Ein weiterer Hilfstransport soll von Tuningen in die Ukraine gebracht werden. Diana Kravchuk und Viacheslav Taresov sprechen über ihre Motivation für das Projekt.
Während der Krieg in ihrer Heimat weitergeht, organisieren Diana Kravchuk und Viacheslav Taresov gemeinsam mit Christine Ritzi, der Integrationsbeauftragten aus Tuningen, die nächste Hilfslieferung in die Ukraine.
Sie sammeln gezielt Hilfsgüter für Menschen im Kriegsgebiet und bringen diese teilweise persönlich in die Ukraine. Im Juni planen sie bereits die 14. Hilfslieferung. Ein 40-Tonner soll in die Ukraine gebracht werden, um Menschen in schwierigen Lebenslagen Hoffnung zu geben.
In den nächsten zwei Wochen finden fünf Abgabetermine statt, Start ist am Freitag, 15. Mai. Die anderen Termine sind der 16. Mai, der 21. Mai, der 22. Mai sowie der 23. Mai. An diesen Tagen können Interessierte jeweils von 16 bis 19 Uhr in der Butschhofsstraße 5 in Tuningen Spenden abgeben. Kravchuk erklärt mithilfe der Gemeindedolmetscherin Lydia Obergfell, dass es durchaus auch sein kann, dass es noch zusätzliche Termine geben werde. Auch abseits von den Abgabeterminen kann gespendet werden. Taresov verrät, dass er nach Abstimmung zum Teil auch persönlich vorbeikommt und die Güter abholt. Gesucht werden vor allem dringend benötigte Hilfsgüter. Besonders gefragt seien jedoch Windeln, Hygieneartikel und Stromerzeuger, erläutert Kravchuk. Doch auch Werkzeug werde benötigt, da viele Betroffene nicht die materiellen Möglichkeiten hätten, um ihre zum Teil zerstörten Wohnungen wieder bewohnbar zu machen. Finanzielle Unterstützung sei auch erwünscht durch die immer teurer werdenden Transportkosten.
Seit der letzten Ladung Ende vergangenen Jahres kamen laut Kravchuk vermehrt Menschen auf sie und Ritzi zu, um bereits im Voraus Spenden abzugeben. In der Ukraine gebe es in jeder Stadt extra Anlaufstellen, die dabei helfen, Leute ausfindig zu machen, die Unterstützung benötigen. Besonders Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen oder ihrer finanziellen Lage das Kriegsgebiet nicht verlassen können, werden hierbei unterstützt. Die Rente für Behinderte sei so gering, dass diese Personen ohne Unterstützung aus anderen Ländern nur wenige Tage davon leben könnten, erklärt Kravchuk.
Eigene schwere Vergangenheit
Die Motivation dahinter sei einer eigenen tragischen Geschichte geschuldet. Die gebürtige Ukrainerin war wegen einer schweren Krankheit selbst drei Jahre lang an das Bett gefesselt und konnte ohne fremde Hilfe nicht überleben. Ihr Mann unterstützte sie in dieser Zeit rund um die Uhr, was jedoch zur Folge hatte, dass er ebenfalls nicht arbeiten gehen konnte. Von dem Geld, das sie besaßen, mussten sie schwere Entscheidungen treffen. Beispielsweise ob sie es für ein halbes Brot oder eine Windel ausgeben konnten. Durch diese Erfahrungen haben die beiden Verständnis und wissen, wie es sich anfühlt, in so einer Lage zu stecken, weswegen sie anderen helfen wollen.
Jede Spende hilft
Kravchuk und ihr Ehemann wollen zeigen, dass Menschen unabhängig von ihrer Situation nicht vergessen werden. Sie sind dankbar, dass sie diesen helfen können und ihnen zumindest ein wenig Hoffnung geben können. Ein besonderer Dank gelte dabei Ritzi, die das Projekt unterstütze und den beiden immer wieder Kraft gebe. Doch auch den Spendern gehöre ein großes Dankeschön ausgesprochen. Schon kleine Spenden könnten im Alltag vieler Betroffener einen Unterschied machen.
Hilfslieferungen Ukraine
Abgabetermine der Hilfsgüter sind jeweils von 16 bis 19 Uhr am Freitag, 15. Mai, Samstag, 16. Mai, Donnerstag, 21. Mai, Freitag, 22. Mai sowie Samstag, 23. Mai. Auch Abholungen zuhause sowie alternative Abgabetermine sind möglich. Hierfür ist eine Kontaktaufnahme unter 0171/5215893 erforderlich. Weitere Informationen gibt es bei Christine Ritzi unter der E-Mail Adresse integrationsbeauftragte@tuningen.de. Geldspenden können auf das Spendenkonto des AK ASYL bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar (IBAN DE 06 6945 0065 0001 3025 20, BIC SOLADES1VSS) mit dem Verwendungszweck „Hilfslieferung Ukraine“ überwiesen werden.