Den Start der Hesse-Bahn feierten die Besucher am Samstag, 31. Januar, gebührend mit einem Bahnhofsfest in Calw.
Die Stadt Calw hat am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) gemeinsam mit vielen verschiedenen Partnern die Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn (HHB) auf der Strecke der einstigen Württembergischen Schwarzwaldbahn gefeiert.
Diverse Mobilitätsunternehmen, die EnCW als kommunaler Energieversorger, aber auch die Polizei gemeinsam mit dem Verein „Treffpunkt sicher“ sowie auch die „Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn“ (B.A.U.S.) präsentierten sich anlässlich der Jungfernfahrt der Hesse-Bahn auf der sonst Bussen und Fahrgästen reservierten Fläche und sorgten für buntes Treiben.
Bürger freuen sich über die neue Verbindung
Dabei wurde schnell deutlich: Viele Bürgerinnen und Bürger aus Calw und den umliegenden Kommunen freuen sich, dass mehr als vier Jahrzehnte nach der Stilllegung der Bahnstrecke zwischen Calw und Weil der Stadt ab sofort nun wieder Züge verkehren.
Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart, zu dem Calw seit Kurzem gehört, war dabei ebenso mit einem Infostand vertreten wie die baden-württembergische Mobilitätsinitiative bwegt, der Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn oder die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (sweg).
Dabei lockten die verschiedenen Akteure für Mobilitätsangebote im Südwesten nicht nur mit einer Vielzahl von attraktiven Gewinnspielen, bei denen es neben Freifahrscheinen unter anderem Freikarten für den Besuch der Wilhelma, den Europa-Park oder die Insel Mainau zu gewinnen gab. Auch die an den Ständen zur Verfügung gestellten Flyer und Informationsbroschüren gingen laut einer VVS-Mitarbeiterin „weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln“. Das Interesse an den Angeboten sei enorm.
Marion Buck: „Wir wurden regelrecht überrannt“
Ähnlich erlebte es auch Marion Buck, die Vorsitzende des Vereins „Treffpunkt sicher“, der sich einen Infostand mit der Polizei teilte. „Wir wurden regelrecht überrannt – und das schon vor dem offiziellen Start“, so Marion Buck, die sich über das große Interesse der Besucher freute. Dieses wurde auch anhand einer Umfrage deutlich, an der sich mehr als 150 Personen mit einem Fragebogen beteiligten.
Dicht umlagert war neben den Foodtrucks, die sich auf den Busspuren der an diesem Tag für Fahrzeuge sonst gesperrten Verkehrsfläche platziert hatten, auch der Informationsstand der Tourismusregion Nördlicher Schwarzwald. An diesem gab es neben Informationen zur Region anlässlich des Starts des HHB-Regelbetriebs auch das im vergangenen Jahr veröffentlichte Buch „Meine kleine Stadt – Geschichten aus Calw“ des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse in einem eigens dafür gestalteten Schuber.
Auch die Renninger Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn, die sich nach Auskunft von deren Mitgliedern von Anfang an für die Inbetriebnahme der Bahnstrecke engagiert hat, war anlässlich des historischen Tages in die Hesse-Stadt gekommen.
Lied nimmt Entwicklung humorig ins Visier
Einerseits um auf die eigene Arbeit aufmerksam zu machen, andererseits aber auch um die Besucher mit einem von Klaus Hünerfeld auf die Hermann-Hesse-Bahn umgetexteten Lied zur Melodie von „Auf der schwäbischen Eisenbahn“ zu erfreuen. Dies insbesondere, da die Entwicklung der Bahn musikalisch-humorig ins Visier genommen wurde.
Mit Kinderschminken, Malaktionen und Kindereisenbahn war auch für die kleinsten Besucherinnen und Besucher viel geboten, die sich zudem über viele Geschenke der beteiligten Akteure freuten. Diese reichten von Luftballons über alles mögliche Naschzeug bis hin zu Kuscheltieren und flotten Stoff-Bienen im Eisenbahnoutfit reichten.
„Ein tolles Fest“, befand Andreas Wursten, der mit seiner Tochter und seinem Sohn aber nicht nur viel Zeit auf der Aktionsfläche verbracht hat, sondern auch den auf Gleis 2 abgestellten Batteriezug besichtigt hat.
„Und mit dem fahren wir schon morgen nach Weil der Stadt“, wie Wursters Junior freudig verkündete, nachdem sie Tickets für eine Freifahrt gewonnen hatten.
In die Landeshauptstadt „ohne viel Gegurke“
Andreas Wurster freut sich indes, künftig das Auto stehen lassen zu können, wenn es in die Landeshauptstadt geht, um dort „Kino oder Konzerte ohne viel Gegurke und teures Parken“ zu genießen.