Von der Hechinger Kinderhilfe Rumänien war eine Gruppe im früheren Ostblock-Land unterwegs: Unter anderem haben haben sie die Einrichtungen des Vereins besucht. Doch mehrere Probleme erschweren die Arbeit.
Bei schönem Herbstwetter ging es in dem osteuropäischen Land durch ländliche Gegenden. Die riesige Brennholzberge vor den Häusern sahen zwar malerisch aus, zeigten aber auch, dass es dort kaum moderne Heizungen gibt: Auch die Familienhäuser des Vereins Kinderhilfe Rumänien werden mit riesigen Mengen Brennholz beheizt.
In den Familienhäusern hat sich dafür einiges getan. Nach drei Monaten Ferien hat die Schule wieder begonnen, Einige nun volljährige Bewohner haben ihren Schulabschluss absolviert und wurden in die Selbstständigkeit entlassen.
Komplikationen durch das neue Lyzeum-Gesetz
Laut dem Verein sind neue Minderjährige aufgerückt. Mehrere Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren wurden zudem adoptiert, mussten aber wieder an die Kinderschutzbehörden zurückgegeben werden. Einen Jungen traf es besonders hart: Er wurde innerhalb von zwei Jahren gleich zweimal adoptiert und landete nun wieder in einem der Familienhäuser.
Schwierig für die Familienhäuser ist ein neues Gesetz, das den Besuch eines Lyzeums zur Voraussetzung macht, um Pflegeeltern zu sein. In Häusern des Vereins haben sich deshalb einige ältere Pflegeeltern wieder als Schüler eines Lyzeums eingeschrieben, damit sie ihren Job nicht verlieren.
Zehn Einrichtungen in drei Regierungskreisen betreut der Verein, so wurde es eine lange Reise mit vielen Eindrücken. Bewegend war laut dem Verein das Wiedersehen mit der kleinen Johanna, die Einschränkungen hat (wir berichteten). Inzwischen kann sie aber mit etwas Hilfe wieder auf eigenen Füssen stehen und krabbeln. Sie wirkt wach und interessiert, und alle hoffen, dass sie bald auch noch das Sprechen erlernen kann.
Es gab schon einmal in einem Familienhaus ein kleines Mädchen, die zunächst stumm war und plötzlich innerhalb kürzester Zeit reden lernte. Das mache Hoffnung, zeige aber auch, dass Kinder eine tragende Beziehung brauchen, um sich entwickeln zu können, so die Kinderhilfe.
Die Vorsitzende Edith Kirchmann besuchte auch dieses Mal einige Freikirchen. Ihr fiel auf, dass sich neoprotestantische Gemeinden in Rumänien bevorzugt um sogenannte institutionalisierte Kinder bemühen. Dabei werden sie oft vom Ausland aus finanziell getragen oder unterstützt.
Verein hofft auf neue Helfer und Mitarbeiter
Die rumänisch-orthodoxe Kirche beschäftigt sich laut dem Verein nur in Ausnahmen mit sozialen Missständen. Katholische und evangelische Kirchen spielten im Land keine Rolle.
Die Kinderhilfe Rumänien hat am Donnerstag, 14. November, seine Hauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus in Hechingen. Der Verein hofft auf weitere Helfer und Mitarbeiter, damit die Hilfe auch künftig aufrecht erhalten werden kann. Rumänischkenntnisse seien nicht erforderlich.