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"Heuchelei in Reinkultur" Kultusministerium zahlt Praktikanten nichts

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Kultusminister Andreas Stoch steht in der Kritik. Sein Ministerium beschäftigt Praktikanten und zahlt nichts. Foto: dpa

Das Kultusministerium sucht studentische Praktikanten  - und will ihnen nichts bezahlen. Für dieses Vorgehen erntet das Ressort von Bildungsminister Stoch jetzt Kritik aus den Reihen der FDP und dem DGB. Laut Ministerium sei eine Vergütung aus Ressourcengründen nicht möglich.

Stuttgart - Die Ausschreibung von unbezahlten Praktikantenstellen für die Öffentlichkeitsarbeit im baden-württembergischen Kultusministerium hat die oppositionelle FDP auf den Plan gerufen. „Sich einerseits für Mindestlöhne selbst zu feiern und andererseits junge Menschen über Monate ohne jegliche Bezahlung auszubeuten, ist Heuchelei in Reinkultur“, kritisierte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke in Stuttgart.

In einer Landtagsanfrage fordern die Liberalen deshalb genauere Informationen speziell über den Einsatz von Praktikanten im Haus von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sowie in den anderen Ressorts. Ein Sprecher von Stoch verteidigte das Vorgehen.

Laut des auf der Homepage des Kultusministeriums veröffentlichten Angebots werden Studenten aus dem Bereich Kommunikations- oder Medienwissenschaften, Politikwissenschaften, Germanistik, Linguistik, Verwaltungswissenschaften oder Staatswissenschaften angesprochen. Für die Tätigkeit von bis zu sechs Monaten wird keine Vergütung bezahlt. Ferner werden auch keine Fahrkosten erstattet. Der FDP-Abgeordnete Timm Kern, der für die Bildungspolitik zuständig ist, sagte, hier handele es sich um einen weiteren Fall, wo Anspruch und Wirklichkeit bei Grün-Rot auseinanderfallen. „Vor 2000 Jahren nannte man dieses Verhalten Pharisäertum.“

Die Liberalen forderten, die Arbeit der Praktikanten „entsprechend den jeweiligen Möglichkeiten zu honorieren.“ So verfahre die Fraktion, bei Praktika im Zuge der Ausbildung. Im Kultusministerium sollen die jungen Leute laut Ausschreibung an redaktionellen Tätigkeiten mitwirken oder auch kleinere Projekte wie Flyer oder Broschüren eigenständig koordinieren, heißt es weiter.

Vergütung aus Ressourcengründen nicht möglich

Ein Ministeriumssprecher wies die Kritik an dem Vorgehen zurück. Das Kultusministerium beschäftigte seit Januar 2011 insgesamt 40 Praktikanten - vorwiegend Studenten. Dabei gehe es vor allem darum, mit praktischen Erfahrungen bessere Voraussetzungen für Bewerbungen zu erhalten. „Eine Vergütung ist allerdings aus Ressourcengründen nicht möglich, zumal nur so eine hohe Zahl an Praktikanten beschäftigt werden kann.“ Klar sei aber auch, dass die Praktikanten nicht auf Dauerstellen beschäftigt würden.

Der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf sagte: „Was in der Privatwirtschaft kritikwürdig ist, ist es erst recht im öffentlichen Dienst.“ Das Land müsse als Arbeitgeber Vorbildcharakter haben, unbezahlte Praktika passten nicht dazu.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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