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Heusteigviertel-Mord Nebenklage bringt Mafia ins Spiel

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Tatort Heusteigviertel, Falbenhennenstraße: Hier wurde ein 52-jähriger Gastwirt im März 2010 am helllichten Tag erschossen Foto: dpa

Stuttgart -  Im Prozess um den Mord an einem 52-jährigen italienischen Gastronomen auf offener Straße hat die Nebenklage eine neue Variante des Motivs ins Spiel gebracht: Die Schüsse am 15. März im Heusteigviertel sollen eine Auftragstat der Mafia gewesen sein - und der 45-jährige Angeklagte nur der verlängerte Arm.

Nach den bisherigen Aussagen vor der 1.Strafkammer des Landgerichts hatte der Angeklagte, der vom 52-Jährigen als Kellner und Geschäftsführer in einem seiner beiden Restaurants beschäftigt worden war, sein Opfer zur Mittagszeit in der Falbenhennenstraße im Stuttgarter Süden mit mehreren Schüssen aus einer 9-mm-Pistole getötet. Wie ein Sachverständiger am Donnerstag vor Gericht feststellte, wurde das Opfer von zehn Schüssen getroffen - unter anderem in Kopf und Herz. Der Schütze fuhr wenige Minuten später zum Innenstadtrevier und stellte sich. Die Waffe, in der noch zwei Patronen steckten, legte er vor der Wache auf dem Gehweg ab. Eine weitere Patrone lag am Tatort neben dem Toten.

Der Beschuldigte Maxhun Z., ein Deutsch-Kosovare, hatte sich in seinem Geständnis am zweiten Prozesstag als enttäuschtes Opfer einer Beziehung dargestellt, das sich am Ende ausgenutzt, unterdrückt und ungerecht behandelt fühlte. Im November 2009 war es zum Bruch gekommen, dem 45-Jährigen wurde gekündigt und Hausverbot erteilt - was er als tiefe persönliche Kränkung empfand. Als er im Frühjahr 2010 ein eigenes Lokal in der Nähe eröffnen wollte, sei es zum Streit gekommen.

"Davon wissen nur zwei Personen"

Die beiden fuhren mit dem Auto des 45-Jährigen in die Falbenhennenstraße, wo Maxhun Z. zeitweise gewohnt hatte. Nach massiven Beleidigungen durch den 52-Jährigen sei er durchgedreht und habe die Waffe gezückt. "Ich konnte nicht mehr aufhören zu schießen", zitiert Richterin Regina Rieker-Müller die Aussage des 45-Jährigen bei der ersten polizeilichen Vernehmung.

Die Nebenklage, die die Lebensgefährtin und den Bruder des Getöteten vertritt, konfrontierte am Donnerstag den Sachbearbeiter des Falls bei der Mordkommission mit dem Gerücht, dass womöglich die Mafia hinter der Tat stecke. In einem vor kurzem zu Ende gegangenen Prozess um den brutalen Überfall auf den 41-jährigen Geschäftsmann Felix W. in Feuerbach hatte einer der Angeklagten behauptet, sowohl dieser Überfall als auch der Mord an dem italienischen Gastronomen seien Auftragstaten gewesen. Auch das angebliche Interesse eines Schweizer Investors für das neue Lokal von Maxhun Z. sei dubios, so die Nebenklage.

Der 52-jährige Kriminalhauptkommissar erklärte im Zeugenstand, dass sich das Dezernat Organisierte Kriminalität routinemäßig mit dem Fall beschäftigt habe, dass es aber für mafiöse Verstrickungen keinerlei Anhaltspunkte gebe. "Das war eindeutig eine Beziehungstat", so der Ermittler.

Warum der Gastronom und der Ex-Kellner zur Falbenhennenstraße fuhren, warum der 52-Jährige das Auto des Ex-Angestellten selbst steuerte, ob er tatsächlich ehrverletzende Beleidigungen ausgestoßen hatte, ehe die Schüsse fielen, das wird wohl weitgehend ungeklärt bleiben. "Davon wissen nur zwei Personen", sagt der Kripomann, "und wir können nur noch eine befragen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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