Philipp Herzog von Württemberg, der 20 Jahre lang Geschäftsführer der Sotheby’s Deutschland GmbH war, kommt am Wochenende als Auktionator für den guten Zweck in die „Waldlust“. Die Auktion ist für jedermann geöffnet.
Ein vielfältiger Kultursommer endet in einem großen Finale am Wochenende von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. September, im ehemaligen Prachthotel Waldlust in Freudenstadt. Im Mittelpunkt steht eine öffentliche und für jedermann zugängliche Auktion, wie sie Freudenstadt wohl noch nie erlebt hat.
Am Samstag, 28. September, ab 19 Uhr werden im ehemaligen Hotel Kunstwerke versteigert, die während des Sommers in der „Waldlust“ entstanden sind. Auktionator ist kein Geringerer als Philipp Herzog von Württemberg. Alle Bereiche der Kunstschaffenden sind im Hotel von Freitag bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr zugänglich.
Weg vom Image des Spukschlosses
In einem einmaligen Projekt haben sich zwischen Anfang Juli und Ende September Studenten aus fünf Kunstakademien und Musikhochschulen des Landes Baden-Württemberg mit der „Waldlust“ auseinandergesetzt, dort experimentiert und gearbeitet. Das um 1900 gebaute und seit 20 Jahren geschlossene Hotel wurde zur Begegnungsstätte für junge Künstler und Besucher aus einem weiten Umkreis. Bis zu 350 Gäste wurden an Ausstellungswochenenden gezählt.
Initiator des Ganzen ist Carl-Christof Gebhardt aus Darmstadt, der mit dem Freudenstädter Verein „Denkmalfreunde Waldlust“ und dessen kürzlich verstorbenen Vorsitzenden Herbert Türk das Konzept für den Kunstsommer erarbeitet hatte.
Matthias Jarcke, heutiger Sprecher des Vereins, zieht noch vor dem Finalwochenende eine überaus positive Bilanz. Das alte Hotel habe eine neue Wertigkeit bekommen, rücke weg vom Image des Spukschlosses und sei zu einem Ort der Begegnung, Kunst und Geschichte geworden. Jarcke meint: „Der Kunstsommer ist rundum gelungen.“
Schon der Auftakt des Finalwochenendes verspricht etwas Besonderes: Am Freitag, 27. September, wird ab 19 Uhr im ehemaligen Ballsaal das gemeinsame Konzert der Musikhochschulen Karlsruhe und Freiburg „Hör-mal im Denk-mal – Waldlust-Glanzzeitmusik“ mit Musik aus den 20er- und 30er-Jahren wiederholt. Die Eintrittskarten dafür waren innerhalb von zwei Wochen weg. Der Abend ist ausverkauft.
Schätzpreise der Werke zwischen 100 und 1000 Euro
Am Samstag, 28. September, ab 15 Uhr gibt es eine Führung zu den Kunstwerken in der „Waldlust“ mit Kuratorin Louisa Schmitt, die mit großem Engagement das Umsetzen des Kunstkonzepts leitet. Um 19 Uhr beginnt die Benefiz-Auktion zugunsten der „Waldlust“ und beteiligter Künstler.
Zur Versteigerung kommen überwiegend Werke, die im Sommer entstanden sind. Ein Katalog mit 29 Arbeiten ist über die Homepage der Denkmalfreunde Waldlust abrufbar. Die Schätzpreise der Werke bewegen sich zwischen 100 und 1000 Euro. Auktionator ist Philipp Herzog von Württemberg.
Zu später Stunde am Sonntag, etwa von 22 Uhr bis Mitternacht, werden die „bewegten Zeiten“ wiederholt. Studenten des Seminars „Visual Music“ von der Hochschule Offenburg machen mit einer Videoprojektion an der Außenfassade das ehemalige Luxushotels noch einmal erlebbar.
Von Freitag bis Sonntag laden im Erdgeschoss Studenten der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in eine Ausstellung ein, die Vergangenheit des Hotels zu erkunden, um die Gegenwart neu zu schreiben. Vom ersten bis zum vierten Stock sind die ganz unterschiedlichen Werke der Studenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zu sehen, die alte Hotelzimmer neu erwachen lassen.
Denkmalfreunde schenken Getränke aus
In der ehemaligen Zwitscherstube im Untergeschoss schafft eine Gruppe internationaler Studenten der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in einer Audioinstallation neue Bewegungsräume.
Während des Wochenendes übernehmen die Denkmalfreunde einen Getränkeausschank, bei schönem Wetter im Außenbereich.
Philipp Herzog von Württemberg
Zur Person
Auktionator der großen Benefizaktion ist Philipp Herzog von Württemberg, geboren 1974. Er studierte Kunstgeschichte und Geschichte und promovierte 1997 in Tübingen. Von 1998 bis 2018 war er Geschäftsführer der Sotheby’s Deutschland GmbH sowie Chairman und Mitglied des Vorstands von Sotheby’s Europa. 2019 gründete er mit der Philipp Württemberg Art Advisory GmbH seine eigene Kunstberatungsfirma. Während seiner 23-jährigen Tätigkeit bei Sotheby’s war er verantwortlich für viele erfolgreiche Abschlüsse von Einlieferungen bedeutender Werke und Sammlungen aus den Bereichen Kunst des Impressionismus, der modernen und zeitgenössischen Kunst, des Kunsthandwerks sowie Juwelen. Er hat in zahlreichen Auktionen in London, Paris, Genf, Zürich und Deutschland Verkaufserfolge gefeiert. Als Sammler und Mitglied im Kuratorium der Kunsthalle Tübingen, der Stuttgarter Staatsgalerie und Beirat der Gesellschaft zur Förderung des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart ist Philipp Herzog von Württemberg auf vielfältige Weise kulturell engagiert.