Die rund 60 Kinder und ihre Betreuer im Waisenhaus in Burundi freuen sich über die erneute Lieferung von wichtigen Hilfsgütern durch die "Helfenden Hände". Foto: Helfende Hände

Für die Mitglieder und Unterstützer des Vereins "Helfende Hände" aus Nagold ist es eine Herzensangelegenheit, auch in Pan­demiezeiten humanitäre Hilfe zu leisten. Vor wenigen Wochen ist ein weiterer Container mit Hilfsgütern in Burundi eingetroffen.

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Nagold - Bereits seit 2003 engagiert sich die Organisation in Burundi und Mauretanien. Die beiden afrikanischen Länder zählen zu den ärmsten der Welt. Die Helfenden Hände haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern und Kinder in Schulen und Waisenhäusern zu unterstützen. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und besteht aus rund 150 Mitgliedern. Dazu zählen auch einige Fachleute aus Branchen wie dem Handwerk oder dem Gesundheitswesen, die allesamt ehrenamtliche Arbeit leisten.

Durch die Corona-Pandemie sei es derzeit allerdings nicht möglich, vor Ort Hilfe zu leisten, erklärt Günter Seibold, der Vorsitzende der Helfenden Hände. Das würde man sich in diesen Zeiten auch gar nicht trauen und sei "unvernünftig."

Neben den Einsätzen in Afrika wurde in den vergangenen Jahren auch bereits mehrmals medizinisches Personal aus Mauretanien und Burundi nach Deutschland eingeflogen, um es in deutschen Krankenhäusern weiterzubilden. Das sei momentan ebenfalls nicht möglich, sagt Seibold. Es gebe allerdings einen Arzt aus Burundi, der nun in Deutschland lebe und eine Facharztausbildung absolviere. Er diene als Vermittler zwischen den Helfenden Händen und der Bevölkerung in Burundi, erzählt Seibold.

Der Verein versuche trotz Pandemie weiterhin alles, um die Bevölkerung zu unterstützen. "Viele denken, jetzt steht die Welt still", sagt Seibold. Die alltäglichen Probleme der Armen würden allerdings weiterhin bestehen, die Hilfe müsse weitergehen. Man stehe deshalb in regem Kontakt über E-Mail und Telefon. Auch wenn in Burundi große Teile der Bevölkerung in Armut leben, sei die Mobilfunkabdeckung dort sehr gut und sogar besser als in Deutschland. Bezüglich des Coronavirus sei die Lage vor Ort "nicht dramatisch" und "nicht mit Europa zu vergleichen", betont Seibold.

Container mit Hilfsgütern

An Einsätze in Afrika ist derzeit dennoch nicht zu denken – allerdings verschickt der Verein weiterhin mindestens einmal jährlich einen Container mit Hilfsgütern unterschiedlichster Art.

Vor wenigen Wochen ist nun ein weiterer, zwölf Meter langer Container in Burundi eingetroffen. Neben Schulmaterial, Milchpulver und Wasserleitungen hat der Container auch wichtige medizinische Geräte für das staatliche Distriktkrankenhaus in Kirundo enthalten, welches der Verein bereits seit Jahren unterstützt. Die acht Ärzte des Krankenhauses sind für knapp 800 000 Einwohner zuständig, außerdem ist auch die medizinische Ausstattung bei weitem nicht ausreichend. Für eine Schreinereiwerkstatt, die mithilfe des Vereins aufgebaut werden konnte, wurden der Lieferung zudem einige Maschinen sowie Arbeitsmaterial beigefügt. Jungen, arbeitslosen Männern aus der Region soll dadurch ermöglicht werden, das Schreinerhandwerk zu erlernen.

Insgesamt 80 Kubikmeter an Hilfsgütern wurden im November letzten Jahres auf Reisen geschickt, darunter auch ein Pick-up-Truck. Dieser soll dem katholischen Pater Leopold zur Verfügung gestellt werden, der in Burundi ein Kinderheim betreibt. Finanziert wurde der Pick-up durch den Verkauf eines Gabelstaplers, den die Firma Fischer aus Waldachtal dem Verein gespendet hatte. Dieser brachte dem Verein rund 20 000 Euro ein.

Pater Leopold wurde aufgrund eines schweren Autounfalls vor wenigen Jahren bis vor kurzem in einem Krankenhaus behandelt. Das neue Fahrzeug soll seinen Alltag erleichtern und ihn bei der Versorgung der Kinder unterstützen. Das Waisenhaus ist eines der Herzensprojekte der Helfenden Hände und beherbergt circa 60 Kleinkinder. Es wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Info: Der Verein

Wer den Verein unterstützen möchte, kann dies mit einer Sach- oder Geldspende tun. Es wird wieder Material für den nächsten Container gesammelt, der diesmal nach Mauretanien gehen wird. "Medizinische Güter sind besonders gefragt", sagt Seibold. Hinweise zu möglichen Restbeständen von Krankenhäusern oder Arztpraxen seien willkommen. Jeder könne dem Verein helfen, unabhängig von Art und Umfang der Unterstützung, betont Seibold.Weitere Informationen unter www.helfende-haende.cw-net.de/

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