Die Mitglieder von „Elimu-4-Afrika“ aus Pfohren setzen sich weiterhin für das Projekt in Tansania ein. Jugendliche erhalten eine Ausbildung als Installateure und Elektriker oder kaufmännische Sekretäre. Jetzt sind weitere Investitionen geplant.
Seit mehr als zehn Jahren haben die Mitglieder des Pfohrener Vereins Elimu-4-Afrika darauf hingearbeitet, in Tansania eine Berufsschule zur Ausbildung von Jugendlichen zu bauen. 2022 war es endlich so weit: die Schule mit 54 Schülern wurde offiziell eröffnet.
Ausgebildet werden Installateure und Elektriker sowie kaufmännische Sekretäre. Die Ausbildung erfolgt in englischer Sprache und ist Computer unterstützt. Die Ausbildungsdauer hängt vom gewünschten Abschluss ab und variiert somit in der Ausbildungszeit nach tansanischen Vorgaben von sechs bis 36 Monaten. Einen Meilenstein hat der Verein also erreicht. Jetzt geht es mit dem Projekt weiter.
Planung und Montage von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen
Im nächsten Jahr, so teilt der Verein mit, kommen weitere Fächer hinzu. Im neuen Fach Erneuerbare Energien beispielsweise geht es um die Planung und Montage von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Im Fach Landwirtschaft wird nach dem Agroforstprinzip gelehrt. Agroforstwirtschaftliche Systeme wirken laut Mitteilung gegen die verbreiteten Monokulturen, sind artenreich, stabilisieren den Wasserhaushalt und schützen den Boden vor Erosion und Zerstörung. Sie erhöhten die Ernteerträge um das Vierfache und wirkten der Klimaerwärmung entgegen. Zusätzlich bekomme die Schule ab 2024 den Status eines Oberzentrums.
Der Verein sieht das als Ehre und Anerkennung und gleichzeitig als Motivation an, den begonnenen Weg weiter zu gehen. Für diesen Weg hat sich der Verein auch schon Ziele gesetzt: der Ausbau der Internatsgebäude für Lehrer, die Optimierung der Unterrichtsräume und die Erweiterung der Schlafsäle, damit die kalkulierte Gesamtschülerzahl von 100 bis 150 Jugendlichen untergebracht werden kann, heißt es seitens des Vereins.
Neben der Entwicklung der Schule gebe es aber auch andere wichtige Themen. Wasser und Abwasser sind beispielsweise untrennbar miteinander verbunden: In Afrika, wo immer wieder Typhus und Cholera auftreten, seien Wasserhygiene und eine konsequente Abwasserbehandlung immens wichtig. Im Juni 2022 konnten Vereinsmitglieder die Kläranlage für die Schule installieren und in Betrieb nehmen. Mit dieser Anlage gelte die Schule landesweit als Vorbild für die Abwasserreinigung.
Im November soll ein Container nach Chala ins Projekt geschickt werden. 230 Stühle der Realschule Donaueschingen warten auf ihren Abtransport. Handwerker, Betriebe und Privatpersonen stellen nicht mehr benötigte, aber funktionierende Maschinen, Werkzeuge und Einrichtungen kostenlos zur Verfügung.
Für Versand und Verzollung fallen hohe Kosten an
Aber der Container selbst sowie der Versand und die Verzollung würden nicht unerhebliche Kosten verursachen. Außerdem stecke ein enormer bürokratischer Aufwand dahinter. Mit transportiert würden zudem die Komponenten einer eigenen Stromversorgung. Auch das bedeute eine erhebliche Investition.
Da auch in Tansania die Lebensmittelpreise enorm angestiegen seien und während der Semesterzeiten im Moment etwa 120 Personen ernährt werden müssten, stehe der Plan, dass der Verein noch etwa zwölf Hektar Feldfläche zum Gelände dazu pachte. Für die Bewirtschaftung der Felder und den Transport der Nahrungsmittel benötige die Schule ein Transportfahrzeug. Ein Dreirad mit Pritsche würde rund 5000 Euro kosten, rechnet der Verein.
Monokulturen wirken sich negativ auf den Boden aus
Die Landwirtschaft sei in Tansania einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Kleinbauern würden bei der Lebensmittelproduktion eine zentrale Rolle spielen. In der Region Rukwa seien 95 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft tätig. Zwischenzeitlich würden aber – aufgrund des Einflusses der Industrieländer – circa 70 Prozent der Felder mit Monokulturen von Mais bewirtschaftet. Das habe negativen Einfluss auf den Boden, das Klima und die Ernährungssituation.
„Die Dankbarkeit der Bevölkerung und die Wissbegierde der jungen Menschen belohnen uns und fordern uns gleichzeitig, das Projekt weiter voran zu treiben“, schreibt der Verein und dankt seinen bisherigen und künftigen Unterstützern und Förderern.
Aktueller Stand
Informationstag
Das Vorstandsteam des Vereins Elimu4Afrika informiert am Sonntag, 10. September, zwischen 11 und 17 Uhr über aktuelle Projekte in Tansania. Die Veranstaltung ist bei Roland Ketterer in der Kirchstraße 9/11. Auch für das leibliche Wohl wird laut Verein gesorgt sein. Wer den Verein mit einer Spende unterstützen will, kann das über das Spendenkonto tun: Spendenkonto: Elimu4Afrika e.V.; Sparkasse: IBAN DE24 6945 0065 0151029165;Volksbank eG: IBAN DE94 6649 0000 0028 0209 02. Weitere Informationen zum Verein finden sich auf auf der Internetseite www.Elimu4Afrika.com.