Ein futuristisches Gehäuse, dunkle Silhouetten von Tannen und eine Kuckuckstür – so interpretieren Leopold & Kuckuck ein Stückchen Heimat neu.
Tuttlingen/Spaichingen - Ein futuristisch wirkendes Gehäuse aus nachhaltigem Holz in Form eines auf der Spitze stehenden Quadrats, lackiert in Tiefblau oder Dunkelgrün. Die dunkle Silhouette von Tannen, die sich auf dem Gehäuse abzeichnet. Und natürlich: Die charakteristische Kuckuckstür, die sich zu jeder vollen Stunde öffnet, wenn der Kuckuck erscheint und die Stundenzahl ruft.
So sieht die traditionelle Kuckucksuhr neu interpretiert von dem Tuttlinger Start-Up Leopolt & Kuckuck aus. Modern, nachhaltig, sozial – mit der Firmenidee hat Leopolt & Kuckuck wohl den Nerv der Zeit getroffen. Neben den traditionsreichen Kuckucksuhren verkauft das Unternehmen zudem nachhaltige Mode und Accessoires. Mit Erfolg: "Wir können ein ziemliches Wachstum im Online-Vertrieb verzeichnen", verrät Oliver Klemm, Mitgründer von Leopolt & Kuckuck, unserer Redaktion.
In seiner Stimme schwingt Stolz mit. Vor gut zwei Jahren hat der 31-Jährige zusammen mit seinem Freund Thomas Möst und dessen Bekannten Simon Storz die Firma gegründet. Für Klemm sei das Unternehmertum "ein sehr großer Schritt" gewesen, den er jedoch bisher nicht bereut hätte. Zuvor sei der studierte Kunststofftechniker elf Jahre lang in der Automobilbranche tätig gewesen.
Aus zwei mache eins
Am Anfang seien es zwei Firmen gewesen, erinnert sich Klemm. Zum einen gab es die Accessoire-Marke Leopolt, gegründet von Möst. Zum anderen gab es noch Kuckuck Clothing, Klemms eigene Marke. Nach mehreren gemeinsamen Events haben sie sich dazu entschieden, die beiden Marken zusammenzuführen – und ein nachhaltiges Mode-, Accessoire- und Lifestyle- Unternehmen daraus entstehen zu lassen: Leopolt & Kuckuck. Der Name sei perfekt, findet er, schaffe er doch eine Verbindung zu ihrer gemeinsamen Heimat Schwarzwald. Klemm wohne schon seit jeher "am Rande des Schwarzwaldes", oder genauer: in Aldingen.
Nachhaltig mit allen Produkten
Auf ihrer Homepage werben die Köpfe hinter Leopolt & Kuckuck damit, ihre Produkte ausschließlich in Europa herzustellen. "Zu Beginn erfolgte die Produktion in der Türkei. Dann kam das Thema Nachhaltigkeit immer mehr auf", sagt Klemm. Es folgte die Verlegung der Produktion nach Portugal, wo für die Herstellung der Kleidung dann nur noch Bio-Baumwolle verwendet wurde, um Wasser und Chemikalien einzusparen.
Die Sonnenbrillen von Leopolt & Kuckuck werden mitten in den Dolomiten in einem traditionellen Unternehmen handgefertigt, erzählt Klemm. "Wir haben alle Produktionsstätten besucht", versichert der Mit-Gründer des Start-Ups. "Wir dachten, wenn nachhaltig, dann mit all unseren Produkten."
Kuckucksuhren werden direkt im Schwarzwald hergestellt
Zu der Herstellung der Kuckucks-Uhren sei es durch einen bloßen Zufall gekommen, erzählt Klemm schmunzelnd. "Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Verkaufstheke für unseren Pop-Up-Store in Aldingen", fängt er die fast schon filmreife Geschichte an. "Wir sind auf ein Inserat in Simonswald aufmerksam geworden und haben dann festgestellt, dass die Theke von einem Kuckucksuhrenhersteller verkauft wird."
Dieser sei kein geringerer als Trenkle Uhren gewesen. Das Familienunternehmen ist seit einem halben Jahrhundert in der Uhrenherstellung tätig. Inzwischen seien die Kuckucksuhren nicht mehr wegzudenken aus ihrem Produktportfolio. Wie entsteht so eine Kuckucksuhr? "Ein früherer Kollege von mir ist Schreiner, der baut das Gehäuse". Das Gehäuse werde dann bedruckt und lackiert in einer Firma in Neuhausen. "Das Uhrenwerk beziehen wir vom Experten, der Firma Trenkle in Simonswald", sagt Klemm.
Umzug des Pop-Up-Stores von Aldingen nach Spaichingen
Anfang September sind Leopolt & Kuckuck mit ihrem Laden von Aldingen nach Spaichingen umgezogen. "Der alte Standort war cool , aber nun haben wir uns noch einmal ein neues Konzept überlegt", begründet Klemm. Denn mit dem neuen Laden kommt auch eine Idee: ein Shopping-Café. Klemm: "Wir wollen uns mit unseren Kunden austauschen."
Info: Über #Heimatgefühle
Die Volontäre und Studenten des Schwarzwälder Boten nehmen vom 22. Oktober bis 11. November das Verbreitungsgebiet des Schwarzwälder Boten, von Calw bis nach Villingen-Schwenningen, genau unter die Lupe und fragen sich: Was ist eigentlich Heimat? Sie sprechen mit interessanten Persönlichkeiten aus dem Schwarzwald, probieren die regionalsten Produkte, entdecken die geheimnisvollsten Orte und haben dabei vor allem eins: #Heimatgefühle.