Die Kinder in Olexandrija freuten sich mächtig über die Pakete und Geschenke unter anderem aus dem Zollernalbkreis. Foto: Fuchs

Im vergangenen Jahr nahmen die Jungsozialen des Zollernalbkreises an einer Ukraine-Hilfsaktion teil.

Die Bilder, die man auf dem Smartphone von Kevin Paal sieht, lassen den Schrecken vergessen, der außerhalb dieser Fotos toben mag. Es sind Bilder aus der Ukraine, genauer aus einem Kinderheim in Olexandrija. Es sind die Kinder, die hier mit Paketen und Geschenken aus Deutschland überrascht wurden, die Ziel der Hilfsaktion aus dem Zollernalbkreis waren. Die JuSos Zollernalb halfen nämlich bei einer großangelegten Hilfsaktion mit. Und aus Kevin Paal sprudelte es förmlich schon im November des Vorjahres heraus, als er über die Aktion berichtete. „In der Gesellschaft passiert mir da zu wenig“, sagte er mit Blick auf den Ukraine-Krieg und der Hilfe für die Zivilbevölkerung vor Ort.

 

Viele Spenden haben die Helfer eingesammelt – 32 Pakete kamen zusammen

Das wollte er ändern und hat deshalb gemeinsam mit den JuSos aus Reutlingen, Tübingen und Esslingen die Hilfe angeschoben. 32 Pakete waren es in Summe, die aus der Region in die Ukraine gingen. „Ich bin sehr zufrieden, wie es gelaufen ist“, freut sich Kevin Paal jetzt im neuen Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe sogar weitere Pakete und Hilfsmittel erhalten – etwa aus einem Balinger Pflegeheim gab es einen Rollstuhl und drei Rollatoren. „Das ging dann ins Krankenhaus nach Dnipro“, weiß Paal. Die Zahl der Pakete würde zwar nach wenig klingen, doch beim Transport nach Ludwigsburg – dort startete die Tour nach Osteuropa – wären Auto samt Anhänger komplett voll gewesen. „Wir haben gerade so alles unter bekommen“, blickt der Zollernalb-JuSo-Chef zurück auf den Dezember des Vorjahres.

Eigentlich wollte Paal selbst mitfahren in die Ukraine, doch kurzfristig hätte es nicht geklappt, sagt er. Seine JuSo-Kollegin Ramona Fuchs, die auch im Landesvorstand agiert, sei mitgefahren – und sie hat den daheimgebliebenen Paal freilich mit reichlich Bildern versorgt. „Die Kinder haben sich riesig gefreut, manche Sachen sind sogar als Geschenke verpackt worden“, erzählt Paal. Die Palette der Inhalte waren breit gestreut – von Spielsachen über Lebensmittel bis hin zu Klamotten sei alles dabei gewesen. In Summe hätte man zudem noch 300 Euro an Geldspenden eingesammelt, die ebenfalls ans Kinderheim gingen.

Die Tour der JuSo-Truppe dauerte eine gute Woche lang, führte zunächst von Ludwigsburg bis Kiew, dann weiter über Olexandrija bis Dnipro. Ganz sicher, wie die Route verlaufe, könne man sich nie sein. Denn, nach wie vor ist die Ukraine ein Kriegsgebiet und die Lage höchst volatil: „Alles wird situationsabhängig gemacht, weil es immer mit einer gewissen Gefahr verbunden ist“, so Paal. Insgesamt sei er über die gelungene Aktion froh, eben weil es auch zeige, dass „zivilgesellschaftliches Engagement nicht so schwer ist“. Aber der Prozess bis zur Auslieferung in die Ukraine sei schon lang gewesen, ging mit dem ersten Kontakt zu Philipp Arndt vom Verein „Save Ukraine“ in Stuttgart im August los, zog sich über den Oktober und eben dann bis zum 15. Dezember, als die Spenden fertig gesammelt waren.

Eine Wiederholung ist bisher nicht in Planung. Kevin Paal hat aber schon ein anderes Projekt im Köcher – wenngleich das noch, wie er selbst sagt, „in den Kinderschuhen steckt“, was in Anbetracht des noch jungen Jahres nicht wirklich verwundert.

Austausch mit Moldawien ist jetzt angedacht – SPD will Kontakte knüpfen

Im EU-Parlament in Straßburg habe er einen Kollegen aus Moldawien kennengelernt. Da das Land EU-Beitrittskandidat ist, schwebt Paal nun ein Austausch politischer Natur vor zwischen der SPD und der pro-europäischen Partei PAS (Partei der Aktion und Solidarität).

Doch bis dieses Projekt auf den Beinen steht, wird es noch etwas dauern. Bis dahin ist ohnehin die Landtagswahl am 8. März das größere Thema. Die JuSos Zollernalb werden natürlich auch im Wahlkampf für die SPD aktiv sein. Was genau auf der Zollernalb geplant ist, das will Kevin Paal noch nicht verraten. Klar sei aber, dass „mit Sicherheit etwas angedacht ist“. Und weiter: „Auf uns JuSos trifft man auch im Wahlkampf.“ Auftakt der Jungsozialen sei im Übrigen jetzt am Wochenende in Münsingen und Reutlingen. Und freilich wird bis zum 8. März auch im Zollernalbkreis mächtig Wahlkampf gemacht.