Die eigene Quelle liefert gutes Wasser, doch muss die Entnahme zeitweise gedrosselt werden. Die neue Alpirsbacher Bürgermeisterin rückt in den Verwaltungsrat.
Die Heimbach-Wasserversorgungsgruppe hat bei ihrer jüngsten Sitzung im Dornhaner Bürgersaal im Farrenstall den Haushaltsplan 2026 verabschiedet. Trotz Investitionen kann der bisherige Wasserpreis gehalten werden.
Eine der größten Maßnahmen in diesem Jahr war der Bau der Druckerhöhungsanlage am Hochbehälter Röte, dem höchsten Punkt von Dornhan. Damit konnte die Wasserversorgung des Blumentäles, der landwirtschaftlichen Höfe bis zum Kinderheim und dem neuen Naturkindergarten deutlich verbessert werden.
Deutliche Verbesserung
Das Blumentäle war bisher von Marschalkenzimmern her versorgt. Das Kinderheim bekam das Trinkwasser über einen „besseren Gartenschlauch“ vom Zitzmannsbrunnenbachtal. Mit der neuen Leitung sei die Wasserversorgung deutlich besser, sagte Martin Schaible vom Ingenieurbüro Dreher und Stetter. Es habe bereits positive Rückmeldungen von den Anliegern gegeben.
Ein neues Projekt ist die Verkleinerung des Hochbehälters Gundelshausen. Wegen der Tierhaltung im Ort war der Wasserverbrauch früher höher, jetzt aber, so Verbandsvorsitzender Markus Huber, fehlten die Tiere. Deshalb solle der Hochbehälter rückgebaut werden.
Wohin mit dem Löschwasser?
Dass dieser viel zu groß ist, bestätigte Martin Schaible. Gefüllt werden müsse er nur deswegen, um Löschwasser vorzuhalten. „Wenn es nicht brennt, bleibt das Wasser zwei Wochen im Hochbehälter, das ist eine zu lange Zeit“, erklärte er. Mit der Auslagerung des Löschwassers in eine landwirtschaftliche Grube wird das Problem gelöst. Eingebaut wird nun als Zwischenspeicher ein zweikammeriger Kunststoffbehälter. Baubeginn ist Anfang kommenden Jahres, Abschluss der Arbeiten Ende 2026. Wegen des Kunststoffbehälters wurden Bedenken geäußert. Schaible versicherte: „Wir haben keine Anreicherung von Mikroplastik.“
Bei der Wasserversorgung hat es dem Bericht von Wassermeister Marc Kraibühler zufolge so gut wie keine Probleme gegeben. Die Nitratbelastung der Brandecker Quelle lag im November bei 24 Milligramm je Liter (Grenzwert: 50 Milligramm pro Liter). Die Landwirte bemühten sich, dass kein zusätzlicher Nitrateintrag erfolge. Der Härtegrad liege bei bei 11,2 Grad deutscher Härte. Substanzen wie PFAS oder Halogenessigsäure seien im Trinkwasser nicht nachweisbar, informierte Kraibühler.
Entnahme gedrosselt
Die sehr geringen Niederschlagsmengen von Februar bis April führten dazu, dass die Wasserentnahme aus den Quellen von 25 auf zehn bis elf Liter pro Sekunde gedrosselt werden musste. „Wenn wir 25 Liter in der Sekunde hätten, wäre es ein Segen“, sagte Kraibühler. Zumindest soll diese Entnahme rechtlich sichergestellt werden. Die Verbandsverwaltung will einen Erhöhungsantrag beim Wasserwirtschaftsamt stellen.
Im nächsten Jahr muss das undichte Dach des 42 Meter hohen Wasserturms repariert geben. Es sei Fremdwasser eingedrungen, jedoch nicht in die Kammern. Die Sanierungskosten sind im neuen Haushaltsplan mit 70 000 Euro veranschlagt.
Gemeinden erhalten Rückzahlung
Im vergangenen Jahr mussten einige Vorhaben geschoben werden. Die Verbandsgemeinden erhielten daher Rückzahlungen in Höhe von 60 000 Euro, berichtete Verbandsrechner Benjamin Gramlich. Der Etat 2026 sieht im Erfolgsplan Einnahmen und Ausgaben von jeweils 1,17 Millionen Euro vor.
Bei den Investitionen, darunter das Strukturgutachten für den nördlichen Bereich des Landkreises Rottweil (95 000 Euro), der Hochbehälter Gundelshausen (330 000 Euro) sowie die Anschaffung von Soft- und Hardware (55 000 Euro), sind Ausgaben von 592 000 Euro geplant. Die Liquidität verringert sich von einer Million Euro Ende 2025 auf 667 500 Euro Ende 2026.
Eine Kreditaufnahme ist nicht erforderlich. Das könnte sich jedoch 2029 ändern, deutete Gramlich schon mal an. Mittelfristig stehen höhere Investitionen an, unter anderem der Wasserleitungsbau vom Wasserwerk Brandeck zum Hochbehälter Peterzell (850 000 Euro). Die Betriebskostenumlage wird auf 1,41 Euro pro Kubikmeter festgesetzt und ist monatlich nachträglich entsprechend dem Wasserbezug fällig.
Im Verwaltungsrat gibt es ein neues Mitglied: Die neue Bürgermeisterin von Alpirsbach, Vanessa Schmidt, ist in das Gremium einstimmig gewählt worden.