Die Lockerungen des Heizungsgesetzes führt auch in Rottweil zu Diskussionen. (Symbolbild) Foto: maho - stock.adobe.com

Gas und Öl könnten in Neubauten bald wieder möglich sein. Leser Rainer Thieringer aus Bösingen hält das für den falschen Weg und fordert einen Technologieübergang.

Die Regierung ignoriert unbeirrt die Gesetze von Mathematik und Physik. Frau Weiss feiert das als „Planungssicherheit“ – doch die Rechnung geht nicht auf: Heizungen haben eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Wer in den nächsten Jahren eine neue Öl- oder Gasheizung einbaut und Deutschland gleichzeitig an der Klimaneutralität bis 2045 festhält (Verfassung!), muss diese Heizungen vor 2045 wieder herausreißen. Immerhin: Das kann man planen.

 

Die versprochene „Technologieoffenheit“ klingt gut, hat aber einen Haken: Selbst wenn Deutschlands gesamte Agrarfläche nur für Biodiesel genutzt würde, reicht die Menge nicht einmal für den heutigen Dieselverbrauch – zu essen gäbe es dann nichts mehr.

Grüner Wasserstoff braucht Vielfaches an Strom

E-Fuels und grüner Wasserstoff benötigen ein Vielfaches an Strom gegenüber der direkten elektrischen Nutzung. Zwei Fragen bleiben offen: Wie erreichen wir so Klimaneutralität bis 2045? Und wer bezahlt die immensen Mehrkosten für die Grüngase?

Ein sukzessiver Technologieübergang ab jetzt wäre ehrlicher und machbar. Deutschland hätte dann noch eine Chance, bei innovativen Technologien global mitzuspielen. Wer Technologieoffenheit fordert, könnte auch einfach keine Strategie haben.

Rainer Thieringer, Bösingen

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