Für Heiligen- und Engelsdarstellungen standen Aichhalder Modell.Inzwischen ist Näheres zu den Hintergründen einiger Abbildungen bekannt.Foto: Privat/ Foto:  

Um Willibrord Verkades Modelle für seine Heiligen- und Engelsdarstellungen in der Aichhalder Pfarrkirche St. Michael geht es demnächst in einem Vortrag von Jürgen Hils in der katholischen Kirche.

Auf Spurensuche in Aichhalden hat sich der Heimatforscher Jürgen Hils begeben und lädt am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr zu seinem Vortrag „Willibrord Verkades Modelle für seine Heiligen- und Engelsdarstellungen in der Kirche St. Michael“ in die eben bereits genannte Kirche, Rathausstraße 4, ein. Geplant ist, dass der Vortrag, der von der katholischen Kirchengemeinde Aichhalden und dem Heimat- und Geschichtsverein Aichhalden-Rötenberg organisiert wurde, eineinhalb Stunden dauern wird.

Der geschichtliche Hintergrund ist grob umrissen Folgender: Im Jahr 1906 war der Beuroner Benediktinermönch Willibrord Verkade für fünf Monate in Aichhalden und hat die Pfarrkirche St. Michael ausgemalt. Kunsthistorisch wurden diese Malereien laut Hils schon ausgiebig gewürdigt. Daneben sei heimatgeschichtlich interessant, dass für die Gesichtszüge der 22 Heiligen an den Wänden des Kirchenschiffs sowie die acht Engel im Chor teilweise Kinder und Jugendliche aus Aichhalden sowie weitere Personen als Modell fungierten.

Aufgeschriebene Erinnerungen

Lina Weißer, damals Modell für die heilige Magdalena, konnte hierzu noch zu Lebzeiten befragt werden. Nun sind die aufgeschriebenen Lebenserinnerungen der Agnes Ginter, damaliges Modell der heiligen Notburga, bekannt geworden. Auch sie nennt mehrere Namen weiterer Modelle.

Durch diese beiden unabhängigen Aussagen der Zeitzeuginnen sowie sonstige Informationen kann nun mit relativer Sicherheit für elf der Heiligen und den vierfach dargestellten Engel im Chor nachvollzogen werden, wer Verkades Modelle waren. Weitere Namen sind von verschiedenen Seiten bestätigt, konnten laut Hils bisher jedoch keinem Bild gesichert zugeordnet werden.

Der Heimatforscher Jürgen Hils wird während des Vortrags die Ergebnisse seiner Recherchen zu den Modellen von Verkades Heiligen- und Engelsdarstellungen vorstellen.

Weitere Forschungen

Der Vortragsreferent Hils arbeitet als Vermessungstechniker, lebt heute in Rottweil und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte seines Heimatortes Aichhalden.

In verschiedenen Veröffentlichungen hat er sich unter anderem bereits mit den Aichhalder Grenzsteinen, dem „Aichhalder See“ und der Erstnennung des Ortes befasst und hierzu jeweils auch öffentliche Vorträge gehalten.