Umbau: Kloster soll für 2,33 Millionen Euro zur Kita werden / Weitere Alternativen seien weitaus teurer
Heiligenzell - Dass der Umbau des Heiligenzeller Klosters zu einer Kita deutlich teurer wird als angedacht, war bereits bekannt. Der Ortschaftsrat favorisiert nun die günstigste Lösung, Kritik am Bauamtsleiter gibt es weiterhin.
Der Ortschaftsrat Heiligenzell spricht sich beim Umbau des Klosters Heiligenzell zur Kindertagesstätte einstimmig für die Ausführungsvariante B aus. Diese Variante verzichtet auf einen dominanten Treppenhaus-Turm im hinteren Verlauf, nutzt den Haupteingang und sieht für die östliche Seite einen Aufzug vor. Architektonisch entstehe insgesamt eine symmetrische Ansicht.
Bauamtsleiter Markus Reinbold stellte die beiden zur Auswahl stehenden Varianten, die das Planungsbüro Hansert ausgearbeitet hat, dem Rat vor. Die Kosten liegen für Varianate B bei 2,33 Millionen Euro, 220 000 Euro weniger als bei Variante A. Reibold sei darauf gefasst gewesen, dass einigen Ratsmitgliedern die Kostenentwicklung nicht ganz gefallen würde. Mehrfach wehrte er sich gegen den Ausdruck von Dilettantismus, wie ihn Ratsmitglied Gerold Kadenbach in den Raum stellte, und mahnte zur Zurückhaltung von "harten Begriffen".
In den Vorplanungen zur ersten kommunalen Kindertagesstätte wurden mehrere Standorte vorgestellt. Dabei handelte es sich jeweils um eine grobe Kostenrechnung. Die Zahlen hätten dem Rat in der Abstimmung für die Entwicklung des Klosters stets auf dem Tisch gelegen, erklärte Reinbold. Jeglicher Neubau läge in der Gesamtplanung um mindestens zwei Millionen Euro über den Kosten für den Umbau des Klosters.
Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp gab zu bedenken, dass der Umbau des Klosters zur Kindertagesstätte und die Entwicklung des Neubaugebiets für Heiligenzell ausschließlich in der Gesamtheit zu sehen sind. Ohne den Klosterumbau gebe es kein Neubaugebiet.
Gemeinderat sei immer informiert gewesen
Außerdem sei der Gemeinderat über jegliche Kostenentwicklung stets informiert gewesen. In sämtlichen Unterlagen seie bisher nie eine Kostenschätzung für die Aufzugsanlage berücksichtigt gewesen. Alle greifbaren Kosten hätten sowohl dem Gemeinderat als auch dem Ortschaftsrat vorgelegen.
Peter Zimmermann, Freie Wähler betonte: "Ich habe von Anfang an meine Zweifel an der Finanzierung geäußert. Mir war das klar, dass es das Doppelte kostet. Leider sehe ich mich heute darin bestätigt." Zimmermann sprach von einem Dilemma, weil bereits für die Entwicklung des Baugebiets ein Aufstellungsbeschluss vorliege. Zweifel hegte er auch an den aktuellen Zahlen von 2,33 Millionen Euro. "Ich fände es wichtig, wenn Kostenklarheit auch in der Planungsphase stattfindet", so Zimmermann.
"Das ist eine dilettantische Kostenschätzung", warf Gerold Kadenbach, Freie Wähler, dem Planungsbüro vor. Ein einfacher Zollstock hätte genügt, um die Unbrauchbarkeit des vorhandenen Aufzugs festzustellen. Dass die Planung um eine Millionen Euro daneben liege, sei nicht hinnehmbar.
Bürgermeister Erik Weide, betonte: "Die Einrichtung einer Kindertagesstätte ist eines der größten Projekte im Teilort, was auch die Verwaltung sehr bevorzugt und vorgeschlagen hat." Die Kostenschätzung und die Abweichung sei gewiss ärgerlich und Peter Zimmermann habe vehement darauf hingewiesen, dennoch mache die Verwaltung den Standort nicht allein vom Preis abhängig. "Dieser ist Nebensache, weil viele anderen Dinge dafür gesprochen haben", so Weide.
Das waren die Alternativen
Für die Einrichtung eines ersten kommunalen Kindergartens haben als Alternative zur Auswahl gestanden: Das Pfarrhaus Heiligenzell (5,75 Millionen Euro), Das Bima-Gelände Oberschopfheim (4,9 Millionen Euro), ein Neubau am Schulzentrum Friesenheim (4,4 Millionen Euro) sowie ein Neubau am Alten Sportplatz Heiligenzell (5,56 Millionen Euro). Die Zahlen legen die aktuelle Kostenentwicklung zugrunde und liegen weit über den Kosten des Klosterumbaus.