbsthilfe: Mit Gemüsepflanzen, die den Menschen vor Ort die Möglichkeit geben sollen, sich selbst zu versorgen.

Calw - Konfuzius sagt: "Gib einem Hungernden einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Hungernden das Fischen und du ernährst ihn für ein Leben". Von Nachhaltigkeit hatte der chinesische Philosoph, der im 6. Jahrhundert vor Christus geboren wurde, offensichtlich damals schon eine Ahnung.

Nach diesem Prinzip handelt auch das Bündnis für Sri Lanka, nach dem verheerenden Tsunami 2004 von dem in Calw lebenden Künstler Jayantha Gomes gegründet; wurden doch weit über die Naturkatastrophe hinaus Menschen in dem Inselstaat im Indischen Ozean mit seinen 22 Millionen Einwohnern unterstützt. In Gomes‘ Heimatland herrscht derzeit die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Grund genug für die Organisation, aktiv zu werden. Wie angekündigt wurde jetzt das Projekt "1000 Gemüsepflanzen" gestartet.

Für Erfolg engagieren

Wie Gomes mitteilt, wurden diese Pflanzen an 30 einkommensschwache Familien verteilt. Organisiert von seiner langjährigen Helferin Irangani Peiris und seiner Familie vor Ort wurden die Menschen beraten, wie ein biologischer Anbau funktioniert. Den entsprechenden Dünger gab es dazu. Bislang handelt es sich noch um ein Experiment. Sollte das Projekt erfolgreich sein, erhalten die Familien weitere 60 Pflanzen.

Gomes und seine Organisation haben ein weiteres Vorhaben geplant. Ebenfalls an Familien sollen zwischen fünf und zehn Hühner verschenkt werden, die sie im Garten halten können, um sich selbst mit Eiern zu versorgen.

Wie der Künstler betont, richten sich diese Projekte an Menschen, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie sich für ihren Erfolg engagieren. Dadurch sollen die Familien motiviert werden, aus eigener Kraft etwas zu bewirken. Denn daran werden sie, so Gomes, in Sri Lanka und vielen anderen asiatischen Ländern von korrupten Politikern gehindert. Denn ihnen bereiteten selbstbewusste Menschen Unbehagen.

Schwere Wirtschaftskrise

Die Clanpolitik, die seit Jahrzehnten in seinem Heimatland herrscht, sowie die damit verbundene Korruption haben wesentlich zu der schweren Wirtschaftskrise beigetragen, unter der Sri Lanka derzeit leidet.

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen haben in Sri Lanka 30 Prozent der Bevölkerung Probleme, sich ausreichend zu ernähren. Davon sind vor allem Kinder unter fünf Jahren betroffen. Sie leiden an einem Mangel an Proteinen und Vitaminen.

Initiiert von Studenten halten laut Gomes die Demonstrationen gegen die Korruption in Sri Lanka an. Die Polizei setze Tränengas ein, einige Hundert Aktivisten sitzen im Gefängnis.