Die Laufsaison 2025 ist in vollem Gange. Fünf Lauftrainer von der Aktion „Hechingen läuft“ erklären, wie der innere Schweinehund überwunden werden kann, warum das Joggen ein gutes Gefühl gibt und wo es in Hechingen die schönsten Laufrunden gibt.
Steigen im Frühjahr die Temperaturen, erwacht in manchen Hobbyläufern der Wunsch nach einer Laufrunde. So auch bei vielen Laufneulingen. Der Beweis: Seit Ende März richtet die Leichtathletikabteilung des TV Hechingen in Kooperation mit der LG Steinlach-Zollern ihre Aktion „Hechingen läuft“ aus. Eine beachtliche Zahl an bisherigen Laufmuffeln trainiert seither zwei Mal in der Woche die Ausdauergrundlagen.
Die fünf Lauftrainer Sibylle Schmid, Stefan Fecker, Karin Boll, Andrea Matheis und Ute Fröhlich wissen, dass es für Laufneulinge besonders schwer ist, den inneren Schweinehund zu überwinden. Sie empfehlen daher für den Anfang, sich einer Laufgruppe anzuschließen. „Die Gemeinschaft hat mir zu Beginn sehr viel gebracht“, berichtet Karin Boll, die sich ein Leben ohne Joggen auch im fortgeschrittenen Alter nicht vorstellen kann.
Konkretes Ziel ist für Motivation wichtig
Wer dies aber nicht wolle, der brauche vor allem ein konkretes Ziel, um die Motivation aufrechtzuerhalten. „Sich mit großem zeitlichen Vorlauf einfach mal bei einem Halbmarathon anzumelden, kann da schon helfen“, sagt Andrea Matheis. Wichtig sei aber, besonders im Alter oder mit einer Krankheitsgeschichte, vor dem Training mit einem Arzt Rücksprache zu halten.
Wer sich dann direkt auf harte Laufeinheiten begibt, merkt schnell, dass die Grundlagen so leicht nicht zu legen sind. Karin Boll empfiehlt Neulingen daher, sich erstmals mit schnellen Walking und Gehpausen während des Joggens an ausdauernde Läufe heranzuwagen. Mit dieser Trainingsmethodik – abwechselnd Laufen und Gehen – arbeiten die Lauftrainer auch mit ihren Schützlingen bei „Hechingen läuft“, wie Boll weiter erläutert. Das Team biete indes auch eine Beratung für Laufneulinge an, auch wenn diese nicht bei „Hechingen läuft“ teilnehmen. „Einfach vorbeikommen und Fragen stellen“, appelliert Stefan Fecker. Ein Einstieg während der Aktion ist allerdings nicht möglich, da die Teilnehmer bereits eine gewisse Ausdauer aufgebaut haben.
Fecker sagt indes trotz langjähriger Lauferfahrung: „Der innere Schweinehund ist bei mir immer noch da. Nach dem Laufen kommt in mir aber ein gutes Gefühl auf.“ Für dieses lohne es sich, immer wieder aufs Neue die Laufschuhe zu schnüren. Dieses Gefühl der Zufriedenheit entstehe, egal ob er in der Gruppe oder alleine laufe.
Boll: „Ich bekomme beim Laufen den Kopf frei“
Karin Boll sagt: „Mir hilft das Laufen, schwierige private Dinge zu verarbeiten. Ich bekommen beim Joggen den Kopf frei.“ Das berichtet auch Andrea Matheis: „Geht man in der Natur laufen, kann man einfach abschalten.“
Der Vorteil des Laufsports liegt für die Lauftrainer in der simplen Ausrüstung. Es reicht ein gutes Paar Laufschuhe und funktionale Kleidung. Sprich geringe Kosten, hoher Ertrag. Denn: „Ausdauersport ist der gesündeste Sport, den es überhaupt gibt“, ist sich das Quintett einig. Wichtig sei nur, regelmäßig zu laufen. „Distanz und Tempo sind zweitrangig“, betont Karin Boll, die sagt, dass sie das Training jung hält.
Und wo sind die besten Laufrouten rund um den Zoller? Für Anfänger empfehlen die Lauftrainer den Waldlehrpfad in Hechingen mit seinen moderaten Steigungen. Längere Strecken sind im Wald zwischen Bechtoldsweiler und Bodelshausen zu absolvieren. Andrea Matheis bringt die Wege rund um die Burg Hohenzollern ins Spiel. Dort könne die Kilometeranzahl beliebig variiert werden. Und wer ganz sportlich ist, dem legt Stefan Fecker die Albstädter Traufgänge mit herrlichen Ausblicken ans Herz. Diese sind aber nur für geübte Läufer machbar.