Neue Erkenntnisse beim Hegering Donaueschingen über Wolf, Luchs und Goldschakal. Raphael Honer hat den Jägerschlag erhalten.
„Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihen“ – Mit dem traditionellen Jägerschlag mit dem Hirschfänger und der Überreichung des Jägerbriefs ist der Hegering Donaueschingen dank Raphael Honer um einen Jäger reicher.
Man sei zwar demografisch etwas gealtert, doch nach Erreichen einer Talsohle gehe es mit der Anzahl der Mitglieder wieder aufwärts, freut sich der Vorsitzende Michael Kling. Am Ende der diesjährigen Mitgliederversammlung hielt Armin Hafner einen spannenden Vortrag über die Entwicklungen von Luchs, Wolf und Goldschakal.
Mit 160 Mitgliedern ist der Hegering Donaueschingen der mitgliederstärkste in der Kreisjägerschaft. In den vergangenen drei bis vier Jahren konnte wurde verstärkt Nachwuchs gewonnen. Aktuell befinden sich zwei Jungjäger in der Ausbildung an der Landesjagdschule. Kling blickte auf ein aktives Jahr 2025 zurück und stellte die Biotopfläche in Heidenhofen vor, in der Pflanzaktionen stattfanden. Dadurch habe sich die Population an Niederwild vermehrt. Ein umfangreiches Programm für 2026 steht schon, etwa mit einem Jahresausflug ins Schönbuch.
Eigener Schießobmann
Mit Bernd Kratofield aus Wolterdingen hat man jetzt einen eigenen Schießobmann. Michael Demond berichtete über die Betreuung der Konfiskatbehälter. Er hat diese Aufgabe ein Jahr lang ehrenamtlich übernommen und dabei verschiedene Optimierungen vorgenommen.
Konfiskatbehälter sind gekühlte Lagerstätten für Tierabfälle, die später über die Tierkörperbeseitigungsanstalten entsorgt werden. Nach zwei Amtszeiten verabschiedete sich Dunja Zimmermann als Kreisjägermeisterin, Michael Bretzer aus Schönwald bewirbt sich um die Nachfolge.
Armin Hafner fesselte die Jäger mit dem Vortrag „Luchs, Wolf und Goldschakal“, der mit Lichtbildern, Schautafeln und Filmen aus Wildkameras untermauert wurde. Seit der ersten erfolgreichen Sichtung fasziniere ihn der Luchs. Zwischenzeitlich lebten bis zu fünf Exemplare in seinem Revier, die er beobachtete, zum Teil fing und mit Sendern ausstattete.
Mitglied der Projektgruppe Luchs
Er ist Mitglied in der Projektgruppe Luchs Baden-Württemberg. Seit 2023 läuft ein Programm zur „Bestandsstützung der Luchsvorkommen in BW und angrenzenden Regionen“. Der Zoo Karlsruhe züchtet hierfür Karpatenluchse. Ziel ist es, sechs bis zehn Tiere auszuwildern. Aktuell gibt es elf Luchse in Baden-Württemberg, vor allem im Nordschwarzwald. In einem Zeitraum von viereinhalb Jahren hat Hafner die Risse der Luchse in seinem Revier aufgezeichnet. Darunter befand sich kein einziges Nutztier, 80 Prozent waren Rehe. In der Region sei ein Wolf bekannt, der völlig unauffällig am Wartenberg lebe. Übergriffe auf Nutztiere seien nicht bekannt. Interessant ist, dass der Wolf mehrfach mit einem Goldschakal im Schlepptau fotografiert wurde. Die beiden jagen gemeinsam, was einzigartig sei. Keine gute Prognose stellte Hafner in Bezug auf den Goldschakal. In den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz gebe es ein deutliches Vorkommen dieser Zuwanderer, das weiter zunehme. Das Tier darf nicht bejagt werden.
Der Wildtier-Fachberater
Armin Hafner
ist 57 Jahre alt und stammt aus dem oberen Donautal bei Sigmaringen. Hafner ist seit 35 Jahren Jäger, Jagdhornbläser sowie aktiver Falkner. Seit 25 Jahren betreibt er eine eigene Jagdschule. Der 57-Jährige ist Fachberater für Wildtiere und Tourguide im Donautal, wo sich auch sein Jagdrevier befindet. Ende 2005 gelang ihm mit einem Kollegen die erste Luchs-Sichtung in Baden-Württemberg seit 130 Jahren. Seither beschäftigt Armin Hafner sich mit der Raubkatze. Im Jahr 2023 hat er ein Buch über das Thema veröffentlicht.