Verkaufsoffene Sonntage, Werbeflächen, Logo und Veranstaltungen werden modernisiert, um den HGV Geislingen zukunftsfähig zu machen.
Erst ist noch nicht mal ein halbes Jahr ist vergangen, seit der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Geislingen nur knapp einer Auflösung entgangen ist. Nach langer, vergeblicher Suche nach einer neuen Führung entschloss sich schließlich Hans Leopold, das Amt des Vorsitzenden von Peter Schlecht zu übernehmen, um den Verein in eine stabile Zukunft zu führen. Rund um Leopold hat sich mit Sarah Bühler als stellvertretender Vorsitzenden ein engagiertes Vorstandsteam formiert, das mit frischen Ideen und großer Tatkraft daran arbeitet, den HGV zu einem starken Netzwerk aus Unternehmern, Selbstständigen und engagierten Bürgern weiterzuentwickeln. Der Verein versteht sich dabei als „Impulsgeber, Ideenschmiede und Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Stadtverwaltung.“
Neues Erscheinungsbild
Die ersten Ergebnisse der Neuausrichtung hat der HGV am Dienstagabend in der „Harmonie“ vorgestellt. Zunächst soll der Verein auch optisch zeitgemäßer auftreten. Das Team um Elke Preuhs – allen voran Designer Karl Fischer – hat ein neues Logo entwickelt, das die Rot-Töne der Wappen von Geislingen, Binsdorf und Erlaheim aufgreift. Zudem lässt der HGV neue Ortseingangsschilder anfertigen, auf denen sich die Mitgliedsbetriebe präsentieren können. Die dafür vorgesehenen Schwarz-Weiß-Logos werden mit roten Gestaltungselementen ergänzt.
Ein neuer Internetauftritt des Vereins, befinde sich derzeit im Aufbau.
Verkaufsoffene Sonntage
Die verkaufsoffenen Sonntage des HGV waren einst das Zugpferd des Vereins. In den vergangenen Jahren jedoch nahm die Resonanz spürbar ab – auch, weil mehrere Geschäfte entlang der Hauptstraße geschlossen haben und sich immer weniger Händler beteiligten. In der bisherigen Form wird es den verkaufsoffenen Sonntag daher nicht mehr geben, stellte Sarah Bühler klar.Stattdessen plant der HGV am 22. März, parallel zum Mittelaltermarkt, auf dem Gelände von Kleider Müller und HD Shoes einen eigenen HGV-Markt, auf dem sich die Händler an Ständen präsentieren können. Begleitend dazu soll ein familienfreundliches Rahmenprogramm stattfinden – mit Bewirtung, Angeboten für Kinder und Unterhaltung. Denkbar sei zudem, weitere Vereine mit ins Boot zu holen.
Schaufensteraktionen
Durch die zahlreichen Geschäftsaufgaben der vergangenen Jahre stehen entlang der Ortsdurchfahrt mehrere Schaufenster leer – ein Anblick, der nach Ansicht von Leopold kein schönes Bild abgibt. Seine Vorstellung ist es, der Tristesse mit Kunst entgegenzuwirken und steht daher bereits mit den Geislinger Hobbykünstlern in Kontakt. Ein Schaufenster – das des ehemaligen Mag’s Storehouse – ist bereits dekoriert.
Kundenkarte
Geplant ist zudem die Einführung einer Kundenkarte für HGV-Geschäfte, mit der Kundinnen und Kunden in den teilnehmenden Betrieben Rabatte erhalten können. Bereits zehn Firmen haben signalisiert, dass sie sich beteiligen möchten. Zwar steht dieses Projekt derzeit noch etwas im Hintergrund, doch soll es im Frühjahr weiter konkretisiert werden.
Gewerbegebiete
Auch die Gewerbegebiete in Binsdorf und Geislingen sollen wieder stärker in den Fokus rücken. Denkbar sind dabei Großveranstaltungen und Leistungsschauen, die im jährlichen Wechsel zwischen beiden Standorten stattfinden könnten. Ein besonderes Augenmerk legte Leopold auf das Gewerbegebiet Weiherle, dessen Entwicklung seiner Ansicht nach seit Jahren stagniert, während sich in Binsdorf teilweise große Firmen niedergelassen haben. Leopold betonte die Wichtigkeit von Arbeitsplätzen vor Ort – sowohl für die Menschen, als auch die wirtschaftliche Entwicklung Geislingens.
Bürgermeister Oliver Schmid erklärte sich: Das „Weiherle“ sei von FFH-, Vogel- und Naturschutzgebieten umgeben. Naturschutzrechtlich sei es nahezu unmöglich das Gebiet zu erweitern. Einzelne unbebaute Grundstücke seien in privater Hand, ein städtisches sei eine Option für den Neubau des Feuerwehrhauses. Doch Leopold kündigte an: „Hindernisse sind dazu da, überwunden zu werden, nicht um sie zu akzeptieren.“
Ausblick
Leopold sieht den HGV auf einm guten Weg. Allein seit Juni stieg die Mitgliederzahl von 52 auf 69 Mitglieder – ein Zuwachs von 33 Prozent. Außerdem spricht er sich dafür aus, dass die Stadt Geislingen im Haushalt einen eigenen Posten für die Wirtschaftsförderung einrichten soll. Eigentlich war an diesem Abend ein Vortrag von Richard Reschl Zukunftsthemen wie Demografie, Wohnen, Wirtschaft, Infrastruktur, Stadtgestaltung und Soziales halten, doch krankheitsbedingt sagte er ab. HGV-Kassierer Andreas Gulde sprang in die Bresche und hielt einen Vortrag zum Thema Erbrecht.