Bald könnte in Neubauten wieder mit Gas und Öl geheizt werden. Das wird auch in Rottweil stark diskutiert. (Symbolbild) Foto: maho - stock.adobe.com

Die Lockerungen im Heizungsgesetz werden heiß diskutiert. Leserin Beate Kalmbach aus Rottweil hat eine klare Meinung zum Eckpunkteplan der Regierungskoalition.

Das Gebäudeenergiegesetz ist nicht von der Ampel. 2020 wurde es unter CDU-Führung beschlossen, als Umsetzung der EU-Energieeffizienz und Gebäuderichtlinien, und es sollte zentraler Bestandteil einer Wärmewende sein. Die Ampel hatte Maßnahmen dahingehend ergriffen, die Regierung jetzt nimmt sie zurück.

 

Dass auch bei ihr noch „Klima“ draufsteht, dient eher Marketingzwecken. Biogas und Efuels sind tolle Technologien, aber um Erdöl in diesen Mengen zu ersetzen ganz und gar nicht effizient – auch nicht in Sachen Klimaschutz. Der allerdings wird eh nur dann akzeptiert, wenn er nicht stattfindet. Oder aber er ist einfach „schön“, wie ein neuer Park zum Beispiel.

Maßnahmen teuer für Mieter und weniger Begüterte

Nun dürfen also wieder Öl-und Gasheizungen eingebaut werden. Das wird teurer für Mieter und weniger Begüterte. Aber das soll jetzt nicht das Problem sein. In einer globalisierten Welt kommt man um gewisse Abhängigkeiten kaum umhin.

Windkraft und Solarenergie – auch das sind hiesige Firmen und Arbeitsplätze – werden schamlos ausgebremst. Derweil redet man von Technologieoffenheit und meint doch „das Alte behalten“. Abhängigkeit von Öl und Gas ist opportun, auch wenn das teurer wird. Die Gasspeicher sind leer wie selten; man muss gucken, dass man wieder auffüllt, auch wenn die Zeit noch so ungünstig sei. Es werden Gas und Öl teurer; Krieg und Krisen überall. Gerade ist die Straße von Hormus gesperrt. Diese Gesetzesnovelle ist eine Rolle rückwärts wider jede Vernunft. Wo Wirtschaftskompetenz draufsteht ist billige Gschäftlemacherei drin.

Beate Kalmbach, Rottweil

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