Foto: Stadtwerke Hechingen

Das Neubaugebiet Killberg IV hat in Zeiten der Baukrise bereits für Sorgenfalten im Hechinger Gemeinderat gesorgt. Doch nun scheint es bei der Nachfrage besser zu laufen: Die Stadt spricht von einem „erfolgreichen Konzeptvergabeverfahren“.

Die Straßen sind fertig und das Häuschen der Bushaltestelle steht bereits, doch wie es mit den leeren Bauplätzen des Neubaugebiets Killberg IV weitergeht – auch wegen einer bisher eher verhaltenen Nachfrage nach den Grundstücken – stand offen. Nun liefert die Stadt in einer Mitteilung neue Antworten auf unsere Fragen zum aktuellen Stand der Dinge:

 

Wie geht es mit dem Grundstücksverkauf weiter?

Im Neubaugebiet Killberg IV beschreitet die Stadt Hechingen neue Wege der Grundstücksvermarktung für Mehrfamilienhäuser. Im Fokus stehe zukünftig nicht der schnelle Abverkauf der Grundstücke, sondern eine qualitätsvolle und nachhaltige Entwicklung für ein attraktives und lebendiges Wohnquartier für alle Bewohnergruppen. Die Stadt hat sich daher entschlossen, die Grundstücke für die Mehrfamilienhäuser in Form eines sogenannten Konzeptvergabeverfahrens durchzuführen.

Was steckt hinter diesem Konzeptvergabeverfahren?

Die Bewerber müssen sich mit einem Bebauungsvorschlag bewerben. Dazu entwickeln sie gemeinsam mit einem Architekturbüro ein Bebauungskonzept mit Angaben zu Zahl und Art der Wohnungen, sonstigen Nutzungen und zur Architektur. Ein Bewertungsgremium aus Mitgliedern des Gemeinderats, der Verwaltung und unabhängigen Beratern beurteilt die vorgelegten Bewerbungen anhand der Pläne und gibt eine Empfehlung zur Grundstücksvergabe ab. Das beste Konzept soll gewinnen.

Welche Vorteile soll dieses Verfahren bringen?

Das Vorgehen bringe laut Stadt viele Vorteile für alle Seiten: Die Bewerber machen sich im Vorfeld Gedanken darüber, was und für wen sie bauen wollen. Der festgesetzte Preis schafft Kostensicherheit. Die Stadtverwaltung bekommt einen konkreten Vorschlag, auf dessen Grundlage der Verkauf vereinbart werden kann. Lange Verhandlungen und Nachverhandlungen könnten für beide Seiten entfallen.

Laut Baupilot stehen derzeit neun Bauplätze zum Verkauf. Ende Oktober hatte es für die Grundstücke für Mehrfamilienhäuser lediglich vier Interessenten gegeben. Sind inzwischen Plätze verkauft oder Verträge unterschrieben?

Von bisher neun ausgeschriebenen Mehrfamilienhaus-Bauplätzen im ersten Bauabschnitt liegen nun Bewerbungen für sieben Plätze vor. Für die zwei weiteren Bauplätze gebe es bereits Interessensbekundungen. Am Dienstag dieser Woche wurden die vorgeschlagenen Bebauungskonzepte für die ersten vier Grundstücke begutachtet.

Wie lief der Begutachtungstermin für die ersten vier Grundstücke?

Das Bewertungsgremium wäre sehr angetan von der hohen Qualität der Vorschläge und konnte für alle vier Grundstücke Empfehlungen aussprechen. Nach den Vergabegesprächen mit den Bewerbern wird die abschließende Vergabeentscheidung der Gemeinderat treffen.

Wie ist der Stand bei den Bewerbungen für die anderen Grundstücke?

Für die nächsten Grundstücke arbeiteten die Bewerber bereits an ihren Konzepten. Nach der Sommerpause würden die Empfehlungen für drei weitere Grundstücke erwartet.

Wie groß ist das Interesse an den Bauplätzen? Und geht es um Mehrfamilien- oder Reihenhäuser?

Trotz schwieriger Konjunktur trifft das Konzeptvergabeverfahren bei den Investoren auf großes Interesse. Daher ist die dritte Runde bereits angelaufen. Hierbei werden zusätzlich Mehrfamilien- und Reihenhausgrundstücke im zweiten Bauabschnitt vermarktet. Bis Ende Juni werden die Bewerbungen für diese Grundstücke entgegengenommen.

Wann werden weitere Bauplätze ausgeschrieben?

Die Ausschreibung der Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser wird planmäßig Mitte 2024 erfolgen. Hier erfolgt die Vergabe an Privatpersonen zur Eigennutzung klassisch nach orts- und sozialbezogenen Kriterien entsprechend erreichter Punktzahl.