Der Rottweiler Frank Sondern hat auf Jamaika ein besonderes Projekt ins Leben gerufen. Foto: Sondern

Der Rottweiler Frank Sondern hat auf Jamaika ein Recycling-Projekt ins Leben gerufen, sammelt aber auch Spenden für die Opfer des Hurrikans.

Weiße Sandstrände, Palmen und grünblaues Meer – Jamaika gilt als kleines Paradies in der Karibik und lockt Jahr für Jahr gut fünf Millionen Menschen auf die Trauminsel, die gerade mal 2,8 Millionen Einheimische zählt.

 

Seit 21 Jahren lebt auch Frank Sondern aus Rottweil hier. Der 54-Jährige, der in Rottweil aufgewachsen ist und am Albertus-Magnus-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, ist Regionalleiter einer Hotelkette, die auf der Insel sieben Standorte hat. Ein Traum? „Jedes Land hat Vor- und Nachteile, neben netten Menschen hat man hier aber auch jeden Morgen Sonnenschein. Man muss auf vieles hier verzichten, aber man hat jeden Morgen Sonnenschein“, sagt er im Gespräch, zeigt aber auch die Kehrseite der Karibik auf: Hurrikans.

Gründung von „Smilozone Cares“

Erst Ende Oktober fegte ein kräftiger Hurrikan über das Paradies und hinterließ massive Zerstörungen. Die Menschen sind dort teils ohne Unterkunft und derzeit auch ohne Arbeit, da die meisten Hotels aufgrund der Auswirkungen des Sturms noch geschlossen haben. Erst nach und nach öffnen sie wieder. „Die Not ist groß“, teilt Frank Sondern mit, der spontan eine Spendenaktion über „gofundme“ ins Leben gerufen hat. 6300 Dollar sind dort bislang eingegangen. Doch Sondern freut sich, wenn es noch weitere Unterstützung gibt.

Aber nicht erst seit dem Wirbelsturm setzt sich Sondern für „seine“ Insel ein, sondern bereits vor acht Jahren hat er nebenbei und mit anderen begonnen, ein Müllrecycling aufzubauen. „Es hat mich genervt, da es eine schlechte Müllentsorgung gab und keinerlei Recycling. Alles landet auf der Deponie auf der Insel. Das geht nicht ewig gut“, berichtet er. Er rief die NGO Smilozone Cares ins Leben.

Größter Glas-Recycler der Insel

In Jamaika ist die Praxis des Recyclings nicht weit verbreitet, Tausende von Tonnen wiederverwertbarer Materialien liegen auch aufgrund der vielen Touristen – die Hotels verursachen einen Großteil des Plastikmülls – auf den ohnehin schon begrenzten Deponieflächen. Eine von der Development Bank of Jamaica im Jahr 2022 durchgeführte Studie zur Charakterisierung von Abfällen ergab, dass in Jamaika jährlich etwa 52 000 Tonnen Glasabfälle und 248 000 Tonnen Kunststoffabfälle anfallen.

Das Kunststoffrecycling wurde in den letzten Jahren gefördert, bleibt aber eine bestehende Herausforderung. Glas stellt ein dringendes Umweltproblem dar, da es sich nur langsam zersetzt und wertvollen Platz auf den Mülldeponien beansprucht. Und genau hier hat Frank Sondern, der für das Projekt eine Kooperationsvereinbarung mit TUI (TUI Care Foundation) hat, mit seinem Non-Profit-Unternehmen angesetzt. Mittlerweile hat er 15 Lastwagen und 55 Mitarbeiter und ist der größte Glas-Recycler der Insel.

Sieben Millionen Kilo Müll sammeln

Mit dem Programm „Destination Zero Waste“ engagieren sich die TUI Care Foundation und die lokale NGO Smilozone Cares für den Aufbau einer funktionierenden Abfallinfrastruktur in Montego Bay und anderen Teilen der Insel. Gemeinsam mit touristischen Betrieben entsteht ein Sammelnetzwerk für Plastik- und Glasabfälle. Herzstück der Initiative ist ein neues Upcycling-Zentrum, in dem junge Menschen lernen, Abfälle in verwertbare Produkte umzuwandeln. Besucher können das Zentrum im Rahmen von geführten Touren und interaktiven Formaten wie Schnitzeljagden erleben. Ergänzend dazu fördern Workshops und Umweltclubs an Schulen das Verständnis für nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Ziel ist, dass im Rahmen des Programms rund sieben Millionen Kilo Plastik- und Glasabfälle gesammelt werden.

Aber es gibt auch schon weitere Pläne. „Demnächst soll auch der organische Müll gesammelt, und zu Kompost und Dünger verarbeitet werden. Da arbeiten wir bereits mit zwei Firmen zusammen“, sagt Frank Sondern.

Spenden für den Hausbau

Doch jetzt geht es zunächst erst mal um den Wiederaufbau. Die 6300 Dollar, die bereits gesammelt wurden, werden in Holz und Baumaterialien investiert, dass die Menschen ihre Häuser wieder aufbauen können. „Und dann ist es wichtig, dass die Hotels wieder öffnen, damit wieder Geld fließt“, sagt er. Sein großes Ziel ist mit der NGO Smilozone Cares die Ozonschicht wieder zum Lächeln zu bringen, sagt er und lässt Rottweil aus der Karibik schön grüßen.

Wer das Projekt von Frank Sondern zu Gunsten der Sturmopfer unterstützen möchte, der kann dies unter „Hope for Jamaica’s Heroes – The Smilozone Cares Family“ unter https://gofund.me/685a71e8c tun.