Die Hainbuchhecke zwischen der Villa Eugenia und der Zollernstraße wird gerodet. Der Grund ist die anstehende Sanierung der Zollernstraße im kommenden Jahr. Die Stadtverwaltung verspricht aber Ersatz nach Abschluss der Bauarbeiten.
Die Rodung der Bäume durch das Fürstenhaus rund um die Villa Silberburg hatte einen Sturm öffentlicher Entrüstung ausgelöst. Dem Fürstengarten stehen derweil die nächsten Rodungen ins Haus. Betroffen diesmal: die Hainbuchhecke entlang der Zollernstraße.
Die Pflöcke in der Hecke stecken bereits. Diese grenzen das Flurstück der Villa Eugenia und der Zollernstraße – beide sind in Besitz der Stadt – voneinander ab. Auf der Grenze verläuft jene Hainbuchhecke, die der Sanierung der Zollernstraße, dem „Einfallstor“ in die Zollernstadt, zum Opfer fällt, wie Michael Werner, Leiter des Bautätigkeitsbereichs im Fachbereich Bau und Technik der Stadtverwaltung Hechingen , auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.
Im kommenden Frühjahr rollen die Bagger an – vorausgesetzt der Gemeinderat fasst im Juli den dazugehörigen Baubeschluss. Das ist Werner wichtig zu betonen: „Der Gemeinderat hat das letzte Wort.“ Die Rodung der Hecke wird für die Sanierung der Zollernstraße aber unumgänglich. „Derzeit ragt die Hecke bereits in die Straße und beengt die Fahrbahn“, erläutert Werner die Problematik. Zwei Lastwagen kommen an besagter Stelle nur schwer aneinander vorbei. Dazu entspreche die Gehwegbreite auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht barrierefreien Standards, welche nach der Sanierung erreicht werden sollen. Besonders auch deswegen, weil derzeit noch Autos mit einem Rad auf dem Gehweg parken.
Fahrbahn wird breiter
„Das Parkraumkonzept für die Zollernstraße wird umgestaltet“, informiert Werner. Wie bereits bei der Vorstellung des städtebaulichen Konzepts in der Gemeinderatssitzung vom Februar 2023 zu sehen ist, soll künftig das Parken neben der Fahrbahn auf einer Breite von zwei Metern möglich sein. Der Gehweg an sich wird mit einer Breite von rund 2,5 Metern kalkuliert. Für die Innenstadtlage sei dies unerlässlich.
Förderverein sorgt sich um Erscheinungsbild
Heißt im Umkehrschluss: Es wird mehr Platz auf der anderen Seite der Straße benötigt – und da steht derzeit die Hainbuchhecke, die voraussichtlich im Zeitraum zwischen Oktober 2024 und Februar 2025 gerodet wird – in diesem lässt es der Naturschutz zu. Nach der Sanierung will die Stadtverwaltung für Ersatz sorgen. „Wir pflanzen genau dieselbe Art von Hainbuchhecke nach“, schildert Werner die Pläne. Und diese werde üppig ausfallen. „Die Bürger müssen sich keine Sorgen machen, dass wir eine kleine Hecke pflanzen. Die Hecke soll auch künftig als Sichtschutz dienen.“
Und damit die Hecke künftig nicht wieder in die Straße ragt, werde diese im Vergleich zum derzeitigen Standort knapp einen Meter in Richtung Villa gepflanzt. Die Denkmal- und Naturschutzbehörde des Landratsamtes sei in die Pläne involviert. Auch der Förderverein Villa Eugenia, der zahlreiche Veranstaltung in dem denkmalgeschützten Hechinger Wahrzeichen organisiert, sei Anfang dieser Woche bereits über die Maßnahme informiert worden. Werner berichtet, dass die Vereinsverantwortlichen schon mit der Heckenrodung gerechnet haben. Größere Sorgen mache dem Verein aber das Erscheinungsbild der Villa Eugenia während der Baustelle im kommenden Jahr. Dazu komme die erschwerte Anfahrt für Besucher von Veranstaltungen.
Fürstengarten liegt der Verwaltung am Herzen
Doch: Soll die von Schlaglöchern geprägte Zollernstraße künftig angenehm zu befahren sein, komme man um die vorübergehenden Einschränkungen nicht umher. Und Thomas Jauch, Pressesprecher der Stadtverwaltung, betont: „Der Fürstengarten liegt uns als Verwaltung sehr am Herzen. Wir kümmern uns intensiv und stecken viel Geld in den Park.“ Nun steht aber erstmal die Rodung der Hainbuchhecke an. Doch zuvor hat der Gemeinderat das letzte Wort.