Ralf Siegenführ (von links), Irmgard Klee, Alfred Schwer, Peter Engesser und Ortsvorsteher Thomas Bantle freuen sich, dass die 1948 in Villingen gegossene alte Mauritiusglocke nun einen festen Platz vor dem Heimatmuseum gefunden hat. Foto: Albert Bantle

Die 1948 in Villingen gegossene Mauritiusglocke musste außer Dienst und vor einigen Jahren durch eine neue ersetzt werden. Jetzt schmückt sie ein Dach, und das kam so.

Dank des Fischbacher Bürgers Alfred Schwer, der einmal mehr seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellte, kann man beim Geschichts- und Heimatverein Niedereschach mit einer weiteren Aufwertung des Heimatmuseums, dieses Mal vor dem Museum im Eingangsbereich, aufwarten.

 

Schwer hat die dort nun präsentierte ehemalige Mauritiusglocke der Fischbacher Mauritiuskirche über die vergangenen Wintermonate hinweg in aufwendiger Handwerksarbeit mit einem schmucken Holzschindeldach versehen, so dass die Glocke nun wetterfest als Blickfang vor dem Museum platziert werden konnte.

Aufgewertet wird das Schindeldach durch ein vom Neuhauser Steinmetz Rolf Wuchner gespendetes Kreuz. Das gesamte Museumsteam rund um den Vorsitzenden Ralf Siegenführ und die zweite Vorsitzende Irmgard Klee, ist Schwer und Wuchner für deren Engagement und Unterstützung sehr dankbar, ebenso wie der frühere Ortsvorsteher Peter Engesser, der ebenfalls mit eingebunden war.

Ortsvorsteher Thomas Bantle bezeichnete die ganze Aktion bei der offiziellen Übergabe als „top“ und war voll des Lobes. Die 1948 in Villingen in der damals weithin bekannten, traditionsreichen und bis 1951 bestehenden Glockengießerei „Grüninger“ gegossene Mauritiusglocke, verkörpere passend zur Konzeption des Museums ein Stück Heimatgeschichte. An diese erinnerte Peter Engesser. Geprägt werde die Glocke, die bis ins Jahr 2014, zusammen mit drei weiteren Glocken, nach zuvor bei einer Glockeninspektion festgestellten Schäden, von der Aufschrift „Mauritius du starker Held, hilf überwinden uns die Welt“.

Ein großer Tag

Ein großer Tag war für Fischbach die Weihe der neuen Glocken der katholischen Kirche am Sonntag, 23. März 2014, die die vier beschädigten Glocken ersetzten. Nachdem klar war, dass die bisherigen Glocken nicht mehr nutzbar sind, wurde sogar die zunächst als vordringlich angesehene Innenrenovierung der Mauritiuskirche zu Gunsten neuer Glocken und der Renovierung des Glockenturms zurückgestellt. Den damaligen Verantwortlichen der Kirchengemeinde war vom Glockeninspektor der Erzdiözese Freiburg klar und deutlich mitgeteilt worden, dass man um die Investition nicht herumkomme. Die alten Glocken seien marode und ausgeschlagen und müssten dringend ersetzt werden, sonst bestehe die Gefahr, nicht mehr läuten zu dürfen.

Fischbach ohne Glockengeläut? Das konnten sich viele Fischbacher einfach nicht vorstellen. Deshalb wurden viele Spendenaktionen gestartet, um die neuen Glocken finanzieren zu können. Am Ende kamen rund 40.000 Euro zusammen, und das Projekt schaffte es sogar ins Fernsehen in die damals ausgestrahlte Sendung „Gottschalk live“.

Bei „Gottschalk live“

Des Weiteren gab es einige Feste, deren Erlös für die neuen Glocken bestimmt waren. Auch die Pfarrjugend hat die Aktion mit einer Spende unterstützt. Am Ende ermöglichten 107 Familien und Einzelpersonen und 18 Firmen durch ihre Spenden und Unterstützung, dass die vier neuen Glocken bei der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe bestellt werden konnten. Und als die alten Glocken schließlich abgebaut und aus dem Kirchturm entfernt worden waren, beschloss man, dass die Mauritiusglocke als bleibende heimatgeschichtliche Erinnerung im Heimatmuseum der Gesamtgemeinde in Fischbach einen würdigen Platz finden soll.