Bürger, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, können sich bei der Terminvergabe Unterstützung holen. Foto: Murat

Städte und Gemeinden erfreifen Initiative. Neues Hilfsangebot. Keine bevorzugte Vergabe.

In einem Schreiben informiert die Stadtverwaltung Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, über das aktuelle Hilfsangebot für Senioren. Die Anmeldung zu einer Corona-Impfung soll künftig leichter und auch ohne Internet möglich sein.

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Rottweil - Die Stadt möchte den Anmeldevorgang zur Corona-Impfung für über 80 Jährige künftig erleichtern. Insbesondere für ältere Bürger, die keinen Internetzugang haben und auf sich alleine gestellt sind, sei die bisherige Anmeldepraxis schwierig und untauglich, betont Oberbürgermeister Ralf Broß bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Ratssaal des Alten Rathauses.

Der OB informierte zusammen mit Bürgermeister Christian Ruf und seiner persönlichen Referentin Miriam Krumhard über das Hilfsangebot für Senioren.

Städte und Gemeinden erfreifen Initiative

Nachdem das Landratsamt bereits mitgeteilt hatte, dass es keine weiteren Hilfsmöglichkeiten anbieten könne, um die Anmeldung zu erleichtern, haben sich die Städte und Gemeinden bereit erklärt, Eigeninitiative zu ergreifen und Senioren bei der Anmeldung zu unterstützen, erklärt Broß. In einem Schreiben des Oberbürgermeisters an insgesamt 1810 Bürger der Stadt Rottweil wird über das Hilfsangebot informiert. Das Schreiben richtet sich an Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, also der höchsten Prioritätsstufe angehören und damit Anspruch auf eine Schutzimpfung haben.

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Diese Personen können sich – sofern sie nicht die Möglichkeit haben, im Internet unter www.116117.de oder unter www.impfterminservice.de einen Terminwunsch anzumelden – bei der Terminvereinbarung von der Stadt Unterstützung holen. Eine weitere Prämisse dabei sei, dass Verwandte und Bekannte bei der Anmeldung nicht helfend zur Seite stehen können.

Katholische und evangelische Kirche sowie Seniorenrat bieten ihre Unterstützung an

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können sich Menschen, die das 80. Lebensjahr erreicht haben, zu den Sprechzeiten der Stadtverwaltung über die Telefonhotline 0741/ 49 42 79 von den Ansprechpartnern der Initiative "Rottweil hilft" Unterstützung bei dem Anmeldevorgang zur Corona-Impfung holen.

Kirche bietet Unterstützung an

In einem mehrstufigen Verfahren soll die Terminvergabe erfolgen, erläutert Broß. In der zentralen Telefonstelle der Stabstelle für bürgerschaftliches Engagement unter der Organisation von Miriam Krumhard, werden die Belange bezüglich des Anmeldevorgangs entgegengenommen, erklärt Broß.

Um die Anmeldung zu erleichtern, haben auch die evangelische und katholische Kirche ihre Unterstützung angeboten. Darüber ist der OB sehr dankbar. So werden sich auch Ansprechpartner der Kirchen um die Belange der Senioren kümmern. Zudem werden Ehrenamtliche des Seniorenrats Rottweil als Ansprechpartner mithelfen, so der OB.

Um die Anmeldepraxis für Senioren einfacher zu gestalten, werden sich viele Personen aus den genannten Organisation beteiligen – wie viele aktive Helfer es letztlich sein werden, hänge von der Anzahl an Personen ab, die sich tatsächlich impfen lassen wollen, erklärt Broß.

Keine bevorzugte Vergabe eines Impftermins

Die Inanspruchnahme dieses Services sei mit keiner bevorzugten Vergabe eines Impftermins verbunden, und die ehrenamtlichen Helfer dürften und könnten auch keine medizinischen Auskünfte geben – das Hilfsangebot solle ausschließlich den Anmeldevorgang von Senioren zur Impfung erleichtern und möglich machen.

Bürgermeister Christian Ruf erinnert daran, dass Bürger mit entsprechender Priorität ab dem 22. Januar im Kreisimpfzentrum in der Stadthalle geimpft werden können und die Anzahl an zu impfenden Personen davon abhänge, wie viel Impfstoff zur Verfügung stehe. Erst ab dem 19. Januar ist eine Anmeldung zur Impfung über die landesweite Telefonnummer 116117 sowie über das Internet möglich. Neu hinzu komme nun eben das Hilfsangebot für über 80-Jährige bei der Terminvereinbarung.

"Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot gemeinsam dazu beitragen können, die Pandemie zu bekämpfen, so dass schnellstmöglich wieder Normalität zurückkehren kann", heißt es in dem Schreiben, das am Donnerstag und Freitag verschickt wurde.

Natürlich stehe es jedem frei, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, jedoch wünsche sich der OB, dass die Möglichkeit zur Impfung wahrgenommen wird.

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