Hämmerle und Elvis in Villingendorf sind kaum zu „toppen“. Kein Wunder, dass die Lachmuskeln des Publikums Überstunden machen müssen. Foto: Riedlinger

Mit Bernd Kohlhepp als Herr Hämmerle und Nils Strassburg trafen sich Elvis und Elvis auf der Villingendorfer Bühne – und der Abend hatte es mit rund drei Stunden Programm in sich.

Bereits zum siebten Mal veranstaltete der Sportverein unter dem Motto „Comedy und Sport“ einen tollen Abend, der die Zuschauer in der voll besetzten neuen Mehrzweckhalle total begeisterte.

Durch die überregionale Werbung kam diesmal rund ein Drittel der Zuschauer von auswärts. Und Frank Moosmann sowie Sparten-Abteilungsleiter Tim Rottler gaben lediglich eine kurze Einführung in das Turnen beim Sportverein.

Insgesamt 21 Jugendliche des Sportvereins Villingendorf beeindrucken das Publikum mit artistischen Darbietungen.

Dieser ist durch die neue Sport- und Bewegungslandschaft mittlerweile sehr erfolgreich: die Jungs sind in die Verbandsliga aufgestiegen, und die Mädels haben bei ihrem ersten Liga-Staffeltag einen tollen dritten Platz erturnt.

Fünf Riegen in der Liga

Ins kommende Jahr startet der Verein mit fünf Kunstturn-Mannschaften in das Liga-Geschehen. Wen wundert’s, zeigten doch 21 Jugendliche mit ihrem kurzen Programm „Powergirls meet Bad Boys“ tolle Ausschnitte aus ihrem Können.

Besonderer Läufertyp

Bei Bernd Kohlhepp alias Herr Hämmerle ging es dann gleich stark los. Er ist ja seiner Meinung nach der Läufertyp: 1000 Meter unter drei Minuten. Bloß, wenn er es nicht ins Ziel schafft, hört er eben auf.

Frühstück im Bett

Er kommt aus Bempflingen bei Metzingen, dem Ort mit der „höchsten Nachbarschaftsdichte“ in Schwaben. „Mei Frau sagt, ich wär’ perfekt – wenn ich ein anderer wär’“, war da zu hören. Und er scheint mit ihr auch nicht immer so zufrieden: „Ich hab’ sie an der Bushaltestelle getroffen. Drei Minuten später wär’ sie weg gewesen – und ich Seggel bin pünktlich gwäsa!“

Von seiner Frau wünscht er sich Frühstück im Bett. Antwort: „Musch halt in der Küche schlofa!“ Da scheint man sich wohl gegenseitig nichts zu schenken.

Rote Rosen

Und doch hat er es mit den Frauen, verteilt rote Rosen an Damen in der ersten Reihe. „Wenn ihr in Ekstase geratet, könnt ihr die auf die Bühne werfen – gerne in Unterwäsche. Wir Männer sind halt Vulkane, wir dürfen nur nicht ausbrechen.“

Herr Hämmerle verteilt rote Rosen. Foto: Riedlinger

Und dann war da die Sache mit dem Kreisverkehr. „Also wenn ich im Kreisverkehr links abbiegen will, dann fahre ich doch nicht außenrum“, gab er eine nicht führerscheinkonforme Meinung zum Besten. Auf jeden Fall ist ihm Elvis hintendrauf gefahren. Auf den Astra. Von seiner Mutter.

Traumhaftes Timbre

Und der möchte nun in Gestalt von Nils Strassburg die Angaben von der Fahrzeugversicherung. Das zieht sich dann durch den ganzen Abend, auch über eine längere Pause, damit die Zuschauer in der Halle sich verköstigen können. Und endet natürlich ganz anders als ursprünglich dargestellt.

Keine Angst: Der „echte“ Elvis sieht anders aus. Foto: Riedlinger

Doch alles ist nur Geplänkel für den musikalischen Part. Elvis singt gekonnt, legt ein traumhaftes Timbre in die Stimme, und die Frauenherzen in Villingendorf schmelzen. Auch Hämmerle singt – und wie. Bei ihm sind es allerdings mehr die rockigen Stücke, wunderbar auf Schwäbisch eingedeutscht.

Little Hämmer

„Und jetzt singen wir ein Duett, do bring some flowers do nom.“ „Why“, fragt Elvis, nur des Amerikanischen mächtig. „Sonsch kriagsch koine“, antwortet Hämmerle, wie immer nicht auf den Mund gefallen. „My name isch Hämmerle, das isch Little Hämmer. Also Eisenhower!“ So einfach kann Englisch sein.

Beglücken der Damen

Elvis singt perfekt, beglückt Damen in der Halle, indem er direkten Kontakt sucht und ihnen mit Küsschen Seidenschals von sich umbindet. Großes Gelächter, als Hämmerle die Schals hektisierend wieder einsammelt, um sie an Elvis zurückzugeben, nur dass der sie sofort wieder verteilt.

Nils Strassburg als Elvis singt gekonnt – und die Frauenherzen schmelzen, ganz so wie in der guten alten Zeit. Foto: Riedlinger

„You and your blue suit und the plingelingeling, das erinnert uns, dass Weihnachten nicht mehr fern ist“, findet Hämmerle. Recht hat er, dem Publikum gefällt es großartig, der King zieht alle in seinen Bann, und Hämmerle kann sich kaum dagegen behaupten.

Elvis lebt!

Die Stimmung jedenfalls war auch für Nicht-Elvis-Fans toll ob des von Hämmerle und Elvis gebotenen Gesang-Niveaus. Ein fantastischer Abend beim Sportverein in Villingendorf, der keinen Zweifel lässt: Elvis lebt!