65 Kinder nahmen am Herbstcamp des TSV Altensteig teil. Foto: Aylin Kaya

Beim Herbstcamp des TSV Altensteig wuchsen 65 Kinder über sich hinaus. Vier Tage lang gab’s Workshops, Übernachtungen und echte Vereinsenergie.

Die Turnhalle der Hohenbergschule verwandelte sich in ein kleines Sportparadies. 65 Kinder, 15 Betreuer und ein Programm, das es in sich hatte: Beim diesjährigen Herbstcamp des TSV Altensteig drehte sich vier Tage lang alles um Turnen, Bewegung und Gemeinschaft. Das Ende setzten viele strahlende Gesichter – ein sichtbares Zeichen für intensive und fröhliche Tage.

 

Das Konzept klang simpel, hatte aber System: an den ersten beiden Tagen wurde von neun bis 13 Uhr trainiert, tags darauf folgten Workshops und Übernachtung, am letzten Tag dann der Abschluss. „Die Kinder sind in festen Gruppen eingeteilt – nach Freundschaften, Leistung und Alter“, erklärte Simon Rentschler von der Turnabteilung. In halbstündigen Blöcken rotierten sie durch die Disziplinen Balken, Barren, Boden und Reck. Dazwischen gab es Trink- und Snackpausensowie freie Übungszeit, in der die Kinder selbst wählen durften, was sie weiter ausprobieren wollten. Diese Mischung aus Struktur und Freiraum sorgte für anhaltende Motivation.

Die Workshops zeigten die Vielfalt des Camps. Sportlehrer Simon Bender aus Neubulach führte die Kinder ans Klettern heran. „Die Turner sind unglaublich talentiert“, staunte er. „Man merkt sofort, wie viel Körpergefühl sie schon mitbringen.“ Klettern fordere Mut und bringe die Kinder dazu, immer wieder über sich hinauszuwachsen.

Kickboxer vermittelt Grundlagen

Kickbox-Wettkämpfer Nathanael Müller vermittelte parallel Grundlagen seines Sports: Reaktionsspiele, Stand, Fausthaltung sowie erste Schläge und Kicks. Für viele war es der erste Kontakt mit Kickboxen – entsprechend groß waren Spaß und Neugier. Für ihn selbst war es eine Premiere: „Das war das erste Mal, dass ich Kindern etwas gezeigt habe. Eine wertvolle Erfahrung für mich.“

Am Trampolin sorgte Dieter „Didi“ Liedtke für spektakuläre Momente. Der erfahrene Trainer zeigte Sprünge, Drehungen und Schrauben und erklärte ruhig, wie man sicher landet. „Den Kontakt stellte Organisatorin Hanna Jocher her, die ich aus dem Landesfinale von ,Jugend trainiert für Olympia‘ kenne. Eine große Freude für mich, hier dabei zu sein“, berichtete er. Seine motivierende Art spornte an, Dinge zu wagen, die vorher unmöglich schienen.

Nach dem Abendessen (Pizza für alle) wurde die Turnhalle zum Kino. Die Popcorn- und Zuckerwattemaschine stellte die Gemeinschaftsschule Neubulach. Dazu lief ein Film, bevor das eigentliche Highlight begann: die Übernachtung in der Halle. Schlafsäcke ausgerollt, Mädchen und Jungs getrennt, aber alle unter einem Dach. Am Sonntagmorgen gab es ein gemeinsamen Frühstück, bevor noch einmal gemeinsam trainiert wurde.

Eltern packen mit an

Über das gesamte Camp hinweg entstand Schritt für Schritt die gemeinsame Choreografie. Am Sonntagmittag war sie bereit für den großen Moment: Eltern kamen zum Abholen, die Kinder tanzten, lachten – und genossen den Applaus. Danach gab es ein Gruppenfoto in den einheitlichen Camp-T-Shirts. Viele Eltern packten beim Auf- und Abbau an, so dass alles reibungslos verlief.

„Grundsätzlich geht es um Spaß und Zusammenhalt im Verein“, fasste Marco Killguss zusammen. „Verschiedene Gruppen mischen sich wieder, Gemeinschaft wird gelebt,“ fügte Trainerin und Organisatorin Eva-Maria Brosch hinzu.