Kerstin Grimberg und Marianne Pfitzer nehmen von Fritz Bühler sein Buch "Das Turmfeld" als Geschenk entgegen. Foto: Stadler

Bei der Hauptversammlung des Altensteiger Heimat- und Geschichtsvereins überreichte Fritz Bühler allen mit dem Buch "Das Turmfeld" je ein Exemplar seiner Firmenchronik.

Altensteig - "Die letzten zwei Jahre wiegen schwer wie Blei, und oft fehlte die Luft zum Weitermachen", lauteten die Eröffnungsworte der Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Altensteig, Kerstin Grimberg, die gemeinsam mit ihrer Co-Vorsitzenden Marianne Pfitzer die Zeit seit der letzten Mitgliederversammlung beleuchtete. Ziel des Vereins war es, den Betrieb im Museum im Altensteig Schloss trotz Pandemie und sich laufend ändernder Vorschriften aufrechtzuhalten. Im Februar 2021 übernahm Sandra Seltenreich die Museumsleitung mit 50-Prozent-Stelle und löste damit Jasmin Schmid ab. Grimberg und Pfitzer berichteten im Wechsel über die auf 2021 verschobene Weihnachtsausstellung 2020 "Kulturgut Spiele", neu eingeführte Online-Ticket-Systeme und Hygienekonzepte sowie einen Bergungsplan im Brandfall.

Neugestaltung wird teurer

Einstimmig beschlossen wurde die Übernahme einer eventuellen Kostensteigerung in Höhe von bis zu 18 000 Euro für das Dürnitz-Projekt durch den Verein. Die Kosten für die Neugestaltung des Raums im Altensteiger Schloss wurde zunächst auf 53 000 Euro geschätzt. Vom Naturpark wird ein Zuschuss von 60 Prozent erwartet, seitens der Stadt sollen zusätzlich 7000 Euro fließen. Inzwischen liegt die korrigierte Schätzung der Kosten, auch aufgrund wichtiger bereits vergebener Aufträge, um rund 10 000 Euro höher.

Café im Schloss läuft gut

Die Vorsitzenden berichteten von schwierigen Terminplanungen bei den Diensten und Ersatzbesetzungen bei kurzfristigen Ausfällen. Das Café im Schloss laufe gut, mit zwei Schülerinnen auf Honorarbasis ließen sich auch die regelmäßigen Sonntagsöffnungen bewerkstelligen. Das Zinnfigurenkabinett sei durch Umorganisation seit Ende 2021 ohne zusätzliche Aufsicht zugänglich. Berthold Klink habe die Homepage neu gestaltet. Mehrheitlich sprach sich die Versammlung dafür aus, dass 8000 Euro investiert werden, um einen passwortgeschützten Zugang für alle Mitglieder einzurichten. Darüber sind künftig die Dienstpläne zugänglich

Kräutergarten im Schlosshof

Der Schlosshof wurde mit einer liebevollen Bepflanzung und einem Kräutergarten in diesem Frühjahr neu gestaltet. Ausblickend aus das weitere Jahr informierten die Vorsitzenden über den neuen Dienstplan ab 20. Mai, die Kaminuhrenausstellung, die bis 24. August läuft, den Handwerkerhof am zweiten Augustwochenende und einen geplanten Vereinsausflug bei eventueller Kostenbeteiligung. Überdies ist der Verein auf der Suche nach neuen Mitgliedern, vor allem jüngere Menschen, weshalb auch die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gymnasium ausgebaut werden soll.

Bauhof säubert Dachrinnen

Zum Ende ihres Berichts ehrten die Vorsitzenden mehrere Mitglieder für ihr großes Engagement im Verein und im Museum. Museumsleiterin Sandra Seltenreich berichtete von der Weihnachtsausstellung mit 650 Besuchern, über ein neues Lagerungssystem auf dem Dachboden, die fortgeschrittene Inventarisierung und Katalogisierung im Museum sowie die Digitalisierung der Exponate. Jeden Sonntag, so Seltenreich, fänden um 14 Uhr Führungen statt. Den Erlös erhält der Verein. Der städtische Bauhof wird künftig die Säuberung der Regenrinnen übernehmen.

Defizit bei Weihnachtsausstellung

Für den Handwerkerhof im August seien 39 Handwerker und Beschicker für das Rahmenprogramm angemeldet. Werbung macht Seltenreich bei den Schulen und Kindergärten, aber auch in den sozialen Medien und in Tourismuszeitschriften.

Kassierer Christian Radde berichtete über stark rückläufige Einnahmen und höhere Ausgaben seit 2020, insbesondere durch die Neugestaltung der Internetseiten. Trotz eines Defizits bei der Weihnachtsausstellung stehe der 110 Mitglieder zählende Heimat- und Geschichtsverein gut da. Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen.

Vorsitzende bleiben im Amt

Unter der Leitung von Bürgermeister-Stellvertreter Tobias Schmid wurde die Vereinsführung und der Kassierer ohne Gegenstimmen entlastet. Er dankte in seinem Grußwort für die Stadt Altensteig dem Verein für seine Arbeit und das spürbare Herzblut, mit dem an diesem besonderen Ort die Historie bewahrt werde. Für die nächsten drei Jahre wurde der Vorstand in seinen Ämtern einstimmig bestätigt. Kerstin Grimberg und Marianne Pfitzer übernehmen weiterhin den Vorsitz, Christian Haieck bleibt ihr Stellvertreter und Christian Radde Kassierer. Nachdem Christoph Harr ausschied und Monika Wenzel ihr Amt im Ausschuss niedergelegt hat, wurden folgende Ausschussmitglieder gewählt: wiedergewählt wurden Martin Spreng, Isabelle Mackert und Brunhilde Volle. Neu hinzu kamen Wolfgang Schulte, Werner Lauk, Berthold Klink und Astrid Kreutz.

Mehr als 400 Seiten

Als "Tatsachenbericht" bezeichnete Friedrich Bühler sein Buch "Das Turmfeld", die Geschichte einer Schwarzwälder Familie und ihres Unternehmens, Bühler Stahlbau in Altensteig. Die von Kristin Grundmann aufgeschriebene Familien- und Firmenchronik entstand innerhalb von zwei Jahren und wurde auf mehr als 400 Seiten abgedruckt. Bühler recherchierte über seine Vorfahren auch in kirchlichen Archiven und beleuchtete dabei sowohl Positives als auch Negatives. "Ich hab’s so beschrieben, wie es war", erzählte er dem Heimat- und Geschichtsverein. Für jedes Mitglied hatte er ein Buchexemplar mitgebracht. Ein weiteres Buch schenkte er der städtischen Bibliothek. Gudrun Kalmbach wird "Das Turmfeld" in den Bestand aufnehmen und es an Bibliotheksnutzer ausleihen.