Erfreuliche Nachrichten kommen aus Ugwaku in Nigeria, dem Standort des Schulprojektes, das der Gemeinnützige Verein "Kinderhilfe Ugwaku" aus Nagold organisiert und finanziert. Nach zwei Monaten Bau- und Installationszeit wird nun der gesamte Campus mit Strom versorgt.
Nagold/Ukwaku - "Eine Sensation" – so der Vorsitzende des Vereins Hans Wycisk. In der Region Ugwaku gibt es bisher nämlich keinerlei staatliche Bestrebungen, die abgelegene Gegend mit Strom zu versorgen. Aber die Energie wurde notwendig, um die drei Schulgebäude, die Schlafhäuser, die Mensa und das Verwaltungsgebäude mit Strom zu versorgen. Die Energie kam bis dato über drei umweltschädliche Diesel-Aggregate, die mit teurem Diesel betrieben wurden. Also ergriff der in Hochdorf bei Nagold beheimatete Verein die Eigeninitiative und beschaffte eine große Photovoltaikanlage, die nun sämtliche vorhandenen Gebäude "bedient".
Kurios dabei ist, dass die Materialien aus dem bayrischen Erolzheim kommen. Warum das? Über mehrere Monate bemühte sich der Verein eine Solaranlage direkt in Nigeria zu besorgen. Es kamen drei Angebote, aber alle waren aus "technischer" Sicht nicht akzeptabel, da die Komponenten zum großen Teil aus Indien kommen sollten und nach Auskunft der Emminger Solarfirma Weinbender "veraltet" und sehr "anfällig" seien.
Spendable Unternehmen
Also ging man auf Suche in Deutschland und wurde in Erolzheim fündig. Das Unternehmen Raach hat nicht nur Erfahrung mit dem Bau solcher Anlagen in Afrika, sondern lieferte auch technisch aktuelle Materialien. Ganz prima war dann die Nachricht, dass die Anlage gleichviel kostet, als die indischen Teile. Lediglich der Transport von Deutschland – per Schiff – ins ferne Nigeria wurde noch fällig. Aber hier halfen spendable Nagolder Unternehmen, so dass die Anlage bezahlt ist. Den Großteil finanzierten allerdings Mitarbeiter von Daimler, wo über die Institution "Prozente" das Geld zusammenkam. Somit ist die erste Aktion verwirklicht.
Da derzeit eine aus zwei Gebäuden bestehende Berufsschule gebaut wird, soll auch dort eine umweltbewusste Energie verwendet werden. Dazu benötigt der Verein neues Spender-Geld. Ein Teil davon könnte beim Afrika-Tag am Samstag, 2. Juli in der Wachsenden Kirche in Nagold zusammenkommen. Schon heute lädt der Verein dazu ein.