Wird der Hechinger Marktplatz-Sommer ein Erfolg? Das hängt davon ab, wie viel Leben auf den Platz kommt. Und wer die Gäste bewirtet. Deutliche Zeichen setzen will Feinkost Hentsch.
Die Aufhübschung des Hechinger Marktplatzes ist in vollem Gange. Der neue Stadthimmel mit den bunten Lampions erntet Komplimente, die Möblierung am Boden nimmt Konturen an, und die großen Pflanztröge stehen schon bereit. Doch letzte Zweifel sind nicht ausgeräumt: Wer soll den autofreien Platz einen Sommer lang beleben, wenn es abends keine gastronomischen Angebote gibt?
Da will jetzt eine Akteurin Abhilfe schaffen, die bislang offenbar niemand auf der Rechnung hatte: Romana Dieringer. Beginnend mit dem Eröffnungsabend am 2. Mai plant die Inhaberin des Feinkostgeschäftes Hentsch, jeden Freitag- und Samstagabend bis zum Finale am 11. September die Marktplatz-Bummler im Freien mit lukullischen Spezialitäten zu verwöhnen.
Bei Regen wird die Bewirtung nach ins Innere verlagert
Ablaufen soll das so, wie man es von vielen Hechinger Tischlein-deck-dich- und Lichterglanz-Abenden gewohnt ist. Bei Feinkost Hentsch gibt es bei diesen Gelegenheiten traditionell ein gutes Glas Wein, Sekt, Crémant oder Prosecco, dazu Antipasti-Teller mit Parmaschinken, Salami, Käse, Oliven und anderem pikanten Naschwerk.
„Wir kriegen vor dem Geschäft ein Tribünle mit Stehtischen – und da wollen wir jeden Freitag- und Samstagabend unsere Gäste verwöhnen“, sagt Romana Dieringer. Auch Fischteller mit Räucherlachs, Forellenfilet und Garnelen sowie Käseteller mit verschiedenen Erzeugnissen von ausgesuchten Käsekellern Frankreichs werden im Angebot sein. Bei Regenwetter soll die Bewirtung ins Innere des Feinkostgeschäftes verlegt werden.
Und manchmal mit Livemusik
Wie man das von den Abenden bei Hentschens kennt, soll immer mal wieder auch Livemusik gespielt werden. Die stadtbekannten Musiker Jürgen Lehmann, Rita Ziebach, Petra Linckersdorff und ihre Combo, die sich bei dieser Gelegenheit auch mal trefflich „Feinkost“ nennt, werden gelegentlich eine Marktplatz-Bühne finden.
Wieso die Feinkost-Chefin so offensiv vorangeht bei der Bespielung des Platzes? „Weil ich es einfach eine ganz tolle Sache finde, was die Stadt sich da hat einfallen lassen“, sagt Romana Dieringer. „Das ist eine sehr, sehr, sehr gute Idee – auch mit der Möblierung, der Verlängerung des Schaukelweges, der Beachbar.“ Das alles, so meint die alteingesessene Marktplatz-Geschäftsfrau, werde bestimmt viele junge Familien in die Innenstadt bringen. Der Erfolg des Konzeptes dürfe nicht an mangelnder Gastronomie scheitern.
„Die neue Verkehrsführung überzeugt mich total.“
Keine Restzweifel, weil die Autos vom Platz verbannt sind? Nein, im Gegenteil, meint Romana Dieringer: „Die neue Verkehrsführung überzeugt mich total.“ Dass es zusätzliche Parkplätze auf dem Kirchplatz geben wird, begrüßt sie ebenso wie die Aufhebung der Einbahnregelung in der Synagogenstraße: „Man muss jetzt nicht mehr die ganze Runde um die Altstadt fahren und kann doch vor dem Rathaus parken.“
Jetzt müssen die verlockenden Offerten nur noch von der breiten Öffentlichkeit angenommen werden. Doch auch da hat Romana Dieringer keine Bedenken: „Wenn den Hechingern was geboten wird, dann kann man auf sie zählen. Das sieht man doch beim Lichterglanz und bei den Abendmärkten.“