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Hesse-Bahn in Calw Taufe der neuen „Hans-Ulrich Bay-Brücke“

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So ein Tag der Freude und für die Geschichtsbücher durfte Corona nicht verhindern - am Samstag wurde bei Kaiserwetter die neue Brücke der künftigen Hermann-Hesse-Bahn über die B295 in Calw auf den Namen "Hans-Ulrich Bay-Brücke" getauft. Foto: Kunert

Calw - Calw freut sich auf die Hermann-Hesse-Bahn – und wie. Und hat jetzt, wie die Festredner zur Taufe der neuen „Hans-Ulrich Bay-Brücke“ über die B 295 mehrfach unterstrichen, auch ein allgemein sichtbares Zeichen und Symbol dafür, dass die „HHB“ nun auch ganz sicher kommen wird.

Festlaune unter und vor der neuen, schicken Eisenbahnbrücke auf Calwer Stadtgebiet. Ein bestens gelaunter Oberbürgermeister Florian Kling, der selbst das Kaiserwetter zum Festtag mal eben „zur Chefsache“ erklärt hatte. Kobalt-blauer Himmel, die Herbstsonne wärmt richtig. Auch Corona konnte und sollte diese Feierstunde nicht verhindern, auch wenn die eigentliche Festgesellschaft doch arg der Auflagen wegen geschrumpft wurde.

„Längstes Denkmal Baden-Württembergs"

Die Fraktionsspitzen der im Calwer Gemeinderat vertretenen Parteien sind da. Andreas Knörle vom Landratsamt vertritt Landrat und dessen Stellvertreter. Roland Esken ist da – als Vorsitzender des Vereins Württembergische Schwarzwaldbahn Calw – Weil der Stadt (WSB). Er hatte die Idee, der neuen, die letzten Tage so spektakulär eingeschobenen Brücke einen Namen zu geben. Einen Namen, der wie kein anderer – da sind sich ebenfalls alle Festredner an diesem Tag einig – mit dem Gelingen der Reaktivierung der historischen Schwarzwaldbahn von und nach Calw verbunden ist: Hans-Ulrich Bay war Calwer Gemeinde- und Kreisrat, einst Initiator, Mit-Gründer und 25 Jahre lang Vorsitzender des WSB. Dass es die neue Eisenbahnbrücke über die B 295 heute überhaupt gibt – ohne die Hartnäckigkeit Bays wäre es nie möglich gewesen.

Er habe einst persönlich dafür gesorgt, dass der Landkreis Calw die 1983 stillgelegte Bahntrasse im Jahr 1994 für den symbolischen Preis von einer D-Mark der Bundesbahnverwaltung abkaufen konnte. Und dass die Strecke als oft gerühmtes „längstes Denkmal Baden-Württembergs“ auch im stillgelegten Zustand nicht einfach so von der Landkarte verschwinden durfte. Als mit Helmut Riegger seinerzeit ein neuer Landrat den Dienst antrat, sei dieser „mehrfach die Woche“ von Bay besucht und bearbeitet worden, um auch ihn von den Vorteilen einer Reaktivierung der Schwarzwaldbahn zu überzeugen. „Vielleicht hat er auch etwas genervt“, resümiert Esken in seiner Laudatio. Aber Riegger habe das Anliegen schließlich zur Chefsache erklärt. „Seitdem geht es voran!“

Und nun wolle er – wie auch sonst niemand der Verantwortlichen hier – nie mehr die Frage hören, ob die HHB nun wirklich auch tatsächlich kommt. „Sie kommt!“ unterstreicht Andreas Knörle. Zwar erst ab 2023, weil die verschiedenen, für die Bahn-Reaktivierung zu erstellenden Bauwerke noch so ihre Zeit bräuchten. Aber ein Zurück geben es nicht mehr. Die „Hans-Ulrich Bay-Brücke“ sei nun das sichtbarste und deutlichstes Symbol dafür. Weshalb Calws OB Kling auch diese Brücken-Taufe unbedingt stattfinden lassen wollte: „Künftig wird Corona in der Geschichtsbüchern nur eine Fußnote sein“. Aber diese Brückentaufe ein Meilenstein für die Geschichte dieser Bahn. Und dann zitiert Kling auch noch den Literaturnobelpreisträger, den (anderen) großen Sohn der Stadt - Hermann Hesse höchstselbst, wie der einst voll „dankbaren Erstaunen“ mit den Schwarzwaldbahn nach Calw eingefahren sei.

Ungeplanter "Show-Act"

Dann aber war es an Erika Bay, die Witwe des 2017 verstorbenen Hans-Ulrich Bay, die eigentliche Brückentaufe vorzunehmen – natürlich mit einer prächtigen Flasche Calwer Kabinett-Sekt. Was zwar erst im zweiten Anlauf gelingen sollte, aber so häufig werden Brücken ja auch nicht getauft. Eine edle Gedenktafel wird nun künftig am südlichen Widerlager an den „Vater“ der Reaktivierung der Württembergischen Schwarzwaldbahn erinnern. Und den Namensgeber der Brücke würdigen, die selbst schon jetzt auch zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt Calw geworden ist: hunderte Schaulustige hatten die Tage zuvor vor Ort verfolgt, wie die 45 Meter lange, rund 300 Tonnen schwere Konstruktion eingeschoben worden war. „Schon eine ungewöhnliche Erfahrung“, wie der zuständige Bauleiter Ralf Hohmann für sein siebenköpfiges Team gesteht. Denn: „So unter Beobachtung stehen wir selten“. Aber nachdem man sich an die große Aufmerksamkeit gewöhnt hatte, seien die Arbeiten „ohne irgendwelche Probleme“ perfekt abgelaufen. Noch das ganze letzte Wochenende wurden Restarbeiten für den Anschluss der Brücke an die künftige Gleis-Trasse vorgenommen; seit dem heutigen Montagmorgen 6.30 Uhr soll die Vollsperrung der B295 aufgehoben sein. Ab dann herrscht wieder freie Fahrt unter der 'Hans-Ulrich Bay-Brücke' (englisch klingt's noch schöner: 'Bay-Bridge').

Apropos – freie Fahrt: Mit einer ganz eigenen 'freien Fahrt' auf der gesperrten B 295 stahl Inliner-Skater-Prinzessin Alina aus Heumaden den Honoratioren während der Brückentaufe glatt die Show. In eleganten Bahnen zog sie als ungeplanter "Show-Act" in Sichtweite der Festgesellschaft ihre Trainings-Runden – weil ihre eigentliche Trainingsstrecke entlang der angrenzenden Fußgängerbrücke mit Zaungästen und einem Kamera-Team vollgestellt und damit für sie an diesem Tag unpassierbar war.

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