Die Psychosoziale Notfallversorgung unterstützt bei schweren Krisen. Foto: Notfallseelsorge

Eine betroffene Familie berichtet, wie sehr die Psychosoziale Notfallversorgung im Kreis Calw nach dem plötzlichen Tod des Ehemanns und Vaters helfen konnte.

Der plötzliche Tod ist für Hinterbliebene ein Schock. Hilfe kann, falls das von den Betroffenen gewünscht wird, die Psychosoziale Notfallversorgung Calw (PSNV) leisten.

 

So wie im Fall von Familie L. Vor nahezu zwei Jahren, kurz vor Weihnachten, ist der Familienvater gestorben. Sein Tod kam plötzlich, trotz seiner erst 73 Jahre.

Leblos auf dem Boden gefunden

Der Vater litt unter einer chronischen Bronchitis. Bei der winterlichen Witterung in der Vorweihnachtszeit 2022 ging es ihm nicht gut. Sein Husten war schlimmer als sonst. Die Ehefrau rief am frühen Nachmittag den Hausarzt. Der verordnete ein Antibiotikum, um einer Lungenentzündung vorzubeugen. Seine Frau fuhr sogleich in die Apotheke.

Dann nahm das dramatische Ereignis seinen Lauf. Schon kurz darauf fand der Sohn beim Betreten der elterlichen Wohnung den Vater leblos auf dem Boden liegend.

„Es kam mir wie eine Ewigkeit vor“

Er begann mit der Reanimation und verständigte seine Schwester. Die war gerade mit dem Baden ihrer drei kleinen Kinder beschäftigt. Sie begab sich so schnell wie möglich zu ihrem Vater und alarmierte zeitgleich die Rettungsleitstelle. Unter deren Anleitung wurde der Vater von den Angehörigen weiter reanimiert, bis Sanitäter und Notarzt eintrafen.

„Die waren mit Sicherheit schnell da, mir kam es aber wie eine Ewigkeit vor“, erzählt die Tochter.

Dem Mediziner und den Rettungskräften gelang es, den Vater und Ehemann wieder ins Leben zurückzuholen. „Das hat rund zwei Stunden gedauert. Da waren wir Augenzeuge“, erinnert sich die Tochter.

Eine Ärztin fragte, ob man die Geräte abstellen kann

Da wurden Zugänge gelegt, Spritzen verabreicht, ihr Bruder hielt die Infusionsflasche. Dann wurde der Vater ins Krankenhaus nach Nagold gebracht. Der Notarzt machte der Familie klar, wie ernst es um Vater und Ehemann steht.

Dann kam für die Ehefrau der nächste Schock. Eine Ärztin des Krankenhauses rief an und fragte, ob man die medizinischen Geräte abstellen kann. Darauf konnte sie keine schnelle Antwort geben, wollte sich mit ihren Kindern besprechen. Bevor die Ehefrau zurückrufen konnte, kontaktierte das Krankenhaus wieder die Familie und teilte mit, dass der Ehemann und Vater verstorben sei.

Dankbar für die Hilfe der Notversorgung

Während der Rettungsversuche fragten die Rettungssanitäter, ob die Familie psychologische Hilfe benötigt. Kurz darauf waren Kräfte der PSNV vor Ort.

Wer heute mit der Familie über den Tod von dem Vater und Ehemann spricht, der spürt, wie dankbar Ehefrau und Kinder für die Hilfe der Notversorgung sind. „Es hat sehr geholfen, dass jemand von außen dazu gekommen ist, der nicht unmittelbar betroffen war“, sagt die Tochter, „einfach dass jemand da war, der klar denken konnte.“

„Für mich“, so die Ehefrau, „lief das alles wie ein Film ab. Ich kam mir so unbeteiligt vor.“

„Das hat uns schon ein Stück weit aufgefangen“

Mutter und Tochter betonen, wie tief sie im christlichen Glauben verwurzelt sind. „Wir glauben, dass es nach dem Tod weitergeht und freuen uns auf ein Wiedersehen“, sagte die Ehefrau. Dennoch war man wie vor den Kopf geschlagen.

Die Anwesenheit, die Gespräche und ein gemeinsames Gebet mit den Helfern der PSNV gaben der Familie in dieser schlimmen Situation Kraft und Halt. Der Familie war es wichtig, an diesem Abend Bilder von dem Verstorbenen zu zeigen und Erinnerungen aus seinem Leben zu erzählen. Die Notfallseelsorger blieben fast bis Mitternacht im Haus und boten an, auch noch länger zu bleiben, falls dies gewünscht worden wäre. „Das hat uns schon ein Stück weit aufgefangen“, betonen beide.