Klaus Bender vom Verein „Nepal-Inzlingen, Hilfe für Kinder“ ist nach einer siebenwöchigen Reise zurück im Waieland. Er bringt neue Ideen für Hilfsprojekte mit.
In Nepal wollte Bender nicht nur nach den zahlreichen vom Verein initiierten Hilfsprojekten sehen und Freunde besuchen, sondern auch eine Trekkingtour machen. Und diese war, wie der promovierte Biologe im Ruhestand berichtet, „unfassbar eindrücklich“.
Sonst gerne im „Tandem“ mit seiner Frau Annette und/oder weiteren Mitstreitern regelmäßig in Nepal zu Besuch, hatte Klaus Bender für diese Tour alleine seinen Koffer gepackt. „Annette brauchte mal eine Pause“, lacht er.
Zunächst führte ihn der Weg per Flugzeug nach Kathmandu. Bender besuchte unter anderem das von einer deutschen Patin über Jahre geförderte Mädchen Shristi. Sie hat inzwischen die Schule abgeschlossen und besucht derzeit einen deutschen Sprachkurs. „Über die Jahre zu sehen, wie sich die Patenkinder entwickeln, kann kaum in Worte gefasst werden“, berichtet Bender von seinen Eindrücken. Dank der Unterstützung ihrer hiesigen Paten „können die Kinder zu selbstständigen Erwachsenen werden, ihr Leben selber bestimmen, und die ganze Familie kann gegebenenfalls auch aus dem Kreislauf der Bedürftigkeit herauskommen“.
Oft fehlt es am Nötigsten
Denn genau darum geht es dem Inzlinger Verein: Projekte anstoßen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und nachhaltig sicherzustellen, dass der ewige Armutskreislauf – zumindest im Kleinen – durchbrochen werden kann. Denn allzu oft fehlt es den Menschen in den teils sehr abgelegenen Regionen des Himalaya-Staates am Allernötigsten.
Wie sehr hat Klaus Bender sich daher gefreut, als er während seiner siebenwöchigen Reise unter anderem das „Hannah Day Care Center“, einen Kleinkinderhort, besuchte. Mehr als 20 Kleinkinder werden dort aktuell Moment betreut. Der Kinderhort läuft seit bereits seit mehr als dank Jahren, dank kontinuierlich fließender Spenden, die der Verein „Nepal-Inzlingen, Hilfe für Kinder“ erfolgreich einwirbt. Gerade bei dieser Einrichtung könne man zu Recht von Nachhaltigkeit sprechen, betont Bender.
Verein bittet stets um Spenden
Im nepalesischen Distrikt Nuwakot hat Bender danach gemeinsam mit dem treuen Unterstützer Tendi das Tamang-Dorf Nigale besucht. Der Ort war bei einem Erdbeben im Jahr 2015 stark geschädigt worden. „Erfreulicherweise geht es der Bevölkerung recht gut. Das Schulgebäude ist allerdings in einem bedauerlichen Zustand und ist absolut nicht kindgerecht“, schildert Bender seine Eindrücke. Die Klassenräume seien „trostlos“, es gebe nur wenige Tische und Bänke. Außerdem mangele es an Schulmaterialien. Hier sei Unterstützung dringend erforderlich. Spenden für die Schule in Nigale nehme der Verein sehr gerne entgegen.
Ein ganz großes Hallo erlebte Klaus Bender dann im Dorf Siddhalek im Distrikt Dhading, als er gemeinsam mit Vertretern der befreundeten nepalesischen NGO „ICDC“ die neue „Malikaschule“ besuchte. Den Schulbau habe die Reiner Meutsch Stiftung (fly & help) finanziert.
Der Empfang dort sei „einfach gigantisch“ gewesen, wie Bender auch mit Fotos belegt. Er lebte ein paar Tage in Schulnähe und schaute, wie die Familien zurechtkommen. Denn sehr oft leben die Familienväter im Ausland, und die Frauen schauen, wie sie mit Landwirtschaft über die Runden kommen.
Lebensqualität steigern
Wie könnte die Lebensqualität der Dorfbewohner verbessert werden? Erste Ideen beinhalten die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion für den Eigenbedarf und für eine Vermarktung auf dem lokalen Markt sowie das Erlernen von Techniken für die Herstellung von traditionellen Kleidungsstücken. „Solche Initiativen könnten besonders die Frauen und deren Kinder unterstützen“, berichtet Klaus Bender und schiebt ein „Schauen wir“ nach. Im weiteren Verlauf seiner Reise erreichte er mit Unterstützung von „ICDC“ schließlich ein weit abgelegenes Dorf, dessen Bewohner der ethnischen Gruppe der Chepang angehören. Alleine die Fahrt dorthin sei eine echte Herausforderung gewesen, berichtet Bender. Der Geländewagen der „ICDC“-Helfer habe sich unglaublich steile Pisten hinaufquälen müssen, „und mein Moped kreischte im ersten Gang“. Hier richtete Bender sich in einem kleinen Lehmhäuschen ein.
Hilfe von der „ICDC“
Die Projekte, die ihn in dieses Dorf trieben, sind eine kleine neue Schule (Bumistanschule, ebenfalls finanziert von der Reiner Meutsch Stiftung) und ein Wasserpumpsystem. Denn das größte Problem dort oben auf dem Berg ist das Trinkwasser, welches in Zukunft hinaufgepumpt werden soll.
Unglaublich viele Betätigungsfelder
Für den Inzlinger Hilfeverein tue sich hier ein umfassendes Betätigungsfeld auf, sagt der Vorsitzende. „Ich denke an einen Medical Survey und eine Hygieneschulung nach Etablierung des neuen Wasserversorgungssytems und dann nach etwa einem Jahr eine Wiederholung dieser Aktionen“, blickt Bender in die Zukunft und fügt erneut ein optimistisches „Schauen wir“ an.
Auch ein Abenteuer muss sein
Doch auch das Vergnügen (inklusive Anstrengung) und das Abenteuer sollten nicht zu kurz kommen. Denn ganz zu Beginn der sich über Oktober und November erstreckenden Nepal-Reise hatte der Inzlinger mit zwei Freunden eine Trekkingtour im Dolpo-Gebiet nahe der Grenze zu China unternommen. Dabei musste das Trio zwei jeweils mehr als 5000 Meter hohe Pässe überwinden.
Kontakt & Konto
Nepal-Inzlingen, Hilfe für Kinder e.V.
wurde im Jahr 2013 von den Inzlinger Familien Bender und Moenius gegründet.
Spendenkonto:
Verein Nepal-Inzlingen, Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, IBAN: DE34 6835 0048 0001 0867 43, BIC: SKLODE66XXX.
Kontakt:
klabender@aol.com, www.nepalinzlingen.org.