Die Stadt Hechingen hat etwa viereinhalb Millionen Euro mehr auf dem Konto als erwartet – das sind gute Nachrichten. Jubel brach im Gemeinderat dennoch nicht aus.
Im Haushaltsplan zum Jahresbeginn hatte die Stadt aufgeschrieben, mit was für Einnahmen und Ausgaben sie für das laufende Jahr rechnet. Vieles davon – beispielsweise die Höhe der Gewerbesteuer, die stark konjunkturabhängig ist – beruht auf Schätzungen. Zur Jahresmitte legte Stadtkämmererin Desiree Rotenhagen deshalb nun die aktualisierte Version vor. Und selbstverständlich kam ihre Mitteilung im Gemeinderat gut an, dass das Zahlenwerk um über vier Millionen Euro besser ausfällt als zu Jahresbeginn geschätzt.
Trotz besserem Ergebnis noch Defizit von 15 Millionen Euro
Bürgermeister Philipp Hahn mahnte aber gleich zum Einstieg zu diesem Tagesordnungspunkt, dass die Stadt Hechingen im aktuellen Jahr dennoch ein Defizit von 15 Millionen Euro zu verkraften hat, was sich aber noch aus den Rücklagen finanzieren lässt. Die Mehreinnahmen sollten die Räte also nicht für neue Projekte verplanen. Das bestätigte auch Stadtkämmererin Desiree Rotenhagen. Ohne den unverhofften Millionensegen nun aber hätte Hechingen 4,5 Millionen Euro Schulden aufnehmen müssen. Das scheint scheint zum aktuellen Zeitpunkt nun unnötig. Insgesamt aber sieht die Hechinger Haushaltslage alles andere als rosig aus.
Zusätzliche Gewerbesteuer beruht auf zurückliegenden Jahren
Hauptursache für die aktuell positive Überraschung sind hauptsächlich die Gewerbesteuereinnahmen. Allerdings lässt das keine Rückschlüsse auf die aktuelle Wirtschaftsentwicklung zu, die vier Millionen Euro Mehreinnahmen sind Nachzahlungen, die auf Entwicklungen in den vergangenen Jahren beruhen.
Und das zusätzliche Geld für dieses Jahr beruht auch teilweise darauf, dass sich die Auszahlung für bestimmte Projekte nun auf das Folgejahr verschoben hat.
Grundsteuer bringt zehn Prozent mehr als das Vorgängermodell
Zum aktuell positiven Ergebnis trägt bei, dass die neu berechnete Grundsteuer um etwa zehn Prozent mehr abwirft als das Berechnungsmodell, das bis zum vergangenen Jahr galt. Ob das so bleibt – Widersprüche und Einsprüche gegen das neue Verfahren laufen noch – bleibt abzuwarten. Sollte sich der Trend fortsetzen, kündigte Freie-Wähler-Chef Werner Beck gleich mal an, dass man dann über eine Absenkung des Hebesatzes reden wolle.
Grundstücksverkauf am Killberg IV bringt viel Geld in die Kasse
Schwer vorherzusehen ist wohl auch, wie der weitere Verkauf von Grundstücken im Hechinger Neubaugebiet Killberg IV laufen wird. Dazu gab es im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung positive Nachrichten. So wird die Junginger Firma Denkinger Projektbau ein weiteres Grundstück zum Bau eines Mehrfamilienhauses kaufen. Der Preis für 1616 Quadratmeter betrügt 832 240 Euro.
Junginger Firma Denkinger ist es bereits das dritte Projekt am Killberg
Denkinger hat bereits am Rand des Baugebiets zur Stadt hin zwei große Grundstücke gekauft. Der Spielplatz, den die Stadt errichtet hat, steht schon komplett fertiggestellt, wenn auch noch eingezäunt, direkt daneben. Die Bauarbeiten für dieses Projekt haben schon begonnen. Aktuell wird der Boden der Tiefgarage gegossen.
Auch das weitere Gebäude wird eine Tiefgarage haben. Das Gestaltungskonzept wurde mit einem Fachgremium der Stadt besprochen. Von der Vermarktung her will Denkinger hier einen Mix aus Eigentumswohnungen, die verkauft werden, und von Mietwohnungen realisieren.