Nasskaltes und teilweise windiges Wetter sowie die Baustelle entlang der Hauptstraße sorgten beim Herbstmarkt in Dornstetten für suboptimale Rahmenbedingungen.
Bürgermeister Bernhard Haas, mit Ehefrau Daniela selbst Besucher auf dem Dornstetter Herbstmarkt, war froh, dass das Wetter doch nicht ganz so schlimm war wie zunächst befürchtet. „Vor zwei Tagen haben wir kurz überlegt, ob wie den Markt absagen“, sagte Haas.
Richtig gemütlich war es aber trotzdem nicht. Vor allem nicht für die Händler, die in der Kälte und mit Wind aufbauen und anschließend durchhalten mussten. Vereinzelte Lücken deuteten allerdings darauf hin, dass nicht alle, die sich angemeldet hatten, auch tatsächlich gekommen waren.
Wer kam, das waren die Stammkunden aus der gesamten Umgebung, die die Gelegenheit nutzten, neben dem Markt auch noch ein paar Geschäfte zu besuchen. Der verkaufsoffene Sonntag ist alljährlich mit dem Herbstmarkt verknüpft.
Über Filzteppiche an der Stadthallenbaustelle
Im Baustellenbereich der Stadthalle hatte man platzbedingt in diesem Jahr auf Stände verzichtet. Diesen Teil der Hauptstraße konnten die Besucher auf ausgelegten Filzteppichen passieren, um zum eigentlichen Marktgeschehen weiter unten zu gelangen.
Trotz des Shuttles, der auch aus den Ortsteilen Aach und Hallwangen für eine gute Anbindung an den Markt sorgte, deuteten die besetzten Parkplätze schon am Vormittag auf eine passable Zahl von Besuchern hin. Gegen Mittag wurde der Andrang noch größer, und so mancher nutzte die Gelegenheit, auf dem Markt auch gleich noch das Mittagessen einzunehmen. Vom Dinnerle über das Fischbrötchen, die Currywurst oder auch Gemüsereis und Crêpes gab es alles, was das Herz begehrt.
Karussell und Schießbude
Die jüngeren Besucher begnügten sich bestenfalls mit der beliebten Zuckerwatte und strahlten um die Wette, als sie diese in der Hand hielten. Auf sie wartete auf dem Marktplatz auch das traditionelle Kinderkarussell oder die Schießbude. Dort gab es – Treffsicherheit vorausgesetzt – sogar den ein oder anderen Preis.
An den Ständen selbst hatten sich die Händler auf die Jahreszeit eingestellt und präsentierten von warmen Socken über Wollmützen bis zu Handschuhen alles, was das frierende Herz begehrt. Auch Gürtel in allen Größen, Schmuck, Edelsteine, Kleidung und Bücher gab es zuhauf. Ebenso seltene Gewürze, die man so nicht unbedingt in jedem Supermarkt kaufen kann. So mancher nutzt den Marktbesuch deshalb auch ganz gezielt, um die heimischen Vorräte aufzufüllen.
Schnäppchen in den Geschäften
An den Wurst- und Käseständen durfte man vor dem Kauf großzügig probieren. Die „Katze im Sack“ kaufen musste da also niemand. Wer es lieber flüssig mochte, war an Ständen mit Edelbränden und Likören bestens aufgehoben.
In den Geschäften, die ab 11 Uhr ihre Pforten geöffnet hatten, verführten Rabatte und sonstige Aktionen zum Kauf. Die Gelegenheit, beim Marktbesuch nebenbei auch noch ein Schnäppchen zu machen, ließen sich die Besucher jedenfalls nicht entgehen. Auch wenn es vorzugsweise die Frauen waren, die die Umkleidekabinen stürmten, während es sich die männlichen Pendants einstweilen auf einem Kundensessel bequem gemacht hatten und geduldig warteten, bis die Gattin zurückkehrte.
Ob der Markt Bestand hat, wird sich weisen
Der Einkauf bot auch Gelegenheit, die vielleicht noch vorhandenen HGV-Gutscheine in Umlauf zu bringen. Aufgrund der Auflösung des HGV verlieren diese nämlich mittelfristig ihre Gültigkeit und neue gibt es auch nicht mehr.
Ob der Herbstmarkt auch ohne HGV dauerhaft Bestand haben wird, wird sich weisen. Viele, die dort am Sonntag eingekauft und bestenfalls vielleicht sogar noch gute Freunde getroffen haben, würden es sicherlich bedauern, wenn es ihn nicht mehr gibt.