Gespannt darf man sein, welche Mannschaftsteile dem Derby den Stempel aufdrücken: ob die Offensive (Jonas Haag vom SV Seedorf) oder die Defensive des VfB Bösingen Foto: Rudolf

Das sportlich wohl spannendste Derby aller Zeiten zwischen dem VfB Bösingen und Überraschungsteam SV Seedorf steht unter ganz besonderen Vorzeichen: Vierter gegen Dritter ist ein Spitzenspiel der Extraklasse.

Corona verändert für die Fans allerdings neben dem Platz erneut die Spielregeln. Verschärfte Kontrollen: Seit Mittwoch gilt für den Zutritt bei Sportveranstaltungen wie diesen Lokalkampf im WFV-Gebiet die verschärfte 2G-Plus-Regel, was für die Zuschauer bedeutet, dass sie neben geimpft oder genesen zu sein zusätzlich einen Test benötigen. Das Handy mit dem entsprechenden QR-Code, dem aktuellen Testergebnis und/oder den gelben Impfpass samt aller Nachweise und den Personalausweis sollten die Besucher griffbereit zücken können.

Fabian Banholzer, Spielleiter des VfB, hat sich bereits zu Wochenbeginn mit seinen Bösinger Vorstandskollegen bei einer Sitzung beraten, wie der Verein seiner Kontrollpflicht auf dem Sportgelände nachkommen kann und möchte. "Wir haben uns Gedanken gemacht, weil wir unter normalen Umständen ohne Corona eine größere Zuschauerkulisse erwarten würden. Vor 14 Tagen gegen Nagold kamen schon knapp 500 Leute die wir kontrolliert haben, diesmal wissen wir nicht, ob es noch mehr werden oder ob die Testpflicht manchen Zuschauer wegen des Aufwandes im Vorfeld doch abschreckt. In jedem Fall bleibt das Bösinger Sportheim geschlossen", so Banholzer. Die Verantwortlichen beider Vereine hoffen zudem auf ein verantwortungsbewusstes und diszipliniertes Verhalten der Zuschauer vor, während und nach der Partie was die Kontaktvermeidung zum Wohle aller Besucher angeht.

Seedorf hat 37, Bösingen 36 Punkte. Währen die Hausherren mit 56 erzielten Treffern den bislang besten Angriff der Liga haben (SVS: 49) kassierte die Gästeabwehr erst 20 Gegentreffer (VfB: 27). Torjäger haben beide Teams in ihren Reihen: Auf Bösinger Seite Liga-Primus Torsten Müller (18), dazu noch Marius Müller (11) und Yannick Spät (8), die den Löwenanteil der im Schnitt 3,0 Tore pro Partie beisteuerten. Beim SV Seedorf trafen Jonas Haag (13), Dennis Rothkranz (9) sowie Tom Ritzel (7) am häufigsten.

Peter Leopold, Trainer des VfB, ist gespannt, "welche Mannschaft die besseren Ideen und Spiellösungen parat hat, um den Gegner zu knacken", ist es für ihn ein klares 50:50-Spiel. "Beide wollen ganz oben dranbleiben. Wir haben uns aber im Training diese Woche keinen Druck gemacht. Wir wissen wo Seedorf seine Stärken hat. Sie sind sehr gut organisiert, taktisch diszipliniert, haben sehr viel Erfahrung auf dem Spielfeld und stehen deswegen nicht umsonst da oben drin und haben nur ein Spiel verloren." (1:2 in Maichingen, a.d.R.).

Personell hat der VfB Bösingen den nahezu gleichen Kader wie vergangenes Wochenendes zur Verfügung. Noch zum Team dazu stoßen Noah Kimmich und Jannik Botzenhart, "daher können wir aus dem Vollen schöpfen und werden uns etwas einfallen lassen."