Einmal wie Hermann Daur zu zeichnen war das Ziel von 14 Teilnehmern eines ganz speziellen VHS-Kurses.
Einmal zu spüren, was es ausmachte, dass der bekannte Maler des Markgräflerlandes sich ausgerechnet Ötlingen als Wohnsitz auserkoren hatte und einmal genau an den Lieblingsorten des Künstlers dieselben Motive wie er auf Papier zu bringen war das Ziel eines VHS-Kurses im Rahmen des 100- Todesjahrs von Hermann Daur.
Das ist trefflich gelungen. Bepackt mit Skizzenblock, Blei-, Kohle- und Sepiastiften ging es bezeichnenderweise über die Hermann-Daur-Straße direkt in die Reben, um mit bester Aussicht auf das Dorf, die Silhouette nachzuzeichnen. Danach wurde zu einem weiteren Lieblingsort des Malers gewechselt – zum Lindenplatz.
Dort ging es darum, die Struktur der Bäume zu erfassen, wobei die von dort oben sichtbare ausgebreitete Landschaft mit den Städten, Dörfern, Bergen und dem Rhein, lediglich zum dekorativen Hintergrund wurde.
Dass als Dozent Johannes Buchholz, ein ausgewiesener Kenner Daurs engagiert werden konnte, machte den Kurs zu einem besonderen Erlebnis.
Buchholz war während seines mehrjährigen Aufenthalts im Markgräflerland auf den Maler aufmerksam geworden und hatte 2013 eine sehr beachtete Ausstellung im Lörracher Ibentalerhaus zu dem Thema gezeigt.
Der Regen kam erst nachmittags
Anhand von Beispielen führte er die Teilnehmer in die Materie ein. Er erklärte präzise auf welche markanten Details geachtet werden solle, riet, sich nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln und erläuterte wie der sogenannte „Goldene Schnitt“ festzulegen ist.
Erstaunlich rasch zeigten sich erste vielversprechende Ergebnisse. Zum Glück setzte der Regen erst nachmittags ein, sodass genügend Zeit blieb, um draußen in der Natur, sich ganz der zeichnerischen Leidenschaft zu widmen.
Dank des Entgegenkommens von Ortsvorsteher Johannes Maier, konnte die Gruppe, die aus Anfängern bis Könnern bestand, im Trauzimmer des Rathauses zum Abschluss ihre beachtlichen Werke gegenseitig präsentieren und besprechen. Gemeinsam ging es anschließend noch in die Dorfstube zur Daur-Ausstellung.
Die Idee kam von Ute Korom vom Förderverein
Im Rahmen von mehreren Aktionen zum 100. Todesjahr von Hermann Daur, ausgehend von einem Team der Ötlinger Dorfstube, hatte Fördervereinsmitglied Ute Korom die Anfrage nach einem Zeichenkurs an Johannes Buchholz gerichtet, der seit Jahrzehnten künstlerisch tätig und seit einigen Jahren künstlerischer Mitarbeiter am Institut für Kunst- und Kunstwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen ist.
Er war sofort begeistert von der Idee, genauso wie Ines Haag, die zusagte, den Kurs über die VHS anzubieten. So war neben der laufenden Daur-Ausstellung in der Dorfstube auch die siebte und vorletzte Veranstaltung ein großer Erfolg.
Am 26. Oktober geht das Gedenkjahr mit einem kleinen Abschlussfest in der Dorfstube zu Ende.