Beim jüngsten Gastspiel von Maccabi Tel Aviv in England kam es erneut zu Protesten von Palästinenser-Gruppen. Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Der Stuttgarter Ableger von Free Palestine hat mit Blick auf das VfB-Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv eine Online-Petition gestartet. Die Hintergründe – und die Reaktionen des Vereins.

Noch ist es ein Weilchen hin bis zum politisch brisanten Heimspiel des VfB Stuttgart in der Europa League gegen den israelischen Vertreter von Maccabi Tel Aviv am 11. Dezember. Doch das Vorgeplänkel ist längst in Gang.

 

Ein Teil davon ist eine Online-Petition des Stuttgarter Ablegers von Free Palestine. Sie fordern den gastgebenden VfB zum Boykott auf. „Das Spiel muss gestoppt werden – was wir noch tun können“, heißt es in der Petition auf der Plattform change.org, der sich bis zum 17. November 645 Aktivistinnen und Aktivisten angeschlossen haben.

Israel-Kritiker formulieren Mail an Präsident Allgaier

Unter dem Betreff „Sicherheit und Verantwortung“ wurde zudem eine E-Mail an den VfB-Präsidenten Dietmar Allgaier vorformuliert. Diese, so fordert es Wera van Dillen von Free Palestine Stuttgart, solle in möglichst hoher Anzahl an den VfB Stuttgart versendet werden. In der Mail wird in zahlreichen Fragen auf Sicherheitsbedenken hingewiesen. Sie endet in dem Appell: „Nehmen Sie die Sorgen vieler Fans und sicher auch einiger Spieler ernst und unternehmen Sie alles in Ihrer Macht Stehende, um eine sichere, friedliche und respektvolle Atmosphäre zu gewährleisten, und wenn dies nicht möglich ist, das Spiel abzusagen.“

Im November 2024 war es rund um ein Maccabi-Auswärtsspiel in Amsterdam zu schweren Ausschreitungen gekommen. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Nun liegt es nicht in der Hand der Vereine, Spiele in der Europa League abzusagen. Wenn, dann in der Hand der Uefa. Doch darauf gibt es keinerlei Hinweise. Beim VfB, so heißt es, habe man die Petition der Israel-Kritiker zur Kenntnis genommen. Von einer Flut an E-Mails ist man bislang verschont geblieben. Derweil laufen die Vorbereitungen auf das brisante Spiel im Hintergrund auf Hochtouren. Nicht nur in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden, sondern auch mit Vertretern von Maccabi Deutschland, der israelitischen Religionsgemeinschaft Baden-Württemberg, der jüdischen Gemeinde in Stuttgart sowie dem baden-württembergischen Antisemitismus-Beauftragten Michael Blume.

Beim Europa-League-Teilnehmer aus Stuttgart ist man sich bewusst, dass die Partie am 11. Dezember kein normales Fußballspiel sein wird. In der jüngeren Vergangenheit war es rund um Maccabi-Spiele immer wieder zu Ausschreitungen gekommen – am schlimmsten vor einem Jahr in Amsterdam. Beim jüngsten Auswärtsspiel von Maccabi Tel Aviv in Birmingham gegen Aston Villa waren die in Teilen als rechtsradikal geltenden Fans von Maccabi auf Anordnung der örtlichen Polizei ausgeschlossen worden. Dieses Szenario, so heißt es beim VfB, möchte man in Stuttgart aber „nach aller Möglichkeit“ verhindern.