Heizen mit Holz aus Sulz ist eine sinnvolle Sache, findet Marvin Mai. Auf eines muss man bei der Brennholz-Produktion jedoch ganz besonders achten.
Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler. Eine Möglichkeit, in diesen Zeiten die Wohnung wohlig warm zu halten, ist das Heizen mit Holz.
Einer, der da helfen kann, ist Marvin Mai. Denn für ihn ist Brennholz nicht nur bloße Energiegewinnung, sondern eine quasi vollendete Kreislaufwirtschaft.
Aktive Walderneuerung
„Unser Holz bekommen wir zu 85 Prozent vom Forstamt Sulz“, erklärt der Inhaber von Brennholz Mai. Dadurch hätten die Stämme einen kurzen Weg zum Produktionsplatz. „Es ist ein Rohstoff direkt ‚vor der Haustüre‘, den wir auch vollwertig nutzen können“, kommt er ins Schwärmen.
Das bedeutet: Stämme, die nicht als Wertholz an Sägewerke verkauft werden können, werden als Brennholz vermarktet. Diese Pflegemaßnahmen in den Wäldern fördere den Jungbestand, so dass eine neue Generation Bäume heranwachsen könne.
Ganzes regionales System
Auch gäbe es keinen Abfall. „Der Stamm wird vollständig genutzt“, erläutert er. Während der Stammanteil zu Brennholz werde, entstünde aus Nebenprodukte wie Sägemehl oder Spaltreste Einstreu für den Stall – oder sie könnten zu Hackschnitzel oder Kompost weiterverarbeitet werden.
„Brennholz bedeutet nicht nur mit Holz heizen, sondern zu einem effizienten regionalen System beitragen“, ist sich Mai sicher. Und das wollten seiner Einschätzung nach immer mehr Menschen.
Brennholz sogar noch günstiger
Denn auf die Frage, ob der Bedarf an Brennholz gestiegen sei, kommt ein „Ganz klares Ja!“. Denn besonders in angespannten globalen Zeiten, wie sie mit dem Ukraine-Krieg oder den US-Zöllen gegeben wären, spiele das Thema „regionaler Rohstoff“ eine große Rolle.
Schlägt sich das – gemäß der neoliberalen Marktlogik von Angebot und Nachfrage – auch im Preis wieder? Mai verneint. „Im Vergleich zum letzten Jahr konnten wir das ofenfertige Brennholz sogar günstiger als im Vorjahr anbieten“, erklärt er. Möglich war das durch einen verbesserten Maschinenpark und somit eine höhere Effizienz.
Mitten in der Natur
Allerdings rechne er langfristig im Brennholzbereich mit höheren Verbraucherpreisen. Grund dafür seien steigende Kraftstoff- und Maschinenkosten. Denn die gesamte Prozedur „vom Baumstamm bis zum fertigen Ofenscheit“ ist durchaus arbeitsintensiv.
„Den gesamten Prozess mitzuerleben, ist einfach schön“, kommt Mai jedoch auf das zu sprechen, was ihm an der Arbeit Freude bereite. So sei man bei der Holzernte tagelang im Wald – „mittendrin in der Natur“, beschreibt Mai die Situation – und habe quasi jeden einzelnen Stamm im Blick. „Jeder Handgriff muss sitzen – Fehler bedeuten Gefahr“, fasst er lakonisch zusammen.
Sagen, spalten, abtransportieren
Der Abtransport der Stämme stehe und falle sozusagen mit einer guten Planung. „Jede Maschinenstunde kostet Geld“, beschreibt er die sofortigen Folgen von Verzögerungen. So müsse klar sein, ob alle Wege befahren seien und wo Wendemöglichkeiten für das Gespann aus Traktor und Rückewagen vorhanden sind. „Wie viele Fuhren werden nötig sein? Welche Abhol-Stellen kann man kombinieren?“, zählt er weitere Punkte auf.
Eine definitiv langfristige Sache stellt die Brennholz-Produktion an sich dar. Erst werde der Stamm mit dem Sägespaltautomaten gesägt und gespalten, die fertigen Holzscheite unverzüglich mit dem Förderband in den Trocknungsanhänger gebracht.
„Unter 20 Prozent“
„Nach etwa vier Wochen in der Trocknung haben die Holzscheite noch eine Restfeuchte von rund 15 Prozent im Kern“, erläutert Mai. Denn diese Restfeuchte im Holzscheit sei einer der zentralsten Faktoren. „Bei zu viel Feuchte im Holz brennt das Holz schlecht und es kann zu Glanzrußbildung im Kamin kommen“, warnt er.
Eine zu geringe Restfeuchte hingegen könne zu Einbuße beim Brennwert führen. „Brennholz sollte immer unter 20 Prozent Restfeuchte liegen“, stellt der Experte fest.
Verwirrung vermeiden
Und sind die Scheite nun fertig, steht mit der Auslieferung an den Kunden auch noch einiges an. Wann und wie kann die gefragte Menge angeliefert werden und ist dann das passende Wetter, um die Scheite einzuräumen?
„Es ist wichtig, den Kunden den Unterschied zwischen Raummeter und Schüttraummeter zu erklären“, thematisiert Mai eine häufig auftretende Verwechslung. So sei ein Schüttraummeter ein Kubikmeter lose geschütteltes ofenfertiges Brennholz und entspricht etwa 0,7 Raummeter.