Nach einem schweren Unfall kämpft sich ein Ihlinger zurück ins Leben. Mit einem Tower Run hilft er, Sportangebote für Kinder zu machen.
„Ich bin immer noch ganz erstaunt, dass ich überhaupt laufen kann“, erklärt Matthias Klüh.
Im Oktober 2018 hatte er einen schweren Autounfall bei Nagold. „Schädelhirntrauma, Milzriss, Beckenfraktur“ habe man ihm in der Crona-Klinik in Tübingen dann erzählt. Er selber könne sich an das Geschehen gar nicht mehr erinnern.
Leichtathletik beim ASV Horb
Laut dem Feuerwehrbericht hätten ihn die Rettungskräfte aus dem Wagen schneiden müssen, ein Helikopter flog Klüh dann in die Klinik.
„Ich bin lange Zeit in der Leichtathletik beim ASV Horb aktiv gewesen“, sagt der Ihlinger. Als Mittelstreckenläufer sei er häufig am Start gewesen und vor allem in den 90ern an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen.
Dann der Unfall. Vier Monate Krankenhaus, Operationen. Seither halten Schrauben an den Bruchstellen seinen Körper zusammen.
147 Höhenmeter geschafft
„Anfangs dachte ich, ich komme schon nach acht Monaten nach Hause“, erläutert der Postangestellte. Doch die Rehabilitation gestaltete sich schwieriger als anfangs eingeschätzt, gut eineinhalb Jahre werden die verschiedenen Wiedereingliederungsmaßnahmen dauern.
Doch Kühl gibt nicht auf. „Ich war fast die ganze Zeit mit Reha beschäftigt“, blickt er zurück. Doch der Kampf zurück ins Leben hat sich gelohnt. „Zu meinem 25. Dienstjubiläum habe ich am Deutsche Post Tower Run teilgenommen“, erklärt er. Das sind 41 Etagen und 147 Höhenmeter, die es in dem großen Gebäude in Bonn zu erklimmen gilt.
Geld an „Bewegt euch“
Die 828 Stufen habe er in elf Minuten und zwölf Sekunden geschafft. Und für jede Stufe einen Betrag an den Verein „Bewegt euch“ der Tübinger Notärztin Lisa Federle gespendet.
Damit unterstützt er die sportliche Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern, behinderten jungen Menschen oder Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Lauf in Tübingen
Knapp sechs Jahre nach dem Unfall geht es Klüh gesundheitlich wieder besser. „Ich habe auch wieder beim Tübinger Stadtlauf teilgenommen“, erzählt er von seinem letzten sportlichen Großevent.
Auch wenn die Folgen des Unfalls immer noch spürbar sind. So arbeitet er nur noch Teilzeit, da die Postzustellung sonst für ihn zu anstrengend wäre.
Aber er freut sich, dass er mit seinem Spendenlauf dazu beitragen kann, Sportangebote für junge Menschen zu schaffen.