Unvollständig bekleidet, etwas verschüchtert, aber voller Vorfreude warteten 43 Täuflinge vor dem Romäusturm auf ihre Aufnahme in die Hexenzunft. Rund 60 Hexen bereiteten ihnen ein gewohnt spektakuläres Zeremoniell.
VS-Villingen - Tor und Stadtmauer in feuriges Licht getaucht, die abgesperrte Wiese gesäumt von Zuschauern in Viererreihen – gefühlt so viele wie noch nie – und ein ehrfurchtgebietender Hexenmeister mit der drohenden Stimme von Hexenmeister Tobias Kratt – die Kulisse an diesem Abend war sehens- und hörenswert und damit genau das, was man von den Showmachern der Hexenzunft seit Jahren zu erwarten hat.
Immer wieder hier und da aufflammende Feuerfontänen geben den Blick frei auf einen von feixenden Hexen gesäumten Schwebebalken, einen mit Stroh und ebengleichen Hexen gefüllten Ochsenkarren, den Kessel mit Hexengebräu und den "Kotzkübel", der sich als Zuchtmittel für besonders vorwitzige Täuflinge herausstellen sollte. Oder für Oberbürgermeister.
Im grünen Hexenkleid mit weißer Unterhose
Nachdem die noch schemenlosen Hexen im grünen Hexenkleid mit weißer Unterhose, roter Schürze und Strohschuhen den Parcours über Balken und Karren recht zerzaust überstanden und vom Hexenmeister höchstpersönlich den Stempel auf die Stirn gedrückt bekommen haben, steht Jürgen Roth im Fokus des Hexenmeisters.
OB Roth auf dem Pfad der Beschwernis
Da Landrat Sven Hinterseh bereits eine Hexe sei, lasse er es dem OB nicht durchgehen, noch kein Mitglied zu sein, raunte er. "Ja, ich will", rief der Stadtvater zwar noch hoffnungsfroh, dem Zorn des Meisters damit zu entkommen, doch auch er musste sich auf den Pfad der Beschwernis begeben. Und die Hexen schienen ihn nicht zu schonen. Unter dem lauten Gejohle der Zuschauer kämpfte Roth sich durch, musste Platz im Kotzkübel nehmen und sich atemberaubend schnell um seine eigene Achse drehen lassen.
Mehr als 1600 Mitglieder
Nur erahnen konnte man die Häme im dunklen Hintergrund des Zunftmeisters Meik Gildner, dessen Vize Slobodan "Bato" und dem gesamten Vorstandsteam der Hexenzunft, das in diesem Jahr zwar weniger Täuflinge aufnehmen konnte und das mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie in den letzten zwei Jahren erklärte, sich aber dennoch über stetiges Wachstum freut. Die Hexenzunft zählt mittlerweile über 1600 Mitglieder, davon ist die Hälfte aktiv im Häs.
Info: Termine
Die Hexentaufe ist für die Hexenzunft der erste Termin im neuen Fastnachtsjahr. Am 14. Januar ist das Hexenstüble in der Turmgasse anlässlich des Narrentreffens der Katzenmusik geöffnet. Am 21. und 22. Januar nehmen die Hexen an den Umzügen in Dauchingen und am 5. Februar in Niedereschach teil. Am 10. und 11. Februar steigen unter dem Motto "HexPress" die beiden Bälle in der Tonhalle. Kartenreservierungen über ballkarten@hexenzunft-villingen.de.