Vor allem ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei zunehmendem Alter wichtig. (Symbolfoto) Foto: Jana Bauch/dpa

Zum Wochenende kündigen sich wieder höhere Temperaturen in Sulz an. Für Ältere ist das besonders gefährlich. Wir wollen wissen: Wie geht man im Pflegeheim mit der Hitze um?

Wenn die Temperatur an der 30-Grad-Marke kratzt, insbesondere mehrere Tage hintereinander, ist das für ältere Bürger körperlich besonders belastend. Welche Gefahren drohen, und wie im Haus der Betreuung und Pflege am Stockenberg mit der Herausforderung Hitze umgegangen wird: Wir haben nachgefragt.

 

Desiree Müller aus dem Bereich Kommunikation des Pflegeheims erklärt, mit zunehmendem Alter lasse das Durstempfinden nach, die Haut verliere an Elastizität, und die Wärmeregulation funktioniere nicht mehr so zuverlässig – all das erhöhe das Risiko für Kreislaufprobleme, Austrocknung oder gar Hitzschläge.

Abstufung nach Hitzewarnstufen

Im Haus am Stockenberg sei man auf die Herausforderungen bestens vorbereitet, betont sie. Das Fachpersonal arbeite nach einem detaillierten Hitzeschutzkonzept. „Die darin festgelegten Maßnahmen greifen abgestuft nach Hitzewarnstufen – und werden in jedem Wohnbereich gewissenhaft dokumentiert und protokolliert.“

Eine Hilfe dabei, eine maximale Raumtemperatur von 26 Grad zu gewährleisten, seien bauliche Möglichkeiten wie Rollläden, lichtundurchlässige Vorhänge und gezieltes Lüften in den kühlen Tageszeiten. Ventilatoren und bei Bedarf mobile Klimageräte sorgten zusätzlich für Entlastung.

Ein „Hitze-Menü“

Für die ausreichende Flüssigkeitszufuhr seien Trinkoasen mit kaltem Tee, Mineralwasser und Saftschorle gut sichtbar eingerichtet. Eine mobile Getränkestation werde täglich durch die Wohnbereiche gefahren.

„Auch wasserreiche Snacks wie Melonen, Tomaten, Gurken oder Kompott gehören zum Hitze-Menü“, erklärt Desiree Müller. Die Küche im Haus am Stockenberg stelle in dieser Zeit verstärkt kalte Speisen, Salate, Fruchtgelees oder leichte Milchmixgetränke zur Verfügung.

Was die pflegerischen Maßnahmen angeht, so werde auf locker sitzende Kleidung, kühlende Waschungen, lauwarme Fußbäder oder kühlende Körperlotionen gesetzt. Bewohner mit gesundheitlichen Risiken würden engmaschig begleitet – bei Bedarf in Rücksprache mit ärztlichem Personal.

Ruhigere Gruppenaktivitäten

Hitze-Tage wirken sich auch auf das Alltagsprogramm im Haus der Betreuung und Pflege aus. Aktivitäten wie Gymnastik oder Spaziergänge würden bei Temperaturen über 30 Grad nach drinnen verlegt oder angepasst.

Stattdessen fänden in den angenehm temperierten Gemeinschaftsräumen Gruppenangebote, wie kreatives Gestalten, Musikrunden oder gesellige Sommernachmittage mit Eis und Fruchtbowle statt.

Auf diese Weise wolle man Sicherheit, Wohlbefinden und Lebensqualität auch bei großer Hitze gewährleisten, erklärt Desiree Müller.