Das T-Shirt zum Wetter: Nicht nur dieser Händler verspürte beim Herbstmarkt sommerliche Schwingungen. Foto: Günther

Nach dreijähriger Coronapause fand am Sonntag wieder der Dornstetter Herbstmarkt statt, und das bei idealen Bedingungen – zumindest für Besucher.

Dornstetten - Bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen war bereits am Sonntagmorgen kaum ein Parkplatz mehr zu finden. Bis spät am Nachmittag flanierten die Besucher über die Hauptstraße und den Marktplatz und erfreuten sich an den bunten Angeboten der zahlreichen Marktbeschicker.

Mitgebracht hatten die 75 Händler zum Krämermarkt eine bunte Palette an mal mehr, mal weniger nützlichen, dekorativen oder schönen Dingen. Dabei fiel die Wahl schwer zwischen all den Hüten, Hosenträgern, Kurzwaren und Unterwäsche, zwischen Halstüchern, Schmuck und Uhren, Gewürzen, Süßigkeiten, Wurst, Käse, Feinkostprodukten, Wildspezialitäten, Edelbränden und Likören. Dazwischen sorgen auch mehrere Verpflegungsstände sowie das Kinderkarussell und die Schießbude am Marktplatz für willkommene Abwechslung.

Verändertes Marktkonzept

Wie Iris Lembach von der Stadtverwaltung berichtete, fand in diesem Jahr für die Dornstetter Märkte ein etwas modifiziertes Konzept Anwendung: Die Stände wurden merklich lockerer platziert, deshalb gab es für Verkäufer ohne Anmeldung auch keine Restplatzverteilung mehr. Maßnahmen, die für die Besucher durchaus angenehme Nebenwirkungen brachten: So bot sich zwischendrin immer mal wieder Platz für einen kleinen Plausch mit Freunden und Bekannten.

Die Rückmeldungen der Marktbeschicker hingegen waren gemischt. Einige berichteten, dass Dornstetten als Marktstadt stets interessant sei, andere zeigten sich angesichts verhaltener Kauflust ihrer Kunden weniger zufrieden. Ein Kurzwarenhändler beklagte etwa, dass seine Kunden "in diesen schwierigen Zeiten einfach weniger Geld ausgeben". Weniger der Konjunktur als den Temperaturen geschuldet waren die Verkaufszahlen bei typischer Herbst- und Winterware, denn angesichts des Traumwetters hatten einige Händler Probleme, den Besuchern Glühweingewürz, warme Unterwäsche oder Wollsocken anzupreisen.

Händler zum Teil unzufrieden

Unzufrieden mit dem Umsatz äußerte sich auch der Marktbeschicker, der Kunststoff-Tischdecken in vielen Farben und Größen mitgebracht hatte. Er komme seit vielen Jahren mit seiner Ware nach Dornstetten, aber der Verkauf sei von Jahr zu Jahr schlechter geworden. "Meine Kunden sind inzwischen im Altersheim", klagte er. Erschwerend hinzu kämen die lange und angesichts der Spritpreise kostspielige Anfahrt, der frühe Aufbautermin – ab 7 Uhr müssen die Marktstände aufgebaut sein - und das Standgeld.

Höchst zufrieden äußersten sich hingegen viele Marktbesucher. Gelobt wurde einerseits die Fülle der Angebote, andererseits die Möglichkeit, endlich wieder einmal fröhliches Markttreiben genießen und in den örtlichen Geschäften ohne Zeitdruck einkaufen zu können. Denn geöffnet hatten am Herbstmarkt nicht nur die 75 Marktstände, ab 11 Uhr waren die Besucher zudem zum verkaufsoffenen Sonntag der Dornstetter Geschäfte eingeladen. Und wer Lust hatte, konnte sich anschließend bei der örtlichen Gastronomie stärken und ausruhen.

Neben den Besuchern äußerte sich auch Bürgermeister Bernhard Haas sehr zufrieden. Er freute sich, dass die Stadt mit dem Ostermontagsmarkt, dem Naturparkmarkt im Sommer sowie dem Herbstmarkt am Sonntag endlich wieder einmal alle geplanten Märkte abhalten konnte und somit "auf eine vollständige Marktveranstaltungsreihe im Jahr 2022" blicken dürfe.