Ein alter Einsatzwagen der Schiltacher Feuerwehr hat eine neue Aufgabe: Als mobiles DNA-Labor soll er in der Ukraine helfen, gefallene Soldaten zu identifizieren.
Kürzlich machte sich der ehemalige Einsatzwagen der Schiltacher Feuerwehr auf eine lange Reise.
Da die Feuerwehr ein neues Fahrzeug erhalten hatte, entschied der Gemeinderat, den in die Jahre gekommenen VW-Bus für einen guten Zweck zu spenden: Er wird künftig als mobiles Labor in der Ukraine eingesetzt. Dort können Gerichtsmediziner dann vor Ort DNA-Analysen durchführen und so die Identität gefallener Soldaten und getöteter Zivilisten schneller bestimmen.
Dankbare Abnehmer aus der Ukraine
Zwei Vertreter der Organisation Molfar reisten aus der Ukraine an, um das Fahrzeug in Empfang zu nehmen. Vor der circa 1800 Kilometer langen Rückfahrt erhielten sie noch eine persönliche Einweisung durch den Feuerwehrkommandanten Markus Fehrenbacher. Dabei staunten sie über den sehr guten Zustand des Fahrzeugs und zeigten sich äußerst dankbar.
Vor der Übergabe nutzte der Verein Soziales Netzwerk Schiltach/Schenkenzell die Gelegenheit, das Fahrzeug mit Hilfsgütern zu beladen, darunter gebrauchte Herrenkleidung aus dem Kreisel, hochkalorische Lebensmittel, Erkältungsmedikamente und andere Medizinprodukte.
Finanziert wurde der Hilfstransport durch Spenden und dem Erlös aus einem Benefizkonzert zugunsten der Ukraine Anfang November in Schiltach. Zuvor hatte der Verein von dem ukrainischen Arzt Igor Fedzhaga, der den Kontakt zu Molfar vermittelt hatte, eine Bedarfsliste erhalten. So konnte sichergestellt werden, dass nur das gesendet wird, was auch wirklich gebraucht wird.
Molfar ist eine Nichtregierungsorganisation, die überwiegend medizinische Einrichtungen und Soldaten an der Front mit Hilfsgütern versorgt. Sie kümmern sich außerdem um Veteranen, Kriegsheimkehrer und deren Familien. Volodymyr Maievskyi war Gründungsmitglied und einer der Fahrer. In eindrücklichen Worten schilderte er die Situation in seinem Heimatland.
Sein ältester Sohn ist im März 2022 an der Ostfront nahe Mariupol gefallen, den Leichnam habe er erst Monate später im Rahmen eines Gefangenenaustausches zurückerhalten. Er sei froh, dass seine Familie dadurch Abschied nehmen konnte. Die Ungewissheit sei das Schlimmste gewesen. Daher sei es so besonders wichtig, die vielen Toten baldmöglichst zu identifizieren, um den Angehörigen Gewissheit zu geben und ihnen einen würdigen Abschied zu ermöglichen.
Klare Worte zu Russland-Sanktionen
Vor diesem Hintergrund zeigten beide Fahrer kein Verständnis für Forderungen aus bestimmten politischen Kreisen, die Sanktionen gegen Russland zurückzufahren und die Wirtschaftsbeziehungen wieder aufzunehmen, um günstige Rohstoffe zu erhalten.
Das ukrainische Volk wünsche sich nichts sehnlicher als Frieden. Es müsse jedoch ein gerechter Frieden in Freiheit sein, darüber waren sich beide einig.