Das Hochzeitsfest sollte zum Paar passen und nicht in erster Linie den Erwartungen anderer entsprechen, findet Raffaela Salamon, hier beim Interviewtermin auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein. Foto: Beatrice Ehrlich

Raffaela Salamon organisiert für ihr Leben gern. Als Hochzeitsplanerin hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Raffaela Salamon aus Weil am Rhein will mit Paaren zusammen deren schönsten Tag gestalten. Wie sie dabei vorgeht und was ihr wichtig ist, berichtet die junge Frau im Interview.

 

Als Hochzeitsplanerin übernehmen Sie die Planung eines ganz besonderen Tages im Leben anderer Menschen. Wie sind Sie dazu gekommen? Wie kam Ihnen die Idee?

Ich habe schon immer ein Faible für Organisation, Details und schöne Gestaltung gehabt. Auch in meinen früheren beruflichen Tätigkeiten habe ich oft Planungs- und Organisationsaufgaben übernommen und schnell gemerkt, dass mir das sehr liegt. Der entscheidende Auslöser war dann meine eigene Hochzeitsplanung – während dieser Zeit habe ich gemerkt, wie viel mir diese Arbeit bedeutet und dass ich das beruflich machen möchte. Daraufhin habe ich Anfang 2024 die Ausbildung zur Hochzeitsplanerin gemacht und mich 2025 selbstständig gemacht.

Was wünschen sich die Menschen für diesen Tag?

Vor allem Entlastung und Sicherheit in der Planung. Viele unterschätzen, wie aufwendig eine Hochzeit ist. Gleichzeitig wünschen sich die meisten eine Feier, die persönlich ist und sich nicht nach Standard anfühlt.

Wie spielt sich eine solche Planung ab?

Am Anfang steht immer ein ausführliches Kennenlernen, bei dem es um Wünsche, Vorstellungen und das Budget geht. Darauf aufbauend entwickle ich gemeinsam mit dem Paar ein Konzept und unterstütze bei der Suche nach passenden Locations und Dienstleistern. Im weiteren Verlauf geht es um die Detailplanung – vom Ablauf bis hin zur Gestaltung. Je näher der Hochzeitstag rückt, desto intensiver wird die Abstimmung.

Am Tag selbst übernehme ich auf Wunsch die Koordination vor Ort, damit sich das Paar wirklich zurücklehnen und den Tag genießen kann.

Sehen Sie sich eher als Drehbuchschreiberin oder Regisseurin für ein gelungenes Hochzeitsfest?

Ich würde sagen: beides – aber mit klarer Gewichtung. Das Paar schreibt die Geschichte und bringt seine Wünsche und Vorstellungen mit, gleichzeitig ergänze ich das Ganze mit eigenen Ideen und Impulsen, gerade wenn am Anfang noch Unsicherheit da ist. Am Ende sehe ich mich vor allem als Regisseurin, die alles zusammenführt und dafür sorgt, dass die Hochzeit genau so umgesetzt wird, wie das Paar es sich vorgestellt hat.

Was hat sich geändert im Vergleich zu früher?

Hochzeiten sind heute deutlich aufwendiger und individueller als früher. Während es früher oft bei einer klassischen Feier blieb, wird heute viel mehr Wert auf ein stimmiges Konzept und persönliche Details gelegt. Freie Trauungen, individuelle Abläufe und eine bewusste Gestaltung spielen eine große Rolle. Gleichzeitig sind viele Paare auch bereit, mehr Budget in diesen besonderen Tag zu investieren.

Gibt es Trends?

Ja, die gibt es auf jeden Fall – wobei der größte Trend eigentlich ist, dass Hochzeiten immer individueller werden. Viele Paare möchten kein Standardkonzept mehr, sondern einen Tag, der wirklich zu ihnen passt. Aktuell sieht man viele kleinere und bewusstere Feiern sowie freie Trauungen.

Natürliche Farben und besondere Locations sind gefragt – etwa eine Feier in einer Scheune oder „outdoor“. Auch „Destination Weddings“ werden immer beliebter – viele Paare entscheiden sich dafür, ihre Hochzeit im Ausland zu feiern, oft verbunden mit mehreren gemeinsamen Tagen mit Familie und Freunden. Foodtrucks, Live-Acts und anderes bis hin zum Feuerwerk sind zur Unterhaltung der Gäste beliebt.

Welche Wünsche können Sie erfüllen, welche nicht?

Viele Wünsche lassen sich umsetzen – aber nicht alles ist sinnvoll oder realistisch. Meine Aufgabe ist es nicht nur, Ideen umzusetzen, sondern auch ehrlich zu beraten. Grenzen gibt es vor allem beim Budget, bei der Verfügbarkeit oder wenn Vorstellungen organisatorisch nicht umsetzbar sind.

Was ist Ihr Eindruck: Worauf können Brautpaare heute gut verzichten?

Auf alles, was sich für sie nicht stimmig anfühlt – vor allem auf Traditionen oder Programmpunkte, die man nur übernimmt, weil man sie früher so gemacht hat. Viele Paare gestalten ihre Hochzeit heute deutlich individueller und lockerer.

Was darf auf keinen Fall fehlen?

Echte Emotionen, eine gute Stimmung und die richtigen Menschen. Am wichtigsten ist, dass sich das Paar sich selbst und seinen Vorstellungen treu bleibt.

Welche Idee von Hochzeitspaaren fanden Sie besonders schön?

Ich finde es besonders schön, wenn Paare persönliche Elemente einbauen – zum Beispiel individuelle Eheversprechen oder Details, die ihre eigene Geschichte widerspiegeln.

Und welche hat bei Ihnen erst einmal für Kopfzerbrechen geführt?

Herausfordernd wird es zum Beispiel, wenn parallel Dinge geplant werden, ohne dass alle Informationen zusammenlaufen – etwa wenn Überraschungen oder Programmpunkte organisiert werden, von denen ich nichts weiß. Deshalb ist eine enge Abstimmung im Vorfeld besonders wichtig.

Übernehmen Sie auch die Organisation anderer Feste?

Mein Fokus liegt aktuell klar auf Hochzeiten. Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass auch Interesse an anderen Anlässen besteht. Perspektivisch möchte ich mein Angebot daher auf Events wie Geburtstage oder Taufen erweitern. Eine erste Anfrage für eine größere Geburtstagsfeier in 2027 hat sich bereits aus einer Hochzeitsplanung dieses Jahres im Januar ergeben.

Zur Person

Raffaela Salamon, ist in Alt-Weil aufgewachsen ist, ist Kauffrau für Tourismus und Freizeit und seit Mai 2024 verheiratet. Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen ist ihr sehr wichtig, sie hat einen Hund.

Eine große Leidenschaft ist für sie alles rund um Dekoration. Aus dieser Begeisterung heraus entsteht aktuell ihr eigener Deko-Verleih.

Info: Yes Liebe , Tel. 0151 202 98 019, E-Mail: info@yesliebe.de

www.yesliebe.de