Wie kann man öffentlich unterstützt klimafreundlich heizen? Darüber werden die Schallbacher – hier das Gebiet beim Rathaus – im kommenden Jahr mehr wissen. Foto: Silke Hartenstein

Wie kann die Gemeinde etwas für das Klima tun und zugleich ihre Gaskosten senken? Darüber wird im kommenden Jahr der Gemeinderat informiert.

Zwei Vertreter des Energieversorgers Naturenergie Systeme sprachen unlängst mit Bürgermeister Christian Iselin.

 

Das Unternehmen ist unter anderem im Bereich dezentraler Energieerzeugung aktiv – und das, so Iselin, könnte interessant sein für den Gebäudekomplex Gemeindehalle, Rathaus und die Flüchtlingsunterkunft neben dem Rathaus in der Dorfstraße 4.

Denkbar sei hier eine Kombination aus Wärmepumpe und gasbetriebenem Blockheizkraftwerk (BHKW).

Was dem Bürgermeister gut gefiel: Laut Auskunft von Naturenergie Systeme könne der bestehende Gasheizkessel in das neue Heizsystem integriert werden und stünde dann für Spitzenlastzeiten zur Verfügung.

Die Photovoltaikanlagen auf Rathaus und Gemeindehalle, so Iselin auf Anfrage dieser Zeitung, würden im Sommer, im späten Frühjahr und frühen Herbst viel Strom erzeugen. Damit werden die Gebäude versorgt, danach wird der Stromspeicher für die Notstromversorgung der Gemeinde geladen.

Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist

Ist der Speicher voll, wird der überschüssige Strom ins Netz eingespeist und verkauft. Statt der, in sonnigen Zeiten wenig gewinnbringenden Einspeisung ins Netz, so Iselin, könnte man mit dem überschüssigen Solarstrom eine Wärmepumpe zur Warmwasserversorgung und Heizung der drei Gebäude versorgen. Das BHKW wiederum könnte in den dunklen Wintermonaten Strom und Abwärme zugleich erzeugen – also dann, wenn über die PV-Anlagen weniger Energie erzeugt würde.

Betreffs der stark gestiegenen Gaspreise für die jetzige Heizanlage habe die letzte Gasrechnung für den Rathauskomplex 9000 Euro betragen – zwei Jahre zuvor seien es noch 4600 Euro gewesen. Auch bei der Dorfstraße 4 sieht Iselin durch eine dezentrale Heizanlage Sparpotenzial, bislang werde das Anwesen mit Nachtspeicher- und Holzöfen beheizt.

Gemeinde profitiert von Ausschüttung

Vorteilhaft für das Projekt könnte die im vergangenen Oktober vom Gemeinderat beschlossene Beteiligung Schallbachs an „naturenergie vernetzt“ sein. Das Beteiligungsprogramm der Naturenergie-Gruppe für Kommunen bietet neben einer jährlichen Dividende von rund 2,95 Prozent und einer erfolgsabhängigen Zusatzausschüttung ein Förderprogramm für Projekte unter anderem aus den Bereichen CO2-Einsparung, Ressourcen- oder Energieeinsparung.

Info: Naturenergie Systeme ist Teil der Unternehmensgruppe naturenergie holding AG und bietet ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich dezentraler Energieerzeugung. Das reicht von Blockheizkraftwerken über Wärmepumpen, Biomasse- und Gasheizkessel bis zu Dachflächen-Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladestationen für Elektroautos. Naturenergie Systeme vertreibt und installiert Wärmepumpen, Spitzenlastkessel und BHKWs und plant und realisiert Heizzentralen, die mit unterschiedlichsten Wärme- und Energieerzeugern und den zugehörigen Speichersystemen ausgestattet sind.