Was zahlt eigentlich die Stadt Hechingen für ihre Gebäude für Heizung, Strom und Wasser? Die hohen Kosten infolge der Energiekrise 2022 gingen im Folgejahr zwar leicht zurück. Das Ziel der Verwaltung bleibt aber: möglichst autark mit erneuerbaren Energien werden.
Analog zu Privathaushalten hat auch die Stadtverwaltung Hechingen mit hohen Energiekosten infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Jahr 2022 zu kämpfen. Jüngst wurde der Energiebericht für die Jahre 2020 bis 2023 veröffentlicht. Darin ersichtlich sind die energierelevanten Verbrauchswerte von 43 städtischen Liegenschaften, darunter Hallen-Freibad, Turnhallen und Schulen.
Unter dem Strich stehen 2023 Gesamtkosten für Strom, Heizung und Wasser von rund 1,4 Millionen Euro. Davon entfallen 260 000 Euro auf Wasser, 435 000 Euro auf Strom und 711 000 Euro – rund die Hälfte – auf die Heizung. Im Gegensatz zum Jahr 2022 sind dies fast 200 000 Euro weniger – insbesondere die Stromkosten sind aufgrund eines Wechsels des Stromanbieters um 38 Prozent gesunken. Zu der Entlastung hat auch die Energiepreisbremse der Bundesregierung beigetragen, wie es im Bericht unter dem Punkt Kostenanalyse heißt. Doch erst im Vergleich zum Jahr 2021 wird das Ausmaß der Energiekrise deutlich: Damals wurden insgesamt knapp 980 000 Euro gezahlt.
Apple-TV’s sorgen für höheren Stromverbrauch im Gymnasium
Besonders die Stromkosten waren es, die 2022 infolge der Energiekrise in die Höhe geschnellt sind. Nämlich von 292 000 Euro (2021) auf 601 000 Euro (2022) – allerdings bei einem erhöhten Verbrauch. Auch die Heizkosten sind damals rasant von 479 000 Euro (2021) auf 751 000 Euro (2022) angestiegen, bei einem nur leicht erhöhten Verbrauch.
Deutlich wird im Energiebericht: Das Hallen-Freibad hat den höchsten Verbrauch an Strom und Wasser und den zweithöchsten Verbrauch an Wärme. Ein Beispiel: 27 Prozent des Stromverbrauchs macht allein das Hallen-Freibad aus und damit vier Prozent mehr als alle Schulen zusammen.
Bei den Schulen fällt indes ins Gewicht, dass diese jüngst digital aufgerüstet wurden – beispielsweise Klassenräume im Gymnasium mit Apple-TVs, Beamer oder Dokumentenkameras. Eine Folge: Der Stromverbrauch im Gymnasium ist um 27 000 Kilowattstunden (kW/h) von 2022 auf 2023 gestiegen. Im Jahresvergleich ist der Stromverbrauch insgesamt aber rückläufig – von 1,312 Millionen kW/h auf 1,283 Millionen kW/h.
Langfristiges Ziel: Klimaneutralität bis zum Jahr 2040
Dieser Trend entspricht auch der weiteren Zielsetzung der Stadt Hechingen, möglichst Energie zu sparen. So wurde beispielsweise das Warmwassser-Außenbecken 2023 von Januar bis April außer Betrieb genommen, dazu die Wassertemperatur im Lehrschwimmbecken der Grund- und Werkrealschule von 31 Grad auf 28 Grad gesenkt.
Damit die Verwaltung von externem Strom möglichst autark wird, sind 2023 PV-Anlagen auf den Gebäudedächern des Kindergartens Fürstin-Eugenie sowie der Grundschule in Stetten installiert worden. „Der Ausbau von städtischen PV-Anlagen muss weiter vorangetrieben werden“, steht auch im Ausblick des Energieberichts. Heißt: Potenzialflächen sollen untersucht und verpachtete Dachflächen nach Ende der Vertragszeit mit eigenen Anlagen bestückt werden.
Weitere Sparmaßnahmen, die bereits für das Jahr 2024 geplant wurden: Umrüstung auf LED-Beleuchtung, Belegung der städtischen Hallen optimieren und prüfen, welche elektrischen Geräte wie beispielsweise Kühlschränke tatsächlich gebraucht werden. Das perspektivische Ziel der Stadtverwaltung lautet: Klimaneutralität bis zum Jahr 2040.