Lombach ist laut Martina Schmid vom Heinzelmannhof „das gesegnete Land, wo Milch, Honig und Schnaps fließen“. Davon wollten sich Regierungspräsidentin Sylvia Felder und Landrat Klaus Michael Rückert selbst überzeugen.
Regierungspräsidentin Sylvia Felder liebt Kühe. Deshalb war für sie der Besuch auf dem Hof der Familie Heinzelmann in Lombach auch „gefühlt ein Urlaubstag“.
Seit vier Jahren tourt Felder nun schon durch die Landkreise des Regierungsbezirks, um landwirtschaftliche Betriebe kennenzulernen. In Begleitung von Landrat Klaus Michael Rückert, Bernhard Staer vom Landwirtschaftsamt und einigen Mitarbeitern des Regierungspräsidiums informierte sich Felder über die verschiedenen Standbeine des idyllisch gelegenen Heinzelmannhofs in Lombach.
Aktuell wird dieser von Stefan und Carina Heinzelmann in der achten Generation bewirtschaftet, Stefans Vater Siegfried hilft tatkräftig im fast 300 Jahre alten Familienbetrieb mit. Schwester Martina hat vom Vater die Leidenschaft für das Schnapsbrennen geerbt und mit über 40 Jahren noch eine Ausbildung zur Brennerin in Offenburg gemacht, wie sie bei der Wanderung auf der Schnapsrunde erzählt.
Idee 2021 umgesetzt
Martina Schmid berichtet stolz: „Lombach ist das gesegnete Land, wo Milch, Honig und Schnaps fließen.“ Sie hatte auch die Idee zur „Lombacher Schnapsrunde“, eine richtige „Corona-Schnapsidee“. Als die Menschen sich nicht mehr treffen konnten, die Gastronomie geschlossen hatte, da entwickelte Schmid diese Idee und setzte sie 2021 in die Tat um.
Die gemütliche Rundtour mit fünf Stationen führt auf barrierearmen Wegen knapp sieben Kilometer durch die Wälder und Wiesen rund um Lombach. An jeder Station gibt es eine oder mehrere der selbst gebrannten Spezialitäten zum Probieren. Auch alkoholfreie Getränke stehen bereit.
Nicht mehr als acht Gruppen pro Tag
Anmelden können sich Interessierte digital, telefonisch oder direkt auf dem Hof. Schmid achtet darauf, dass nicht mehr als acht Gruppen am Tag unterwegs sind, damit aus der Genusswanderung kein Massenevent wird.
Gleich die erste Station liegt im schattigen Wald, die Gäste aus Karlsruhe zeigten sich begeistert – vom Ambiente ebenso wie vom Waldbeerlikör, der hauptsächlich aus Schlehen und wenigen Brombeeren hergestellt wird. An der zweiten Station wartet eine Sitzgruppe mit Stammtisch und ein Himbeergeist auf die Wanderer. Alle Zutaten stammen aus der Region, die Möbel hat Martina Schmids Mann, gelernter Schreiner, hergestellt.
Die Heimat neu entdeckt
„Seit einigen Jahren ist Wandern wieder richtig in, nachdem es lange Zeit als ‚uncool‘ galt“, sagt Martina Schmid. Und während der Pandemie hätten viele auch wieder die Heimat neu entdeckt.
Mit der Schnapsrunde soll auch die Direktvermarktung der Spirituosen gefördert werden, die im Hofladen angeboten werden. Der ist ein weiteres Standbein, zusammen mit dem Milchhäusle, in dem es rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche Milch und Eier aus der eigenen Produktion zu kaufen gibt.
Den Schwerpunkt auf dem Hof bildet die Milchwirtschaft, 75 Milchkühe und einige Jungtiere schauen den Besuchern erwartungsvoll aus ihrem luftigen und schattigen Stall entgegen. „Einige der Milchkühe sind schon 14 oder 15 Jahre alt, deutlich älter, als Kühe im Durchschnitt (fünfeinhalb Jahre) bei uns werden“, berichtet Seniorchef Siegfried Heinzelmann. Carina Heinzelmann sagt: „Unsere Kühe haben alle Namen, und wenn wir eine aus Altersgründen verlieren, so ist das jedes Mal ein trauriges Erlebnis.“
Verständnis entwickeln
Das Motto der Familie Heinzelmann „Wir leben und lieben Landwirtschaft“ wird deutlich. Darum betreibt die Familie auch viel Öffentlichkeitsarbeit, der Hof ist als „Lernort Bauernhof“ und als „Muh die Kuh“-Betrieb zertifiziert. Damit sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, Einblick in den Alltag auf einem Bauernhof zu bekommen und Verständnis für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu entwickeln.
Kleine Anekdote
Liebesgeschichte
Auf einer der ersten Schnapsrunden begegneten sich zwei Gruppen an der ersten Station. Interessierte Blicke zwischen zwei Gästen gingen hin und her, an der vierten Station hat es dann gefunkt. Heute sind die beiden verheiratet.