Er singt, spielt Trompete und weiß mit dem Publikum zu interagieren: Helmut Dold war im Schlösslegarten in Heiligenzell ein gerngesehener Gast.­ Zahlreiche Menschen sind zu seinem Programm gekommen – und haben viel gelacht. Foto: Bohnert-Seidel

Helmut Dold – auch als „de Hämme“ bekannt – hat mit seiner Buchvorstellung „De Hämme meint“ die Kulturrunde im Schlösslegarten Heiligenzell eröffnet. Mit einem Mix aus Erzählung, Witz, Musik und Gesang hat er seine Gäste bestens unterhalten.

Eigentlich wollte die Theatergruppe „Eurodistrict Baden Alsace“ mit ihrer Sommertour und dem Stück „Der Fröhliche Weinberg“ im Schlösslegarten im Juli unter freiem Himmel gastieren und die Kulturrunde in Heiligenzell damit eröffnen. Nur zehn Karten sind im Vorkauf über den Tisch gegangen, weshalb die Vorstellung abgesagt worden ist. Mit mehr als 120 Gästen ist die kulturelle Premiere jetzt im August geglückt und der Reigen geht weiter (siehe Info).

Heiligenzells Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp hatte beim Musikverein nachgefragt, ob dieser bei der Veranstaltung helfen würde –und der hat ja gesagt. So einfach geht das. Zur Begrüßung meinte Valerie Silberer vom Vorstand des Musikvereins Heiligenzell zwar augenzwinkernd: „Eigentlich sind jetzt Musikerferien.“

Dold plaudert von den Jahren, in denen er Dirigent in Heiligenzell war

Aber der Lesung mit einem Mix aus Wort und Musik haben die Musiker dennoch gerne einen wunderbaren Boden bereitet. Einen Tisch, Mikrofon und Helmut Dold, dessen Auftritte in Heiligenzell immer wieder gern als eine Art Heimspiel gefeiert werden. Warum? Das lässt er selbst kurz in seiner Erklärung einfließen: „In Heiligenzell erlebte ich mit dem Musikverein wunderschöne Jahre und wir haben viel gelacht.“ Dold plauderte aus dem Nähkästchen: Auf Dirigent Ferenc Geiger sollte Helmut Dold folgen. Aber die Proben waren komplett unterschiedlich. Die Vertrauensfrage wurde gestellt. Dold machte den Vorschlag: „Wir proben nach meiner Methode bis zum Osterkonzert. Wenn es nichts wird, gehe ich. Ist es ein Erfolg bleibe ich da.“ Ganze zwölf Jahre ist Dold geblieben.

Dold erzählte, als säße er mit seinen gut 120 Gästen, die in den Heiligenzeller Schlösslegarten gekommen sind, gemeinsam am Stammtisch. In seine Lieder ließ er kurzfristig Heiligenzell einfließen und besang die Schönheit des Dorfes. Über sein Gewicht erzählte er nur noch aus der Vergangenheit. Schließlich zierten ihn kaum mehr die vielzitierten Speckröllchen.

Auch Ehefrau Diana Dold ist Teil des Programms und singt im Duett

Auch Ehefrau Diana Dold wurde ins Programm eingebaut und begann zu singen: „Leider spreche ich kein Badisch.“ Das Lied im Duett mit Helmut Dold ist eine Abwandlung des Liedes der deutschen Künstlerin Namika und deren Hit „Je ne parle pas francais.“

Der Abend erfuhr eine lässig beschwingte Note, nicht zuletzt, weil Dold auch ein Künstler auf der Trompete ist und einen Hauch von jazzigem Swing in den Abendhimmel spielte. Zwischen Erzählungen und seinen Witzen holt er immer wieder die Trompete hervor. Er sprach immer wieder direkt sein Publikum an. Die Premiere ist geglückt. Das bestätigten am Ende die Gäste mit langanhaltendem Applaus.

Kulturrunde geht weiter

Die Open-Air-Veranstaltungen im Schlösslegarten gehen weiter: Am 18. August lädt Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp zu einem Abend in Sonnengelb ein. Ab 18.30 Uhr verwandeln die Gäste Tische und Bänke in ein Meer von Gelbtönen. Speisen und Getränke bringt jeder selbst mit. Eine vorherige Anmeldung ist per E-Mail an heiligenzell@ortsverwaltung.friesenheim.de oder unter Telefon 07821/6 33 77 71 erwünscht.